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Erst Torschütze, dann mit einem Fauxpas: Herthas Raffael (l.) sah Gelb-Rot © imago

Nach 13 sieglosen Liga-Spielen kann Berlin zumindest europäisch noch siegen. Von Befreiungsschlag spricht aber niemand.

Riga/Berlin - Das Glücksgefühl wollte sich bei Hertha BSC nicht so recht einstellen.

Die katastrophale Misserfolgsserie von 13 Bundesliga-Spielen ohne Sieg hat die Berliner offenbar Demut gelehrt. 180582(DIASHOW: Der 5. Spieltag)

Daher feierte jedenfalls niemand den 1:0 (1:0)-Auswärtserfolg beim lettischen Vize-Meister FK Ventspils als Befreiungsschlag.

Auch wenn er die große Chance auf das Erreichen der K.o.-Runde in der Europa League eröffnete. (DATENCENTER: Europa League)

"kein Maßstab für die Bundesliga"

"Bei allem Respekt vor Ventspils, aber dieser Gegner ist kein Maßstab für die Bundesliga. Deshalb haben wir in Europa auch noch gute Chancen und stehen in der Liga weit hinten", sagte Torhüter Jaroslav Drobny, der neben Torschütze Raffael (12.) mit einigen Klasse-Paraden in der Schlussphase der Matchwinner war.

Auch Friedhelm Funkel ließ erst gar keine Euphorie aufkommen und hielt seinen Profis vor dem wichtigen Auswärtsspiel am Sonntag (17.15 Uhr LIVE) in der Liga bei Schalke 04 knallhart ihre Fehler vor.

"Wir haben uns am Ende nur noch auf unser Glück und Drobny verlassen. Nach vorne war es zu wenig. Auf Schalke müssen wir viel stärker spielen, ansonsten haben wir keine Chance", sagte der Trainer.

Fünfter Abstieg vor Augen

Bei einer weiteren Niederlage in der Liga würde der fünfte Abstieg der Vereinsgeschichte noch näher rücken.

Auf europäischer Bühne dagegen befindet sich der abgeschlagene Bundesligaletzte in der Erfolgsspur und hat in fünf Europa-League-Gruppenspielen mehr Punkte (7) gesammelt als in allen 14 Bundesligapartien (5).

Schon mit einem Unentschieden im letzten Gruppenspiel am 16. Dezember gegen den bereits qualifizierten Gruppensieger Sporting Lissabon würde Hertha das Ticket für die nächste Runde lösen.

Raffael zeigt Reue

Allerdings muss das Team dabei auf den gegen Ventspils überragenden Raffael verzichten, der in der 86. Minute wegen Meckerns mit Gelb-Rot vom Platz flog.

"Es tut mir leid. Ich muss mich besser unter Kontrolle haben", sagte der Brasilianer hinterher reumütig.

Zusatzeinnahmen für die Zwischenrunde von etwa 1,5 Millionen Euro könnte der Klub, den 33 Millionen Euro Verbindlichkeiten plagen, für dringend benötigte Wintertransfers gut gebrauchen. Der Wunschkandidat der Fans, Marko Pantelic, wird aber wohl nicht nach Berlin zurückkehren.

"Ich will noch vier Jahre bei Ajax bleiben", sagte der Serbe der niederländischen Zeitung "De Telegraaf".

Ringen um Pantelic

Pantelic war vor der Saison ablösefrei nach Amsterdam gewechselt, weil Ex-Trainer Lucien Favre ihn nicht mehr wollte.

Kein Thema ist ein Transfer des bei Schalke aussortierten Albert Streit, der in Frankfurt erfolgreich mit Funkel zusammengearbeitet hat. Sowohl Streits Berater Klaus Gerster als auch Hertha-Manager Michael Preetz dementierten Spekulationen über Verhandlungen in Berlin.

Im Gespräch ist aber weiter Abwehrspieler Daniel Majstorovic (AEK Athen), zudem soll der Klub den japanischen Nationalspieler Marcus Tulio Tanaka derzeit näher unter die Lupe nehmen.

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