Drei norddeutsche Klubs wollen ins Viertelfinale der Europa League. Wolfsburg scheint dafür besonders weit gehen zu müssen.

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München - Zwei klangvolle Namen und tolle Erinnerungen - und ein großer Unbekannter.

Die Gegner der drei norddeutschen Teams im Achtelfinale der Europa League am Donnerstag (ab 18.45 Uhr LIVE) haben es auf jeden Fall in sich.

Während der FC Valencia bei Werder Bremen aber neben der großen sportlichen Herausforderung ebenso gute Erinnerungen hervorruft wie der RSC Anderlecht beim Hamburger SV, ist der VfL Wolfsburg über den Gegner Rubin Kasan nur frustriert.

Bekannte Gesichter und ein Fremder

Der russische Meister ist in Deutschland namenlos, aber bärenstark, die Reise rund 2500 Kilometer lang, und es ist vor Ort minus elf Grad kalt.

Werder Bremen kehrt hingegen nach fünf Jahren wieder in den Hexenkessel des Stadion Mestalla in Valencia zurück (ab 20.50 Uhr LIVE), wo 2005 durch einen 2:0-Auswärtserfolg die Vorrunde der Champions League überstanden wurde.

Der HSV gewann 1977 durch einen 2:0-Sieg gegen den RSC Anderlecht, der in der Hansestadt zu Gast ist, den Europa-Pokal der Pokalsieger. Nur Wolfsburg und sein Gastgeber Kasan sind international noch unbeschriebene Blätter.(DATENCENTER: Europa League)

Terminstress und personelle Sorgen begleiten den deutschen Meister in die russische Teilrepublik Tatarstan.

"Jetzt erst recht"

Doch statt sich darüber zu mokieren, fordert Manager Dieter Hoeneß von den VfL-Spielern eine Trotzreaktion: "Ein 'jetzt erst recht' wäre in unserer Situation sehr gut."

Als schlimm empfindet er allerdings, dass die Niedersachsen schon am Samstag nach strapaziöser Rückreise aus Russland wieder in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach antreten müssen.

Antrag abgelehnt

"Von der Belastung her geht es eigentlich nicht. Aber ein Ausnahmeantrag bei der DFL wurde abgelehnt."

Aktuell bereiten Interimscoach Lorenz-Günther Köstner die zahlreichen verletzten Abwehrspieler die größten Sorgen.

Abwehrchef Andrea Barzagli meldete sich mit einer Rippenprellung ab, wegen einer Verhärtung im Oberschenkel muss auch Innenverteidiger Jan Simunek passen. Außerdem fehlt Torschützenkönig Grafite (Adduktorenbeschwerden).

Borowski erinnert sich

Valencia hat unterdessen bei Tim Borowski bleibenden Eindruck hinterlassen. "So ein Spiel vergisst man nicht, ähnliches habe ich nie wieder erlebt", erinnert er sich.

Als einziger Akteur aus dem aktuellen Werder-Kader neben dem Finnen Petri Pasanen stand der Mittelfeldspieler damals 90 Minuten lang auf dem Platz - und in der Schlussphase im Mittelpunkt der Emotionen.

Der 29-Jährige wurde bespuckt, revanchierte sich mit einer obszönen Geste Richtung Publikum und war anschließend der Buhmann schlechthin.

Ein bisschen was von Champions League

Doch nicht nur wegen der damaligen hitzigen Ereignisse fühlte man sich vor der Partie an die "Königsklasse" erinnert.

"Valencia gegen Bremen, das ist normalerweise Champions League", erklärte Torhüter Tim Wiese. Indirekt sagte Trainer Thomas Schaaf das Gleiche: "Ich denke, beide Teams bürgen für Qualität."

Vier Entscheidungsspiele für den HSV

Anderlecht, Leverkusen, Anderlecht, Schalke - in vier Partien in nur elf Tagen kann sich für den Hamburger SV das Schicksal einer ganzen Saison entscheiden.

Mit der Partie gegen den belgischen Vizemeister beginnt die Reihe der Topspiele.

Den Anschluss an die Spitze in der Bundesliga nicht verlieren und den Traum vom Europa-League-Finale in der eigenen Arena am 12. Mai am Leben zu erhalten lautet die schwere Aufgabe für die Hanseaten.

Labbadia: "Ruhe bewahren"

Trainer Bruno Labbadia bittet deshalb die Fans vor der Partie gegen Anderlecht um Geduld: "Die werden sehr tief und kompakt stehen und versuchen, schnelle Konter zu setzen. Wenn wir da ungeduldig werden, wird es sehr schwer."

Der Respekt vor dem belgischen Rekordmeister ist auf jeden Fall groß. Dabei steht insbesondere Wunderknabe Romelu Lukaku im Fokus. Der Junge ist gerade einmal 16 Jahre alt und sorgt seit seinem Erstliga-Debüt im Mai 2009 für Aufsehen.

Mit 13 Treffern führt der Sohn eines kongolesischen Ex-Nationalspielers die Torschützenliste in Belgien an und hat auch schon ein A-Länderspiel für Belgien bestritten.

"Mit ihm haben sie eines der größten Talente Belgiens oder sogar der Welt in ihren Reihen", weiß HSV-Star Ruud van Nistelrooy, der wahrscheinlich erneut nur als Joker eingesetzt wird.

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