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Herthas Spieler feiern das kleine Husarenstück gegen Bröndby © getty

Hertha schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe, beim Hamburger SV glänzt die zweite Reihe, bei Werder Bremen die Altbewährten.

München - Kaum hatte Hertha BSC Berlin das drohende Aus und die sich anbahnende Krise dank "Lebensversicherung" Gojko Kacar abgewendet, da wich die angespannte Stimmung wieder leisem Optimismus.

"Der Druck war enorm, denn wir haben zuletzt viel auf die Fresse bekommen. Das war die richtige Antwort", sagte Kapitän Arne Friedrich nach dem dramatischen 3:1 im Play-off-Rückspiel der neuen Europa League gegen den dänischen Ex-Meister Bröndby IF.

Durch den Einzug in die Gruppenphase haben die Herthaner gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

Nach drei Niederlagen in Folge, darunter das 1:2 im Hinspiel vor einer Woche, wurde die Abwärtsspirale gestoppt, das angeknackste Selbstvertrauen aufgepäppelt und frisches Geld in die leeren Kassen gespült.

Preetz dementiert Ramos-Einigung

Die in den Gruppenspielen garantierten zwei Millionen Euro werden sofort in neues Personal investiert.

Angeblich steht der Wechsel des kolumbianischen Nationalspielers Adrian Ramos (America de Cali) kurz bevor.

Preetz dementierte jedoch eine bereits kolportierte Einigung mit dem 1,88 m großen Mittelstürmer: "Es wurde nichts unterschrieben und auch nicht verhandelt." Neben Ramos steht auch der Brasilianer Fernandinho auf dem Berliner Wunschzettel.

Fakt ist, dass sich der Bundesliga-Vierte der vergangenen Saison im Offensivbereich verstärken muss, um Kacar zu entlasten.

"Lebensversicherung" Kacar

"Er ist im Moment unsere Lebensversicherung", sagte Friedrich über den Serben.

Schon die beiden bislang einzigen Berliner Liga-Tore gingen auf das Konto des serbischen Nationalspielers, an dem zuletzt der VfB Stuttgart und sogar Champions-League-Sieger FC Barcelona Interesse gezeigt haben sollen.

"Ich freue mich über die Tore. Wenn es bei uns wieder besser läuft, dann treffen auch die anderen", sagte Kacar, dessen Dynamik und Laufwege ein wenig an die Spielweise von Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack erinnern.

"Wenn Kacar mit Schwung in den Strafraum kommt, ist er nur schwer zu verteidigen", sagte IF-Trainer Kent Nielsen anerkennend.

Hamburgs zweiter Anzug sitzt

Der Weg in die Gruppenphase, die am 17. September beginnt, war für die Hamburger am Vorabend der Auslosung ein Spaziergang gewesen.

Nach dem 5:1-Sieg im Hinspiel gewannen die Hanseaten auch den zweiten Vergleich mit Guingamp 3:1 . Labbadia setzte dabei auf eine B-Elf.

Nach schleppendem Start blieb vor 25.798 Fans am Ende die Erkenntnis, dass auch der zweite Anzug der Hamburger passt.

Besonders die Zugänge Robert Tesche und Marcus Berg spielten sich gegen den Zweitligisten aus der Bretagne in den Vordergrund.

Zurück auf die Bank

Am Sonntag gegen den 1. FC Köln werden die beiden Hamburger Torschützen aber wohl vorerst wieder auf der Bank Platz nehmen müssen.

"Ich muss einfach zeigen, dass ich besser als Mladen Petric und Paolo Guerrero bin", sagte Berg, der es in 260 Pflichtspiel-Minuten im HSV-Trikot schon auf beachtliche drei Treffer brachte.

Tesche gab sich zurückhaltend: "Ich werde weiterhin versuchen, Leistung zu zeigen, und dann kommt der nächste Schritt automatisch."

Bei Bremen glänzen die Bewährten

Auch Bremen bot beim 2:0 in Aktobe einige Akteure aus der zweiten Reihe auf - wie etwa Petri Pasanen oder Peter Niemeyer.

In Szene setzen konnten die sich allerdings weniger. In den Vordergrund spielten sich die Akteure, deren Qualitäten kein Geheimnis sind - wie eben Doppeltorschütze Claudio Pizarro und der gefällig agierende Regisseur Mesut Özil.

Defensivroutinier Torsten Frings fasste die unspektakuläre Erkenntnis treffend zusammen: "Wir haben das Ding souverän runtergespielt."

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