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Mladen Petric fiel nach einer Knöchel-OP rund acht Wochen aus. © getty

Labbadias Konzept geht gegen Rapid auf. Petric wird gefeiert, das Selbstbewusstsein und die Vorfreude auf Hoffenheim wachsen.

Von Daniel Rathjen

München - Die Spannung war groß.

Das war nicht nur am Dienstag zu spüren, als Coach Bruno Labbadia Jerome Boateng vorzeitig zum Duschen geschickt hatte.

Gegen Rapid Wien spielte er trotzdem. Solide 180582(die Bilder).

Und nach dem souveränen 2:0 (0:0) gegen die Österreicher herrscht Erleichterung beim Hamburger SV.

Der Traditionsklub hat die nächste Hürde auf dem Weg zum Europa-League-Finale im eigenen Stadion genommen.

Die vorzeitige Qualifikation für die K.o-Runde der besten 32 Mannschaften ist sicher (DATENCENTER: Europa League).

In der letzten Partie können die Hanseaten nun bei Hapoel Tel Aviv am 17. Dezember sogar Platz eins verteidigen.

Labbadia lobt Moral

Die Israelis verloren bei Celtic Glasgow mit 0:2 und liegen nun mit 9 Punkten hinter dem HSV (10).

"Wir wussten lange nicht, wen wir letztendlich aufbieten konnten, mussten das System umstellen. Die Mannschaft hat sehr diszipliniert agiert und eine tolle Moral bewiesen", lobte Labbadia im Anschluss.

Nationalspieler Piotr Trochowski sagte: "Uns war klar, dass wir geduldig spielen müssen, so hat uns der Trainer vor der Partie eingestellt."

Und fügte an: "Er hat Recht behalten, es war die richtige Marschroute, den Gegner permanent unter Druck zu setzen und dann die Fehler auszunutzen."

Jansen bester Mann

Das geschah konsequent: Der beste Mann auf dem Platz, Marcell Jansen, in der 47. Minute und Marcus Berg (53.) mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung sorgten für die Treffer.

Die Tore linderten den Schmerz aus zuvor sechs sieglosen Spielen.

Jansen brachte es mit seiner Analyse auf den Punkt: "Das war ein hartes Stück Arbeit, aber wir sind es richtig angegangen und haben uns belohnt", sagte er.

"Dass ich ein Tor beisteuern konnte, ist für mich umso schöner. Gerade bei dieser unglaublichen Stimmung im Stadion, das war Europapokal pur. Einfach geil!"

Berg ergänzte: "Wir haben den Sieg verdient, weil wir gegen einen defensiv starken Gegner stets die Geduld bewahrt und im richtigen Moment eiskalt zugeschlagen haben."

Zehn Spieler waren ausgefallen, immerhin hatten sich Guy Demel und Kapitän David Jarolim nach Magen-Darm-Problemen rechtzeitig gesund gemeldet.

Tesche gefällt sich auf der "10"

Labbadia ließ ein 4-2-3-1-System spielen mit Berg als einzigem Stürmer. Das hatte es in dieser Form an der Elbe in dieser Saison vorher noch nie gegeben.

"Mit Blick auf unsere Ersatzbank wurde klar - ich hatte keine andere Wahl", blickt der Ex-Leverkusener zurück.

Zum Nutznießer der neuen Variante wurde Robert Tesche. Er definiert die optimale Position für sich als Spielgestalter hinter den Spitzen.

Auch Tomas Rincon, dessen Leihvertrag zum Jahresende ausläuft, gab im defensiven Mittelfeld eine ernsthafte Bewerbung ab.

Jetzt kann Hoffenheim kommen

"Ich habe mich als offensiver Mittelfeldspieler sehr wohl gefühlt", resümierte Tesche. Er richtete jedoch auch den Blick gleich wieder nach vorne.

"Wir dürfen uns auf dem Sieg jetzt nicht ausruhen. Jetzt muss gleich wieder die Konzentration auf das Spiel gegen Hoffenheim gerichtet werden", betonte er.

1899 sitzt den "Rothosen" dicht im Nacken. Ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze wäre wertvoll.

Petric von Beginn?

Ein Hoffnungsträger ist Mladen Petric. Gegen Wien gehörte der Torjäger nach achtwöchiger Pause wegen einer Sprunggelenksverletzung wieder zum Kader.

Frenetischer Jubel kam auf, als der Kroate dann in der 76. Minute eingewechselt wurde.

Schon beim FSV Mainz 05 (1:1) hatte er mitwirken wollen. Das Signal an die Kollegen blieb allerdings aus, da ihn eine Magen-Darm-Grippe außer Gefecht setzte.

Nun ist er vielleicht sogar ein Kandidat für die Startformation gegen Hoffenheim. Dann sind auch David Rozehnal, Eljero Elia und Tunay Torun wieder fit.

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