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Marcell Jansen wechselte 2008 vom FC Bayern zum Hamburger SV © imago

Im Sport1.de-Interview spricht der 24-Jährige über die Stimmung beim HSV vor dem Spiel gegen Wien, den Gegner und das Pech.

Von Christian Paschwitz

München - Am Mittwoch meldeten sich auch Eljero Elia und Tunay Torun ab.

Beim morgendlichen Belastungstest waren die Schmerzen einfach zu groß.

Prellungen machen den beiden Offensivspielern des Hamburger SV zu schaffen.

Einsatz im Gruppenspiel der Europa League gegen Rapid Wien (ab 20.50 Uhr LIVE) ist unmöglich. Die Ausgangslage ist vor dem vorletzten Spieltag klar (DATENCENTER: Europa League).

Mit einem Sieg qualifizieren sich die Hanseaten direkt für die nächste Runde.

Bei einem Unentschieden braucht der HSV im abschließenden Spiel bei Hapoel Tel Aviv (17. Dezember) einen Punkt, bei einer Niederlage kann er aus eigener Kraft nicht mehr die K.o.-Runde erreichen.

Elf Akteure im Lazarett

Elf Spieler im Wert von rund 60 Millionen Euro befinden sich insgesamt im HSV-Lazarett oder sind zumindest nicht vollständig fit.

Zudem herrschte Zoff mit Jerome Boateng.

"So eine Personalmisere habe ich noch nie erlebt", stöhnte Trainer Bruno Labbadia.

Alle seriösen Planungen aus dem Sommer sind längst über den Haufen geworfen.

Grünes Licht für einen Einsatz gaben immerhin die zuletzt ebenfalls angeschlagenen Guy Demel, David Jarolim und Jonathan Pitoipa.

Eine weitere positive Ausnahme ist Marcell Jansen, der in der Vorbereitung und zu Saisonbeginn fehlte, seit vier Wochen aber wieder zurück ist.

Jansen ein Lichtblick

Der Nationalspieler nähert sich schrittweise seiner Bestform und hat als Mitglied im 30er-Kader von Bundestrainer Joachim Löw die WM in Südafrika noch fest im Visier.

Im Sport1.de-Interview spricht der 24-Jährige über die Stimmung an der Elbe, den Gegner und das unsägliche Pech.

Sport1.de: Herr Jansen, mit einem Sieg wäre Hamburg vorzeitig weiter. Zählt Ihr Wort im Team nun ganz besonders, um ein "Endspiel" bei Hapoel Tel Aviv zu verhindern?

Marcell Jansen: Jeder bei uns im Kader weiß um die Ausgangslage. Mit einem möglichen "Endspiel" in Tel Aviv beschäftigen wir uns aber nicht. Wir wollen gegen Rapid den Sprung in die Zwischenrunde schaffen.

Sport1.de: Lastet auf dem HSV momentan so etwas wie ein Fluch der Schluss-Viertelstunde? Gleich fünfmal wurde nun der mögliche Erfolg auf dem letzten Meter verspielt...

Jansen: Es ist ärgerlich, dass uns das jetzt schon öfters passiert ist. Wir müssen daran arbeiten, dass wir unsere Möglichkeiten besser nutzen beziehungsweise ausspielen. In Mainz zum Beispiel hatten wir genügend gute Szenen, als es noch 1:0 für uns stand.

Sport1.de: Hätte die Mannschaft ohne das arge Verletzungspech womöglich keine vier Siege verplempert?

Jansen: Fakt ist, dass wir die Spiele gegen Gladbach, in Hannover, gegen Bochum und eben auch in Mainz genauso hätten für uns entscheiden können. Und es nützt nichts zu lamentieren, dass wir so viele Verletzte haben. Natürlich ist es schwer, so viele Ausfälle zu kompensieren. Doch jetzt sind eben andere Spieler gefragt.

Sport1.de: Seit sechs Ligaspielen wartet der HSV nun schon auf einen Sieg. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass in der Europa League die Wende kommt?

Jansen: Ich freue mich wahnsinnig auf die Partie. Unser Stadion ist voll, die Stimmung wird bestens sein. Und mit einem Sieg können wir den nächsten Schritt in die Zwischenrunde machen. Wir haben es also selber in der Hand und wollen unbedingt gewinnen. Natürlich müssen wir aufpassen. Wie gefährlich Rapid ist, wissen wir.

Sport1.de: Mladen Petric sitzt heute wieder auf der Bank. Wie hilfreich wäre es, wenn er sein Comeback gibt?

Jansen: Es wäre für die Mannschaft gut, aber sicher auch für Mladen. Denn die letzte, entscheidende Frische holt man sich in den Spielen. Und ich hoffe natürlich, dass er möglichst schnell wieder wichtige Tore für uns erzielt.

Sport1.de: Sie selbst hatten beim blamablen 0:3-Hinspiel gegen Rapid Wien gefehlt. Was erwarten Sie persönlich von dem Duell mit den Österreichern?

Jansen: Rapid wird sicher nicht von Beginn an stürmen, sondern aus einer geordneten Defensive agieren wollen. Wir müssen wach sein und aufpassen, dass wir keine einfachen Ballverluste haben und in Konter laufen. Grundsätzlich erwarte ich ein spannendes Spiel mit viel Kampf. Und eben eine tolle Stimmung.

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