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Hertha-Trainer Friedhelm Funkel beerbte 2009 seinen schweizer Amtsvorgänger Lucien Favre © getty

Während der Hertha-Trainer nach dem Remis gegen Benfica voll des Lobes ist, gibt sich der Manager durchaus kritisch.

Berlin - Kapitän Arne Friedrich ärgerte sich über das erneute Remis, Manager Michael Preetz sprach von "Schlafmützigkeit", nur Trainer Friedhelm Funkel ließ keinen Zweifel an der neuen Stärke von Hertha BSC Berlin zu.

"Ich bin absolut einverstanden mit der Leistung", sagte Funkel nach dem 1:1 (1:1) gegen Benfica Lissabon und wirkte dabei wie ein einsamer Rufer in der Wüste.

Er kündigte für das Rückspiel am kommenden Dienstag zudem optimistisch an: "Das Ergebnis lässt uns alle Chancen offen." (DATENCENTER: Europa League)

Zum vierten Mal in Folge spielte die "Alte Dame" in diesem Jahr zu Hause nur Remis, verpasste erneut das erhoffte Erfolgserlebnis, doch Funkel erstickte alle Anzeichen von Resignation im Keim.

"Können in Lissabon ein Tor schießen"

"Die Mannschaft hat sich toll ins Spiel zurückgekämpft", meinte der Coach. Vom Verpassen des Achtelfinales in der Europa League und damit wohl von einer langen Europacup-Abstinenz wollte Funkel nichts wissen. "Wir sind in der Lage, in Lissabon ein Tor zu schießen."

Doch insbesondere mit dem Toreschießen taten sich die Berliner vor nur 13.857 Besuchern im Hinspiel äußerst schwer. Nach dem 1:0 der Gäste durch Angel di Maria (4.) war es Javi Garcia, der mit einem Eigentor (33.) für den Ausgleich sorgte.

"Wenn es etwas zu verbessern gibt, dann ist es die Chancenauswertung", sagte Funkel mit Blick auf das wichtige Bundesliga-Spiel des Tabellenletzten am Sonntag beim SC Freiburg (ab 15 Uhr LIVE).

Preetz gibt sich kritisch

Manager Preetz hatte im Gegensatz zum Trainer durchaus Grund zur Kritik.

"Zu Beginn gab es wieder eine gewisse Schlafmützigkeit", befand der Ex-Profi und legte damit den Finger in die Wunde. Wie so oft zuletzt in Heimspielen präsentierten sich die Berliner anfangs wie eine Horde losgelassener Hunde - ohne Ordnung und Führung. Benficas Spitzen Saviola und Oscar Cardozo hätten leicht die Führung ausbauen können.

"Wenn man so oft nicht gewonnen hat, ist man eben verunsichert", klagte Hertha-Kapitän Arne Friedrich.

"Haben gute Moral gezeigt"

Nach etwa 20 Minuten legten die Hausherren aber den Respekt ab und kamen besser ins Spiel. Plötzlich fanden die Pässe den Mitspieler, Benfica zeigte Schwächen in der Abwehr.

Maximilian Nicu, Raffael und Adrian Ramos hatten im zweiten Durchgang sogar den Sieg auf dem Schuh.

"Wir haben eine gute Moral gezeigt und den Gegner vor allem in der zweiten Halbzeit unter Druck gesetzt. Es ist es schade, dass es nicht zum Sieg reichte", sagte Friedrich.

Blicke gehen nach Freiburg

Aus Herthas Sicht bleibt nur zu hoffen, dass die Mannschaft nicht zu viel Kraft verloren hat, die ihr Sonntag in Freiburg fehlt. Funkel indes wollte nichts von einem besonderen Spiel beim Tabellennachbarn im Breisgau wissen.

"Für uns ist seit dem Start der Rückrunde jede Partie ein Alles-oder-Nichts-Spiel", erklärte der Coach, dessen Team bei einer Niederlage im "Endspiel" am Sonntag dem Abstieg wohl kaum noch entkommen dürfte.

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