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Thomas Schaaf bestritt für Werder 262 Bundesliga- und 19 Zweitligaspiele © getty

Grün-weiße Glücksgefühle: Nach dem Europa Leage-Sieg durften sich die Bremer Fans über einen ganz besonderen Transport freuen.

München - Erst gezittert, dann gewonnen und am Ende die Fans beglückt: Ausgerechnet auf der fernen Atlantikinsel Madeira kamen sich die Profis von Werder Bremen und ihre Anhänger so nah wie noch nie.

Noch beschwingt vom knappen 3:2 (1:0)-Sieg ihrer Idole gegen CD Nacional Funchal durften die Treuesten der Treuen in grün-weißer Fan-Kutte sogar einige Kilometer im Mannschaftsbus mitfahren, weil die öffentlichen Verkehrsmittel auf der Blumeninsel ihren Dienst bereits eingestellt hatten.

"Das war hier eine ganz besondere Situation, da haben wir natürlich gerne geholfen", kommentierte Geschäftsführer Klaus Allofs den ungewöhnlichen Sammeltransport.

Und so konnte im direkten Gespräch lebhaft darüber diskutiert werden, warum dem deutschen Pokalsieger der erste Sieg in der Gruppenphase der neuen Europa League so schwer gefallen war.

Viele individuelle Fehler

Das Argument, man habe sich wegen des Fehlens von Jung-Nationalspieler Mesut Özil (Kniebeschwerden) gegen die Portugiesen so schwer getan, ließ Trainer Thomas Schaaf jedenfalls nicht gelten.

"Wir haben einen Mannschaftssport, da kommt es auf alle an und nicht nur auf einen Einzelnen", sagte der Coach, der auf seinen Mittelfeldregisseur wahrscheinlich auch in der Bundesliga am Sonntag bei Bayer Leverkusen verzichten muss.

Es waren individuelle Fehler, die den deutschen Pokalsieger fast den fest eingeplanten Sieg gekostet hätten. Schaaf: "Oft waren wir zu passiv oder die Zuordnung stimmte nicht."

Werder vor Mini-Kulisse

So mussten die Hanseaten nach einer scheinbar beruhigenden 2:0-Führung durch Tore von Mannschaftskapitän Torsten Frings (39., Foulelfmeter) und Claudio Pizarro (55.) noch bangen.

Felipe Lopes (68.) und Rafik Halliche (75.) trafen zum Ausgleich, ehe Pizarro mit seinem zweiten Treffer (85.) für die Entscheidung sorgte.

"Beim zweiten Gegentor hatte mein Gegenspieler getroffen, da hatte ich natürlich noch etwas gutzumachen", sagte der Peruaner nach der Partie vor der mageren Kulisse von nur 3082 Zuschauern mit einem Augenzwinkern.

"Es ist schon fast peinlich"

Sportdirektor Allofs war dennoch nicht bereit, ungerührt zur Tagesordnung überzugehen: "Bei beiden Gegentreffern waren wir im Tiefschlaf. Es ist schon fast peinlich, hinterher immer wieder auf die gleichen Fehler hinweisen zu müssen."

Wie zum Beispiel den Umstand, dass die Hanseaten sich zu früh des Sieges sicher waren. "Wir dachten, das Spiel sei schon gelaufen", äußerte Innenverteidiger Naldo zerknirscht und bestätigte damit den Verdacht seines Trainers:

"Die Mannschaft hatte schon den Haken an das Ergebnis gemacht und sich damit selbst in Not gebracht."

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