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Während Rapids Nikica Jelavic (M.) jubelt, zieht Jonathan Pitroipa (r.) von dannen © imago

Die Bundesliga-Höhenflieger stürzen gegen Rapid ab. Österreichs Presse feiert überschwänglich. Labbadia warnt vor Panikmache.

Wien - Frustriert, geschockt und fast ein wenig ungläubig schlichen die Profis des Hamburger SV nach dem Abpfiff in die Kabine des Ernst-Happel-Stadions.

Die Höhenflieger waren abgestürzt. Das peinliche 0:3 (0:2) bei Rapid Wien zum Auftakt der Gruppenphase der Europa League hinterließ Spuren in den Gesichtern.

Nichts war den Hanseaten bei ihrem Gastspiel in der Donau-Metropole gelungen.

90 Minuten liefen sie der Musik hinterher und bekamen vom Österreichs Vizemeister kräftig den Marsch geblasen.

Kaum Positives zu sehen

"Das war eine absolut verdiente Niederlage. Wir waren nicht konsequent und bissig genug, um unser Spiel durchzubringen."

"Aber uns war klar, dass es sehr schwierig wird. Schließlich hatte Rapid in der Playoff-Runde Aston Villa ausgeschaltet", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia, der das Debakel seiner Mannschaft am Spielfeldrand streckenweise mit weit aufgerissenen Augen verfolgt hatte.

Positives war für den Coach kaum zu sehen.

Österreichs Presse euphorisch

Kein Spielwitz, keine Leidenschaft, keine Zweikampfhärte - alle Eigenschaften, die den HSV zuletzt die Tabellenspitze der Bundesliga hatten erstürmen lassen, waren offenbar irgendwo auf der Reise von Hamburg nach Wien verloren gegangen.

In der gezeigten Verfassung ist die angepeilte Endspielteilnahme am 12. Mai 2010 im eigenen Stadion nicht nur rund acht Monate, sondern eher Lichtjahre entfernt.

In Österreichs Presse wurde das 3:0 am Freitag überschwänglich gefeiert. "Sensationssieg", "Traumstart" und "märchenhaft" waren die immer wiederkehrenden Schlagworte.

"So dürfen wir uns nicht präsentieren"

"Rapid fertigt HSV mit 3:0 ab", brachte die "Wiener Kronenzeitung" das Geschehene auf den Punkt und dürfte die Stimmung bei den Hamburgern am Frühstückstisch weiter verschlechtert haben.

"So dürfen wir uns nicht präsentieren. Das war eine ganz schlechte Leistung", meinte HSV-Abwehrchef Joris Mathijsen und richtete den Blick umgehend auf das Punktspiel am kommenden Sonntag bei Eintracht Frankfurt (ab 15.15 Uhr LIVE).

"Es ist gut, dass wir gleich die nächste Aufgabe vor uns haben. Da können wir beweisen, dass wir es besser können."

Hofmann der überragende Mann

Kapitän David Jarolim ergänzte: "Wir müssen nun den Mund abwischen und in den nächsten Spielen wieder engagierter zu Werke gehen."

Vor 49.850 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion stellte besonders Rapid-Regisseur Steffen Hofmann die Hamburger immer wieder vor unlösbare Probleme.

Der gebürtige Würzbürger, der der Jugend von Bayern München entstammt und sich 2006 ein halbes Jahr erfolglos bei 1860 München versucht hatte, brachte die Wiener nach 35 Minuten in Führung.

Gegen Tel Aviv unter Druck

Begünstigt durch das desolate Abwehrverhalten der Gäste sorgten Nikica Jelavic (44.) sowie Christopher Drazan (76.) für den Endstand und setzten den HSV vor dem zweiten Gruppenspiel am 1. Oktober gegen Hapoel Tel Aviv gehörig unter Druck.

Die Israelis bezwangen den schottischen Vizemeister Celtic Glasgow um Nationalspieler Andreas Hinkel in der Parallelbegegnung überraschend mit 2:1 (DATENCENTER: Europa League).

Wiedergutmachung gegen die Eintracht?

"Uns war klar, dass die Gruppe schwieriger ist, als mancher Beobachter gedacht hat", sagte Labbadia: "Aber wir werden jetzt nicht alles schlecht reden, sondern wieder aufstehen. Wir gehen gestärkt aus der Partie hervor."

Ob diese Ausführungen Kampfansage oder Durchhalteparole sind, wird sich schon am Sonntag zeigen. "Gegen Frankfurt wollen wir gleich zeigen, dass das Spiel in Wien nur ein Ausrutscher war", sagte Stürmer Mladen Petric.

National ist der HSV in der laufenden Saison noch ungeschlagen.

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