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Nemanja Pejcinovic (o.) und Cesar bleiben mit der Hertha glücklos © imago

Ein abgefälschter Distanzschuss besiegelt die Berliner Niederlage bei Sporting Lissabon. Dem Ausgleich steht das Gebälk im Weg.

Lissabon - Hertha BSC hat auch ohne Lucien Favre die sportliche Talfahrt fortgesetzt.

Drei Tage nach der Entlassung ihres Trainers verloren die Berliner trotz verbesserter Leistung am 2. Spieltag der Gruppenphase in der Europa League bei Sporting Lissabon 0:1 (0:1).

Das Bundesliga-Schlusslicht blieb damit auch unter Interimscoach Karsten Heine im neunten Pflichtspiel in Folge ohne Sieg und hat im Kampf um den Einzug in die Zwischenrunde wichtigen Boden eingebüßt.

Vor 16.197 Zuschauern im Stadion Jose Alvalade erzielte Adrien Silva (18.), der in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz musste, mit einem abgefälschten Distanzschuss das "Tor des Tages" und sicherte Sporting im 17. Anlauf den ersten Sieg im Europapokal gegen eine deutsche Mannschaft.

Die Portugiesen behaupteten mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel zudem die Tabellenführung der Gruppe D.

Für Hertha hingegen wird das Erreichen der Zwischenrunde in der Europa League immer mehr zur Zitterpartie. Im ersten Gruppenspiel hatten die Hauptstädter beim 1:1 zu Hause gegen die Letten vom FK Ventspils enttäuscht.

"Wir haben sehr konzentriert gearbeitet und hatten mehr Sicherheit in der Abwehr. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Die nötige Ruhe hat gefehlt, daran werden wir arbeiten."

Dardai fälscht unglücklich ab

Dank einer gehörigen Portion Glück gelang den Gastgebern die Führung. Den 20-m-Schuss von Adrien Silva, der in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte sah, fälschte Herthas Routinier Pal Dardai unhaltbar für Keeper Sascha Burchert zum 0:1 ab.

Vor und nach dem Gegentor spielten die Berliner munter mit und besaßen durch Distanzschüsse von Artur Wichniarek (19.), Raffael (28.) und Gojko Kacar (35.) gute Szenen im Angriff.

Zur zweiten Halbzeit kam bei Berlin Lukasz Piszczek für Adrion Ramos. Der Pole ging ins Mittelfeld, dafür orientierte sich Raffael in den Sturm. Gefährlicher blieben zunächst die Gastgeber.

Burchert aufmerksam

Bei einem Schuss von Simon Vukcevic musste Herthas aufmerksamer Keeper Burchert seine ganze Klasse aufbieten. In der 60. Minute hatte Raffael per Distanzschuss den Ausgleich auf dem Fuß. Kurz darauf wurde dem Brasilianer ein Elfmeter verweigert.

Pech hatten die Berliner in der Schlussphase (89.), als Christoph Janker mit einem Fernschuss nur die Latte traf. Karsten Heine, der nach der Entlassung von Lucien Favre erst am Dienstag das Training bei der "Alten Dame" übernommen hatte, überraschte mit einer offensiven Startaufstellung.

In Ramos und Wichniarek setzte er auf zwei Stürmer. In der Innenverteidigung kam neben Steve von Bergen der Brasilianer Kaka überraschend zum Einsatz. Im offensiven Mittelfeld durfte Neuzugang Cesar ran.

Youngster später eingeflogen

Bei Hertha waren kurzfristig Kapitän Arne Friedrich (Bluterguss im Oberschenkel) und Marc Stein ausgefallen. Stein musste aus familiären Gründen am Donnerstag nach Berlin zurückreisen. Für ihn wurde der 18-jährige Fanol Perdedaj nachträglich eingeflogen.

Bei den Berliner gefielen Gojko Kacar und Raffael durch Einsatzfreude, bei den Gastgebern verdienten sich Torschütze Adrien Silva und Caicedo die Bestnoten.

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