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Hamburgs Eljero Elia (l.) gewinnt das Kopfball-Duell mit Celtics Lee Naylor © getty

Die blasse Nullnummer gegen Celtic lässt in Hamburg ungewohnte Bescheidenheit einkehren. Guerrero und Petric fehlen enorm.

Hamburg - Als die Nachricht von der 0:3-Pleite von Rapid Wien gegen Hapoel Tel Aviv die Runde gemacht hatte, hellten sich die Mienen beim Hamburger SV wieder etwas auf.

Die glanzlose Nullnummer gegen das kompakt verteidigende Celtic Glasgow wurde so zu einem Punktgewinn, das Glas ist halbvoll statt halbleer.

Mit einem Sieg im nächsten Gruppenspiel am 2. Dezember gegen die Österreicher wäre die K.o.-Runde der letzten 32 vorzeitig erreicht. (DATENCENTER: Europa League)

"Wir haben alles selbst in der Hand", weiß Mannschaftskapitän David Jarolim.

Guerrero und Petric fehlen sehr

Auch Trainer Bruno Labbadia versuchte, eher das Positive zu sehen. "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen", sagte der 43-Jährige. "Unser einziges Manko war die fehlende Durchschlagskraft vor dem Tor. Im Abschluss fehlte uns die nötige Präzision."

Der Ausfall der dauerverletzten Torjäger Paolo Guerrero und Mladen Petric ist eben doch nicht auf Dauer zu kompensieren.

Das muss auch Labbadia feststellen. Marcus Berg hat zwar schon wichtige Tore geschossen, ihm fehlt aber die Konstanz in seinen Leistungen.

Berg und Pitroipa schwach

Gegen Celtic hätte der Schwede in der zweiten Minute frei stehend treffen müssen, scheiterte aber am Torwart. Sein Angriffspartner Jonathan Pitroipa ist schnell und dribbelstark, aber vor dem Tor vollkommen ungefährlich.

So ist der Verein jetzt beim "Durchwurschteln" bis zur Winterpause angelangt, von dem Klubchef Bernd Hoffmann bereits vor vier Wochen nach der Verletzung von Petric sprach.

Seit dem Ausfall des Kroaten gelang dem HSV in fünf Spielen nur ein Sieg, das 1:0 im Hinspiel gegen Celtic.

Auch ohne Boateng und Demel

Neben den drei langzeitverletzten Verteidigern Alex Silva, Collin Benjamin und Bastian Reinhardt fielen gegen die Schotten in der Defensive auch Jerome Boateng und Guy Demel aus, deren Einsatz am Sonntag (15.30 Uhr LIVE) bei Hannover 96 ebenfalls unsicher ist.

Die eigentlich vorgesehene Rotation ist fast unmöglich. Profis wie Eljero Elia, Piotr Trochowski und zuletzt sogar Ze Roberto wirken angesichts der Dauerbelastungen nicht mehr so frisch, wie zu Beginn der Saison.

So war es schwer, den dichten Abwehrriegel der Gäste zu knacken, die die Räume dicht gemacht und auf Konter gewartet haben.

Rost rettet in höchster Not

"Das war unsere beste Leistung in der Europa League", sagte Celtic-Trainer Tony Mowbray. Und hätte HSV-Keeper Frank Rost nicht zweimal großartig gegen Scott McDonald (17., 26.) pariert, hätten die Briten sogar gewinnen können.

"Wir können mit dem Punkt leben", stellte Labbadia folgerichtig fest. Die Ansprüche sind eben kleiner geworden - und realistischer.

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