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Doppeltorschütze Domowtschiski hatte erheblichen Anteil am Hertha-Sieg © getty

In der Nachspielzeit schießt der Stürmer Hertha zum Sieg in Heerenveen, wahrt die Chance aufs Weiterkommen. Domowtschiski glänzt.

Heerenveen - Waleri Domowtschiski und Artur Wichniarek haben der kampfstarken B-Elf von Hertha BSC Berlin die Chance auf den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League erhalten. Das Sturm-Duo sorgte mit seinen Toren für den 3:2 (1:2)-Erfolg der Hertha in der niederländischen Provinz beim SC Heerenveen und belohnte die Energieleistung des Bundesliga-Schlusslichts, das den ersten Sieg nach zuvor 12 Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis feierte. (DATENCENTER: Europa League)

Domowtschiski glich die Führung der Gastgeber zweimal aus (21. und 52.), Wichniarek erzielte in der Nachspielzeit den umjubelten Siegtreffer (90.+1).

Es war das erste Tor des Angreifers im 13. Spiel nach seiner Rückkehr aus Bielefeld. Domowtschiski hatte noch Pech mit einem Pfostenschuss (61.).

"Das ist eine Befreiung"

"Wir gehen als verdienter Sieger vom Platz. Die Mannschaft hat an sich geglaubt. Wir sind hohes Risiko gegangen", sagte Trainer Friedhelm Funkel.

"Wir haben das Ziel, auch nach diesem Spiel noch die Chance auf Platz zwei zu haben, erreicht. Ich hoffe, dass dieser Sieg uns einen Schub gibt", meinte der Coach.

"Das ist eine Befreiung. Die Mannschaft hat dieses Gefühl gebraucht", sagte Manager Michael Preetz. "Ein Sieg gibt immer Selbstvertrauen und das nehmen wir natürlich mit, für das schwere Spiel am Sonntag gegen Köln."

Chance auf K.o.-Runde

Drei Tage vor dem Kellerduell in der Liga präsentierte sich das auf fünf Positionen veränderte Team von Trainer Friedhelm Funkel kämpferisch zwar deutlich verbessert, aber vor allem in der Defensive zunächst stark verunsichert.

Vor den abschließenden beiden Spielen der Gruppe D liegt die Hertha mit Heerenveen und Ventspils gleichauf und kämpft um den Platz für die Zwischenrunde.

Rutschpartie in Heerenveen

Aus Berliner Sicht war das 84. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte zunächst so trist wie das Wetter am nahen Ijsselmeer.

Durch stundenlangen Regen war der Rasen in Heerenveens "Schmuckkästchen" Abe-Lenstra-Stadion stark aufgeweicht, aber nur die Hertha tat sich schwer.

Mit falschem Schuhwerk wurde das Spiel zu einer Rutschpartie, in der ersten Halbzeit wurden die Gäste vom ehemaligen Bundesliga-Stürmer Michal Papadopulos (3./36.) zweimal kalt erwischt.

Früher Rückstand

Zwei Minuten und 57 Sekunden dauerte es, bis die zunächst desolate Hertha vor 18.000 Zuschauern zurücklag.

Papadopulos nutzte beim ersten Eckball einen Stellungsfehler von Maximilian Nicu und schob aus fünf Metern ein.

Die 300 unverdrossenen Anhänger, die die 650 km lange Reise aus Berlin in die Niederlande angetreten hatten, ließen ihren Frust raus. Feuerwerkskörper wurden gezündet, im Block brannte eine niederländische Fahne.

Torflaute beendet

Die Stimmung besserte sich erst, als Domowtschiski das Bundesliga-Schlusslicht zurück ins Spiel brachte. Artur Wichniarek ließ bei einem Laufduell Heerenveens Kapitän Michel Breuer stehen und bediente den Bulgaren mustergültig (21.). Es war das erste Tor der Berliner seit 462 Minuten.

In der 26. Minute hatte Nicu sogar das 1:2 auf dem Fuß, stattdessen traf Papadopulos per Kopf erneut (36.).

Wichniarek mit Entscheidung

In der zweiten Hälfte stand plötzlich eine kampf- und willensstarke Berliner Mannschaft auf dem Platz, die sich den erneuten Aussgleich redlich verdiente und anschließend sogar das bessere Team war. Neben Domowtschiskis Pfostentreffer hatten die Gäste durch Joker Raffael, der lange für den Abstiegskampf geschont wurde, weitere Chancen.

Domowtschiski, stets gefährlich und anspielbereit, war bei Eiseskälte mit Abstand der beste Hertha-Spieler.

Zudem überzeugte Wichniarek, der das 1:1 und 2:2 vorbereitete und das 3:2 selber erzielte.

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