vergrößernverkleinern
David Jarolim (Mitte) wird von einem Ordner gehindert, sich bei den Fans zu bedanken © getty

Nach dem 1:0-Triumph gegen Celtic Glasgow erzürnen die schottischen Ordner und Polizisten Bruno Labbadia und den Hamburger SV.

Hamburg - Sie hatten Celtic Glasgow bezwungen, einen großen Schritt in Richtung Zwischenrunde der Europa League gemacht und ihrem Verletzungspech erfolgreich getrotzt.

Der härteste Gegner sollte auf die Profis des Hamburger SV aber noch warten:

Als die Spieler und Trainer Bruno Labbadia den 1:0 (0:0)-Triumph beim schottischen Vizemeister nach dem Abpfiff mit den rund 3000 mitgereisten Fans feiern wollten, stellten sich ihnen zahlreiche Polizeibeamte und Ordner entgegen.

Die Party vor der Kurve fiel aus. (DATENCENTER: Europa League)

Labbadia entzürnt

"Das war schon sehr eigenartig. Die Mannschaft hat sich total normal verhalten", meinte Labbadia, der sich noch auf dem Feld ein hitziges Wortgefecht mit dem Stadionpersonal geliefert hatte.

"Wir wollten uns nur kurz bei den Zuschauern bedanken, die die weite Reise auf sich genommen und uns während des Spiels viel Kraft gegeben haben. Man wird sich ja wohl noch freuen dürfen."

Nachdem sich die Spieler in gewohnter Manier vor die Fankurve gesetzt hatten, waren die Schotten sogar von einem Sitzstreik ausgegangen.

Kompliment für die Teamleistung

Beim Blick auf das Ergebnis und die Leistung seines Teams verrauchte der Ärger des Coaches jedoch schnell.

"Die Mannschaft hat sich ein Riesen-Kompliment verdient und kann stolz auf sich sein. Wir haben unglaublich geschlossen agiert", lobte der Trainer:

"Nun haben wir eine gute Ausgangsposition für die noch ausstehenden Spiele und alles selbst in der Hand. Das ist ein gutes Gefühl."

Celtic mit schwacher Chancenverwertung

Mit sechs Zählern liegen die Hamburger hinter den punktgleichen Israelis von Hapoel Tel Aviv auf Rang zwei der Gruppe C.

Auf Platz drei folgt Österreichs Rekordmeister Rapid Wien (4 Punkte), Celtic (1 Punkt) ist abgeschlagener Vierter.

Dabei wäre für die Schotten gegen den HSV bei besserer Chancenverwertung durchaus mehr möglich gewesen. Die Hanseaten hielten von 45.000 Zuschauern im Celtic Park aber mit großem Kampf dagegen.

Zum Sieggaranten avancierte am Ende ausgerechnet der zuletzt arg gescholtene Millioneneinkauf Marcus Berg, der in der 63. Minute das Tor des Tages erzielte und seine Kritiker damit vorerst verstummen ließ.

Berg der Matchwinner

"Ich freue mich sehr für Marcus. Wir wollten ihn in Ruhe aufbauen. Das war nach den Verletzungen von Paolo Guerrero und Mladen Petric aber nicht möglich", meinte Labbadia.

"Er stand also unter großem Druck und hat nun die beste Antwort gegeben. Er war einer unserer Matchwinner."

Berg, der vor der Saison als Torschützenkönig der U21-EM für rund zehn Millionen Euro vom FC Groningen gekommen war, zeigte sich ebenfalls erleichtert.

"Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Dass ich das Tor gemacht habe, ist natürlich schön, aber nicht entscheidend. Viel wichtiger war, dass wir als Team funktioniert haben", sagte der Schwede.

Im Europacup wie aufgedreht

In der Bundesliga war er bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben, aber zumindest im Europacup scheint er immer besser in die Spur zu finden. Der Treffer in Glasgow war bereits sein drittes Tor in der Gruppenphase.

Labbadia hofft nun, dass die "Berg-Tour" auch national weitergeht.

Am Sonntag (ab 17 Uhr LIVE) steht für den Tabellenzweiten das Bundesliga-Spitzenspiel beim Dritten Schalke 04 auf dem Programm.

"Das wird wieder eine sehr schwierige Partie. Glasgow war ein tolles Erlebnis, aber jetzt gilt die volle Konzentration dem Schalke-Spiel. Die Spieler haben schon kurz nach dem Abpfiff über die Begegnung gesprochen."

Celtic-Coach unter Druck

Redebedarf dürfte aus anderen Gründen auch bei Celtic bestehen.

"Ich muss die Qualität meiner Mannschaft in Frage stellen. Die Spieler müssen zeigen, dass sie gut genug für diesen Verein sind", schimpfte Tony Mowbray.

Der Trainer, der auf den wieder genesenen deutschen Nationalspieler Andreas Hinkel verzichtete, gerät zunehmend selbst unter Druck: "Mir ist klar, dass auch ich nur an Ergebnissen gemessen werde."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel