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Christian Gentner (l.) wurde in der Saison 2008/09 mit Wolfsburg Deutscher Meister © getty

Nationalspieler Christian Gentner hofft für die Europa League "auf einen Schub". Beim VfL ist längst noch nicht alles rosig.

Von Mathias Frohnapfel

München - Bereits ein torloses Remis würde Wolfsburg in der Europa League zum Weiterkommen gegen Villarreal (ab 20.50 Uhr LIVE) genügen.

Das 2:2 aus dem Hinspiel ist eine komfortable Ausgangsposition.

Doch zu null zu spielen, erscheint angesichts der bisherigen Abwehrschwäche der "Wölfe" im Moment als höchst ehrgeiziges Ziel.

(DATENCENTER: Europa League)

Christian Gentner gibt sich im Sport1.de-Interview trotzdem zuversichtlich. Außerdem spricht der Nationalspieler über seine WM-Ambitionen, die Rückkehr im Sommer nach Stuttgart und das "Fußballer-Gen" in seiner Familie.

Sport1.de: Herr Gentner, Wolfsburg hat nach 13 sieglosen Pflichtspielen Schalke geschlagen. Wie gut tut dieser Sieg vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Villarreal?

Christian Gentner: Natürlich ist das eine große Erleichterung. Es sollte uns schon einen Schub geben für Villarreal. Aber wir können nicht sagen: "Wir haben ein Spiel gewonnen, jetzt spielen wir eine gute Rolle." Wir sind nach wie vor unzufrieden mit dem momentanen Tabellenstand in der Bundesliga. Das kann also nur ein erster Schritt gewesen sein.

Sport1.de: Grafite ist sowohl in Villarreal als auch gegen Schalke mit einem Doppelpack erfolgreich gewesen. Was bedeutet sein Leistungsaufschwung für das Team?

Gentner: Das hat uns alle ungemein gefreut. Grafite wurde in den Medien hart kritisiert. Für die Mannschaft ist es wichtig, dass er wieder trifft. Er war auch in der Vorsaison ein Fixpunkt für uns.

Sport1.de: Wie bewerten Sie die Chancen gegen Villarreal?

Gentner: Das 2:2 aus dem Hinspiel ist eine gute Ausgangsposition. Wir müssen es endlich schaffen, zu null zu spielen, dann wären wir schon eine Runde weiter. Und wir haben natürlich auch offensiv unsere Stärken.

Sport1.de: Die Spanier besitzen unter anderem mit Marcos Senna einen brandgefährlichen Freistoßschützen.

Gentner: Klar müssen wir die Freistöße von Senna vermeiden, jedoch darf man sich bei Villarreal nicht nur auf einen einzelnen Spieler fokussieren. Sie haben eine unglaubliche Ballsicherheit, da müssen wir dagegen halten.

Sport1.de: Sie wurden in der Halbzeit des Schalke-Spiels ausgetauscht. Wie sehr ärgert Sie das?

Gentner: Man ist immer unzufrieden, wenn man ausgewechselt wird. Ich werde weiter versuchen, meine Leistung so gut wie möglich zu bringen. Fußball ist ein Tagesgeschäft.

Sport1.de: Befürchten Sie eigentlich aus dem WM-Kader noch herauszufallen, wenn Wolfsburg die Trendwende doch nicht schaffen sollte?

Gentner: Nein, ich habe davor keine Angst. Es wäre toll für mich, bei der WM dabei zu sein, das habe ich durch meine Leistung im Verein selbst in der Hand. Natürlich ist es für jeden Spieler besser, wenn die Mannschaft erfolgreich ist. Dann wird auch jeder Einzelne besser bewertet. Dennoch bin ich von meinen Qualitäten überzeugt.

Sport1.de: Auf welcher Position im Mittelfeld wollen Sie sich in der Nationalelf empfehlen?

Gentner: Da bin ich mit Bundestrainer Joachim Löw einer Meinung, dass ich in der zentralen Position meine Stärken habe und dort am wertvollsten bin. Auch Lorenz-Günther Köstner weiß um meine Qualitäten. Wie ich der Mannschaft am besten weiterhelfen kann, entscheidet aber der Trainer.

Sport1.de: Im Sommer kehren Sie nach Stuttgart zurück, wo 2004 auch Ihre Profi-Karriere begonnen hat. Was waren die Gründe für den Wechsel?

Gentner: Ich denke, beim VfB wird in den kommenden Jahren wieder etwas wachsen. Ich möchte dort in einer zentraleren Rolle Verantwortung übernehmen und mich noch mal weiterentwickeln. Da ist Stuttgart für mich die richtige Plattform.

Sport.de: Ihr Bruder Michael Gentner ist Jugendtrainer beim VfB Stuttgart. Zudem kommen Sie als gebürtiger Schwabe zurück in die Heimat. Hat Sie das beeinflusst?

Gentner: Das hat keine große Rolle gespielt. Auch nicht, dass der VfB sozusagen mein Heimatverein ist. Ich hatte einfach sehr gute Gespräche mit den VfB-Verantwortlichen. Aber ehrlich gesagt ist das alles für mich im Moment noch weit weg.

Sport1.de: Sie kommen aus einer richtigen Fußballerfamilie. Ihre beiden Brüder sind auch im Fußballgeschäft: Michael Gentner trainiert die U17 des VfB, Thomas Gentner spielt für Eintracht Frankfurt in der zweiten Mannschaft. Wie kommt es zu soviel Begeisterung für den Fußball?

Gentner: Wir hatten eben immer dieselben Interessen, haben jede freie Minute im Garten und auf der Straße gespielt. Mein Vater war Jugendleiter bei meinem ersten Verein, dem TSV Beuren. Und meine Mutter war auch im Verein engagiert. Fußball war und ist somit immer der Mittelpunkt in unserem Leben.

Sport1.de: Haben Sie und Ihre Brüder sich da gegenseitig angestachelt und motiviert?

Gentner: Ja natürlich, auch jetzt sind meine Brüder noch meine ersten Ansprechpartner, wenn es um Fußball geht. Nach dem Wochenende sagen sie mir auch, was ihnen an meinem Spiel positiv oder negativ aufgefallen ist. Das war früher auch schon so. Das war schon immer ein super Verhältnis.

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