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Kapitän Arne Friedrich (r.) wechselte 2002 von Arminia Bielefeld zu Herta BSC Berlin © getty

Nach der Heerenveen-Niederlage ist der Hertha-Anhang mit der Geduld am Ende. Friedhelm Funkel bemüht sich zu vermitteln.

Berlin - Die Talfahrt hält unvermindert an, die Erklärungen der Spieler und Verantwortlichen gleichen sich Woche für Woche aufs Wort, nur die Fans zeigen eine Reaktion:

Nach der siebten Pflichtspielniederlage in Folge machten viele der treuesten Anhänger von Hertha BSC Berlin deutlich, dass sie den Kurs des sportlichen Zerfalls nicht wortlos mittragen werden.

"Wir haben die Schnauze voll", rief ein Großteil der nur noch 13.134 Fans, die im 70.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion die 0:1 (0:1)-Blamage in der Europa League gegen den SC Heerenveen verfolgt hatten.(DATENCENTER: Europa League)

Wichniarek von Fans verhöhnt

Zu welch skurrilem Schauspiel die Anhänger in der Lage sind, zeigte sich bei der Auswechslung von Artur Wichniarek. Der Verbleib des glück- und torlosen Polen in der Kabine zur zweiten Halbzeit wurde lauthals bejubelt.

Ein Akt, der den betroffenen Spieler und seinen Trainer gleichermaßen schockieren müsste.

Herthas Coach Friedhelm Funkel wollte dennoch das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans nicht als gestört bezeichnen. "Da wird viel getan. Die Spieler sprechen oft mit den Anhängern", sagte Funkel, der in seinem dritten Spiel die dritte Pleite kassierte.

Und auch Kapitän Arne Friedrich wiegelte ab: "Klar, dass die Fans frustriert waren. Doch sie haben uns heute auch unterstützt."

Ebert verärgert Funkel

Trainer und Mannschaft stellten bei ihren Analysen lieber die "guten Ansätze" in den Vordergrund. Anders als beim 0:3 in Nürnberg habe die Mannschaft alles dafür getan, sich ein Erfolgserlebnis zu erarbeiten", meinte Funkel.

Und Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger sagte: "Wir haben eigentlich nur wenig Chancen zugelassen." Eine davon führte jedoch zum Siegtreffer für den niederländischen Pokalsieger durch Hernan Losada (36.).

Verärgert reagierte Funkel auf die Gelb-Rote Karte für Patrick Ebert in der Verlängerung wegen Ballwegschlagens. "Das war die falsche Entscheidung. Jetzt fehlt er uns im nächsten Spiel", so Funkel.

Fraglich ist, ob das Bundesliga-Schlusslicht bei nur einem Punkt aus drei Spielen tatsächlich noch ernsthaft an ein Weiterkommen glaubt. Am 5. November geht es mit dem Rückspiel in Heerenveen in der Europa League weiter.

In der Liga wartet der Meister

Wichtiger als die europäische Bühne ist für die "Alte Dame" die Situation in der Bundesliga. Bereits am Sonntag (ab 15 Uhr LIVE) kommt der deutsche Meister VfL Wolfsburg ins Olympiastadion.

Sollten die Berliner erneut verlieren, wäre die neunte Liga-Pleite in Folge perfekt. "Wir müssen irgendwie gewinnen. Am besten stellen wir uns 90 Minuten hinten rein und schießen in der Verlängerung ein Tor", sagte Lustenberger.

Wer stürmt gegen die Wölfe?

Gespannt sein darf man auf die Rotation von Funkel, dessen Umstellungen bislang noch nicht die gewünschten Effekte brachten. Neben den üblichen Defensiv-Problemen mangelte es gegen Heerenveen auch vorne wieder an Durchschlagskraft.

Der erst 19 Jahre alte Sascha Bigalke erwies sich in seinem ersten Spiel von Beginn trotz guter Ansätze noch nicht als Verstärkung. Im Sturm war der Kolumbianer Adrian Ramos auf sich allein gestellt.

Wer soll gegen Wolfsburg neben ihm stürmen? Raffael war zuletzt harmlos, und für Wichniarek könnte ein Einsatz zum Spießrutenlauf werden.

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