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Pal Dardai spielt seit Ende 1996 in Berlin und ist damit der dienstälteste Hertha-Profi © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Herthas Pal Dardai über die Entlassung von Lucien Favre und die Folgen sowie das Spiel in Lissabon.

Von Guido Huber

München/Lissabon - Die Situation bei Hertha BSC könnte derzeit schlechter nicht sein.

Letzter in der Liga, ganze drei Punkte aus sieben Spielen und die meisten Gegentore in der Liga.

Die Entlassung von Lucien Favre am Montag war die Konsequenz, auch weil der Riss zwischen Mannschaft und Trainer am Ende nicht mehr zu kitten war.

Vor allem am zuletzt formschwachen Kapitän Arne Friedrich gab es deshalb harte Kritik.

Kapitän wehrt sich

Nun wehrt sich der Kapitän. "Was da läuft, ist eine Sauerei", sagte er dem "kicker". "Ich habe noch nie gegen Trainer gespielt."

Pal Dardai will sich zu den Vorwürfen gar nicht mehr äußern und im Interview mit Sport1.de lieber nach vorne blicken.

Darin spricht der dienstältesteste Hertha-Profi über die Trainersuche, bei der Friedhelm Funkel der Favorit ist, das Europa-League-Spiel bei Sporting Lissabon (ab 20.50 Uhr LIVE) und das Duell am Samstag gegen Spitzenreiter Hamburger SV.

Sport1.de: Herr Dardai, noch vor zwei Wochen gaben sie sich im Sport1.de-Interview vor den kommenden Aufgaben optimistisch. Doch daraus wurde nichts. Wie ernst ist die Situation?

Dardai: Wir haben jetzt zwei schwierige Spiele vor uns, da dürfen wir uns nicht mehr damit beschäftigen was in der Vergangenheit war, sondern müssen die Köpfe frei kriegen. Wir müssen ganz einfach professionell für unseren Job leben und geradeaus Fußball spielen. Das ist das Wichtigste.

Sport1.de: Zahlreiche Kandidaten sind als Nachfolger von Lucien Favre im Gespräch. Welche Art von Trainer braucht der Verein jetzt?

Dardai: Wenn unser Manager Michael Preez mich fragt, werde ich ihm sicher meine Meinung sagen. Ich habe da natürlich meine Ideen. Ich glaube aber, dass Michael Preez den Trainer sehr gut auswählen wird. Dafür schätze ich ihn auch intelligent genug ein. Jetzt ist erstmal wichtig, dass Interims-Trainer Karsten Heine für diese zwei Spiele gute Arbeit leistet.

Sport1.de: Wäre in der jetzigen Situation nicht ein erfahrener Coach wichtig, der eine solche Situation kennt?

Dardai: Wir hatten ja mit Favre schon einen erfahrenen Trainer. Nach Falko Götz' Entlassung hat Favre in der damaligen Situation sehr gute Arbeit geleistet. Für die kommenden zwei Spiele haben wir eine gute Lösung gefunden. Was danach kommt soll das Präsidium mit den Spielern entscheiden.

Sport1.de: Ist in der derzeitigen Situation das Spiel in Lissabon eher hilfreich oder eine zusätzliche Belastung?

Dardai: Wir werden das Spiel total ernst nehmen. Es stimmt nicht das wir, wie einige sagen, nur so dahin fahren. Es gibt zwar leider einige verletzte Spieler, aber wir werden alles geben. Das wollen die Fans und das will auch Karsten Heine. Ich stehe dazu, für uns ist im Moment auch ein Unentschieden schön. Wir fangen jetzt neu an. Letztendlich gibt man die Antwort immer auf dem Platz.

Sport1.de: Sporting ist eine sehr spielstarke Mannschaft. Wie kommt man gegen diesen Gegner am besten zum Erfolg?

Dardai: Das wichtigste ist Teamgeist. Wir müssen alle zusammen gut verteidigen, den Ball erobern und dann schnell kontern. Das ist das Mittel zum Erfolg, denn dann werden wir auch automatisch einige Torchancen haben. Da ist es für uns vielleicht gar nicht schlecht, dass eine spielstarke Mannschaft kommt, die versucht schönen Fußball zu spielen. Aber erstmal müssen wir uns alle steigern.

Sport1.de: Auch danach kommen mit Hamburg und Leverkusen spielstarke Mannschaften auf Hertha zu. Kann man trotz der Situation zum Favoritenschreck werden?

Dardai: Der HSV ist momentan die beste Mannschaft in der Liga. Aber in dieser Phase ist es sogar noch besser für uns, wenn ein Top-Team kommt. Denn eins ist klar: Für uns zählt jeder kleine Erfolg. Sogar wenn man ein Tor schießt oder ein Unentschieden gelingt. Wenn wir gegen Hamburg punkten haben wir knapp zwei Wochen Zeit, um mit einem positiven Signal weiterarbeiten zu können.

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