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HSV-Spieler Marcus Berg brachte keine Gefahr und wurde ausgewechselt © getty

Der HSV erlebt in Wien ein Debakel. Rapid gewinnt völlig verdient mit 3:0. Hamburgs Trainer Labbadia reagiert trotzdem gelassen.

Wien - Nach seinem Höhenflug der vergangenen Wochen ist der Hamburger SV zum Gruppenphasenauftakt der Europa League unsanft gelandet.

Die Hanseaten unterlagen beim österreichischen Vizemeister Rapid Wien mit 0:3 (0:2) und erreichten nicht annähernd die Form, mit der sie zuletzt die Tabellenspitze der Bundesliga gestürmt hatten. (DATENCENTER: Europa League)

Vor 49.850 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion brachte Rapids deutscher Kapitän Steffen Hofmann die Platzherren nach 35 Minuten in Führung.

Stürmer Nikica Jelavic erhöhte noch vor der Pause auf 2:0 (44.). Christopher Drazan traf schließlich zum 3:0 (76.).

"Wir haben den Faden verloren"

"Nach dem ersten Gegentor haben wir ziemlich den Faden verloren", sagte Hamburgs konsternierter Stürmer Mladen Petric nach der herben Packung.

"Das war ein Spiel, in dem wir einfach zu viele individuelle Fehler gamacht haben. Einige von uns waren dieses Mal nicht auf Top-Niveau. Deshalb konnten wir das Spiel nicht mehr umbiegen."

HSV-Kapitän David Jarolim meinte: "Wir haben heute keine gute Leistung abgeliefert. Nach vorne fehlte uns die Durchschlagskraft, hinten haben wir viel zu viel zugelassen."

Sein Trainer Bruno Labbadia analysierte, dass Rapid in der ersten Halbzeit von HSV-Fehlern profitiert habe.

Trotz der Klatsche werde man jetzt in Ruhe weiterarbeiten. "Wir werden nicht den Stab über die Mannschaft brechen, sondern wir werden aus den Dingen lernen. Das kann auch heilsam sein."

HSV mit schwacher Leistung

Die Hamburger taten sich gegen die dicht gestaffelt stehenden Wiener vor dem Seitenwechsel äußerst schwer und zeigten eine über weite Strecken indiskutable Leistung.

In der Offensive mangelte es an Ideen und Esprit. In der Defensive reihten sich immer wieder Fehler aneinander, die Rapid sogar zu einer höheren Pausenführung hätte nutzen können.

Die Wiener, die in der Play-off-Runde bereits den englischen Premier-League-Klub Aston Villa aus dem Wettbewerb befördert hatten, präsentierten sich bissiger und zielstrebiger.

Jelavic als Gefahrenherd

Vor allem der bewegliche Jelavic sorgte immer wieder für Gefahr vor dem HSV-Tor. Nach 21 Minuten musste Jerome Boateng einen Schuss des Kroaten für seinen bereits geschlagenen Schlussmann Frank Rost von der Linie kratzen.

Rapids Führung war dann jedoch ein Zufallsprodukt.

Hofmann, der der Jugend des deutschen Rekordmeisters Bayern München entstammt, brachte eine Freistoß-Hereingabe vom linken Flügel gefährlich in Richtung Gäste-Tor und der von Boateng irritierte Rost ließ den Ball ins Netz passieren.

Neun Minuten später erhöhten die Wiener verdient.

Hamburgs Linksverteidiger Dennis Aogo zeigte sich im Zweikampfverhalten gegen Veli Kavlak schwach und Jelavic verwertete die Hereingabe von der rechten Seite aus kurzer Distanz.

Berg vergibt die Möglichkeit

Hamburgs einzige Chance des ersten Durchgangs vergab Marcus Berg, der den schmerzlich vermissten Paolo Guerrero (Kreuzbandriss) nicht annähernd ersetzen konnte, kläglich (26.).

Nach dem Seitenwechsel brachte HSV-Trainer Bruno Labbadia in Jonathan Pitroipa und Guy Demel zwei neue Spieler, am Verlauf der Partie änderte dies jedoch wenig. Die erste gute Chance hatte erneut Rapid. Doch Hofmann scheiterte mit einem Schuss aus rund 16 Metern an Rost (51.).

Die Hamburger zeigten sich zwar leicht verbessert, ein Sturmlauf auf das Rapid-Tor blieb jedoch aus.

Stattdessen erhöhte Drazan auf 3:0. Er traf aus 17 Metern ins Hamburger Tor. In dieser Situation sah HSV-Keeper Frank Rost alles andere als gut aus.

Bei den Platzherren waren die Torschützen Hofmann und Jelavic die Besten. Beim HSV erreichten einzig David Jarolim und Ze Roberto annähernd Normalform.

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