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Ze Roberto hat 84 Einsätze in Brasiliens Nationalmannschaft © imago

Bei Sport1.de spricht Ze Roberto über das Duell gegen Eindhoven, seine Leistungsfähigkeit und den Rummel um van Nistelrooy.

Von Martin van de Flierdt

München - Der Trubel um Ruud van Nistelrooy hat in den vergangenen Wochen alles überlagert beim Hamburger SV.

Da ist etwas aus dem Blick geraten, dass noch ein zweiter Protagonist des Nordklubs die Hoffnungen auf einen neuen Aufschwung verkörpert: Ze Roberto.

102 Tage hatte der Mittelfeld-Altmeister seinem Team seit November wegen einer Knöchelverletzung gefehlt - und die Hanseaten haben spürbar darunter gelitten.

Beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt hat der 35-Jährige nun erstmals seit seiner Zwangspause wieder durchgespielt. Nun will er seinem Team in der Europa League zum Weiterkommen verhelfen.

Im Sport1.de-Interview vor dem K.o.-Runden-Rückspiel in Eindhoven spricht Ze Roberto über den Grund für seinen verlängerten Brasilien-Aufenthalt in der Winterpause, seine derzeitige Leistungsfähigkeit und den Rummel um van Nistelrooy.

Sport1.de: Sie sind in der Winterpause länger in Brasilien geblieben, weil es ihrer Mutter nicht gut ging. Wie haben Sie ihr helfen können und wie sehr belastet Sie selbst die Situation?

Ze Roberto: In Brasilien hat die Familie einen besonderen Stellenwert und wenn es einem Familienmitglied nicht gut geht, rücken wir noch näher zusammen. Meine Mutter brauchte mich besonders in dieser Zeit an ihrer Seite und ich hätte es nicht übers Herz gebracht, sie alleine zu lassen. Meine Geschwister sind jetzt verstärkt für sie da und wir telefonieren fast jeden Tag. Sie ist in sehr guten Händen und daher kann ich mich jetzt auch wieder voll auf den Fußball konzentrieren.

Sport1.de: Nach dreieinhalb Monaten haben Sie zuletzt gegen Frankfurt erstmals wieder über 90 Minuten durchgehalten. Bei wie viel Prozent Ihres Leistungsvermögens sind Sie schon wieder und woran hapert es noch?

Ze Roberto: Ich tue mich ein bisschen schwer, das in Prozenten auszudrücken. Sicher ist es so, dass noch etwas fehlt. Aber das ist nach so einer Zwangspause ganz normal, denke ich. Wichtig waren für mich die letzten beide Spiele gegen Eindhoven und Frankfurt. Denn nur über Spiele kann man sich den letzten Feinschliff holen. Deshalb freue ich mich auf die nächsten beiden Partien am Donnerstag und Sonntag.

Sport1.de: Der HSV hat das Hinspiel gegen Eindhoven knapp und etwas glücklich gewonnen. Auf wen muss Ihre Mannschaft im Rückspiel besonderes Augenmerk richten, um das Achtelfinale zu erreichen?

Ze Roberto: Wir können uns nicht nur auf einzelne Spieler von Eindhoven konzentrieren. Die Mannschaft hat im Kollektiv sehr viel Potenzial und wird zu Hause von den Fans sicher bestens unterstützt. Durch das 1:0 haben wir aber eine gute Ausgangslage und ich bin mir sicher, dass wir unsere Chancen erhalten werden. PSV muss ja auf jeden Fall einen Treffer erzielen, wir wollen im Gegenzug den Raum nutzen, den wir sicher bekommen werden.

Sport1.de: Wie sehr wird das Fehlen des gesperrten David Jarolim ins Gewicht fallen?

Ze Roberto: Natürlich fehlt ein Spieler wie Jaro. Doch solche Dinge wie Sperren gehören zum Fußball dazu. Zumal gerade Tomas Rincon hat in den vergangenen Spielen gezeigt hat, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Er kennt alle Abläufe und das Zusammenspiel zwischen uns wird gut funktionieren, sollten wir wieder gemeinsam im defensiven Mittelfeld auflaufen.

Sport1.de: Auch Ruud van Nistelrooy wird in Eindhoven schmerzlich vermisst werden. Wie groß ist seine Bedeutung für die Mannschaft schon und wie geht der Rest des Teams mit dem großen öffentlichen Interesses auf seiner Person um?

Ze Roberto: Wie wichtig er ist, hat er in Stuttgart bewiesen. Das war mehr als eindrucksvoll! Und natürlich hilft er auch außerhalb des Platzes, gerade den jüngeren Spielern. Die ersten Wochen mit ihm haben sehr viel Spaß gemacht. Denn er steht mit beiden Beinen auf dem Boden und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Schon gar nicht von dem großen öffentlichen Interesse.

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