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Kaum zurück auf dem Platz, erzielte Romeo Castelen gegen Wolfsburg das 4:2 © getty

Vor dem Rückspiel gegen Guingamp spricht Romeo Castelen im Sport1.de-Interview über die lange Verletzungspause und sein Comeback.

Von Daniel Rathjen

München - Nach dem überzeugenden 4:2-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg gilt der Hamburger SV mehr denn je als Titelkandidat.

Sein Scherflein zum Sieg beim Meister beigetragen hat auch Romeo Castelen, der nach 617 Tagen sein Comeback bei den Hanseaten feierte und gleich den Treffer zum Endstand beisteuerte.

Auch beim Rückspiel in den Europa-League-Playoffs gegen den französischen Pokalsieger EA Guingamp (Do., ab 20.15 Uhr LIVE) dürfte der Niederländer spielen.

"An einen Schongang denkt bei uns überhaupt keiner", behauptet Castelen trotz des 5:1-Hinspielerfolgs.

Im Sport1.de-Interview spricht Romeo Castelen über seine lange Pause, die Rückkehr gegen den VfL und seine Pläne für die Zukunft.

Sport1.de: Eine lange Verletzungspause ist für Profis immer bitter. Wie haben Sie sich währenddessen motiviert?

Romeo Castelen: Es war für mich wahrlich keine einfache Zeit in den letzten Monaten. Ich hatte ja immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. Ich habe jedoch immer versucht, die Motivation beizubehalten. Gerade die Familie war für mich sehr wichtig und auch dem HSV bin ich für die ganze Unterstützung sehr dankbar.

Sport1.de: Auf dem Feld haben andere für Furore gesorgt. Hatten Sie Angst, vergessen zu werden?

Castelen: Es ist doch völlig normal, dass andere Spieler im Fokus stehen. Schließlich war ich verletzt und konnte somit nicht auf dem Platz helfen. Doch ich war ja meistens in der Nähe der Mannschaft. Angst, vergessen zu werden, hatte ich daher überhaupt nicht. Ich habe mich immer als Teil der Mannschaft gefühlt.

Sport1.de: Das Tor zum 4:2 gegen Wolfsburg hat Sie sicherlich noch einmal beflügelt. Wie fit fühlen Sie sich jetzt?

Castelen: Es war für mich ein überragendes Gefühl, das stimmt. An dem Tag hat alles gepasst. Es ist aber auch völlig normal, dass ich weiterhin hart trainieren muss. Denn mir fehlt noch ein bisschen Kraft. Ich werde mich jetzt sicher nicht ausruhen.

Sport1.de: Ihre Mitspieler haben sich mit Ihnen über Ihr Comeback gefreut. War das der emotionalste Moment Ihrer bisherigen Karriere?

Castelen: Ja, es war auf jeden Fall einer der emotionalsten Momente. Wenn man so lange auf einen Einsatz wartet, dann beim aktuellen Deutschen Meister eingewechselt wird und auch noch ein Tor schießt, dann gibt es nicht viele schönere Dinge. Diese Geschichte werde ich wohl nie vergessen.

Sport1.de: Inwiefern können Sie vielleicht auch gestärkt aus der schweren Zeit gehen?

Castelen: Ich hoffe, dass es so ist. Ich musste mich mit der Situation abfinden, ich konnte es ja nicht ändern. Jetzt ist es mein Ziel, weiter hart zu arbeiten und möglichst viele Spiele zu absolvieren. Denn auf dem Platz zu stehen, ist das Beste überhaupt. Das weiß man schon besonders zu schätzen, wenn man so lange ausgefallen ist.

Sport1.de: Viele Experten sehen den HSV als Meisterschaftskandidat. Sie auch?

Castelen: Ich bin ja nun auch schon ein bisschen in Hamburg und kenne das Umfeld. Es geht immer alles sehr schnell, sowohl positiv als auch negativ. Fakt ist, dass wir bislang drei Bundesligaspieltage hinter uns haben. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft und das Trainerteam sachlich mit allem umgehen. Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Wir wissen aber natürlich auch, dass wir gegen Dortmund und in Wolfsburg gute Leistungen gezeigt haben.

Sport1.de: Warum ist der Fußball, den das Team spielt, noch attraktiver als unter Martin Jol?

Castelen: Ich möchte das ungern vergleichen. Bruno Labbadia hat von Beginn an seine Vorstellungen gehabt, wie er spielen lassen möchte. Dementsprechend trainieren wir und er sagt uns immer wieder, was gut und weniger gut ist. Die tägliche Trainingsarbeit macht sehr viel Spaß.

Sport1.de: Was haben Sie sich persönlich für den Rest der Saison vorgenommen?

Castelen: Ich möchte Schritt für Schritt weiter an die Mannschaft heran kommen. Ich werde aber nichts überstürzen und gebe mir die nötige Zeit. Es wäre sehr schön, wenn ich noch viele Spiele in der Saison machen kann.

Sport1.de: Zunächst geht es gegen Guingamp. Wird es schwer, sich nach einem 5:1-Hinspielerfolg zu motivieren und die volle Leistung abzurufen oder reicht der Schongang?

Castelen: An einen Schongang denkt bei uns überhaupt keiner. Auch wenn wir das Hinspiel deutlich gewonnen haben, möchten wir ein gutes Spiel zeigen. Gerade die Spieler, die bislang nicht so oft gespielt haben, werden sehr motiviert sein. Ich freue mich auf die Partie.

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