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Per Mertesacker spielt seit 2006 bei Werder Bremen © getty

Während Werder in Valencia eine heiße Revanche für 2004 erwartet, liebäugelt Per Mertesacker bei Sport1.de mit einem Wechsel.

Von Andreas Kloo und Martin van de Flierdt

München - "Valencia gegen Bremen, das ist normalerweise Champions League", sagt Bremens Torhüter Tim Wiese zum Duell im Europa-League-Achtelfinale (ab 20.50 Uhr LIVE).

Die Betonung liegt auf "normalerweise".

Bremen verpasste im Vorjahr die Qualifikation für die Königsklasse ebenso wie der zweimalige Champions-League-Finalist aus Spanien.

Vor allem aus Bremer Sicht sollte das Jahr in der Europa League nur ein Intermezzo sein. Denn sonst wird es auf Dauer schwer, Führungsspieler wie Mesut Özil oder Per Mertesacker zu halten.

Mertesacker reizt das Ausland

Letzterer gibt bei Sport1.de offen zu, dass es ihn in die weite Welt hinauszieht: "Das Ausland ist schon Motivation. England und Spanien sind die Ligen, die für mich noch vor Deutschland stehen."

Der Vertrag des Nationalspielers endet im Sommer 2012. Mertesacker ist 25, die Zeit für das Erklimmen der nächsten Karrierestufe scheint gekommen.

"Bei Hannover auch rot getragen"

Ein Wechsel innerhalb der Bundesliga kommt dabei eher nicht infrage: "Da bin ich zur Zeit schon sehr gefangen in dem Werder-Bremen-Gedanken. Ich habe dem Verein auch viel zu verdanken."

Einen Wechsel zu Bayern München kann sich der lange Abwehrspieler zumindest vom Optischen her vorstellen: "Früher habe ich bei Hannover auch rot getragen", sagt er mit einem Schmunzeln. "Das sah so schlecht jetzt auch nicht aus."

K.o-Stärke als Trumpf

Für die Bremer steht also in Valencia durchaus einiges auf dem Spiel. Mertesacker selbst traut seiner Mannschaft durchaus zu gegen den zweimaligen Champions-League-Finalisten zu bestehen:

"Werder ist immer in der Lage, in Finalspiele vorzurücken, sogar die Europa League zu gewinnen. Das ist schon fast selbstverständlich", verweist der frühere Hannoveraner auf die K.o.-Stärke der Grün-Weißen.

Gefährlicher Villa

Mit Valencia haben die Bremer allerdings wohl einen der dicksten Brocken im Lostopf erwischt. Die Spanier liegen nach dem sechsten Platz in der Vorsaison wieder auf Kurs Richtung Königsklasse, das heißt hinter den beiden Großen Real und Barca auf Rang drei.(DATENCENTER: Europa League)

Hauptverantwortlich ist dafür Torjäger David Villa, der in dieser Saison bereits 17-mal traf. Zusammen Pablo Hernandez, Juan Mata und David Silva bildet der spanische Nationalstürmer eine schlagkräftige Offensive.

Dieses Quartett wird die Bremer Defensive vor eine harte Prüfung stellen.

Mertesacker: Kämpfen nicht Vergessen

Dabei wird wichtig sein, dass der SVW das neben dem Spielen das Kämpfen nicht vergisst, wie Mertesacker klarstellt:

"Wir haben gedacht, dass wir manche Dinge auf dem rein spielerischen Weg lösen können. Das ist uns öfters zum Verhängnis geworden. Wir haben mehrfach nicht zur passenden Zeit die richtigen Verhaltensweisen an den Tag gelegt."

Neben dieser psychologischen Hürde sind auch die Nerven der Werderaner im Stadion von Valencia zusätzlichem Druck ausgesetzt.

Erinnerungen an Skandalspiel

Dass die Atmosphäre im Estadio Mestalla durchaus Hexenkessel-Charakter hat, mussten die Bremer schon im Dezember 2004 fesstellen. Bei ihrem 2:0-Sieg am letzten Vorrundenspieltag der Champions League kochten bei Gegner und Publikum die Emotionen über.

Der zweifache Torschütze Nelson Valdez sah sich mutwilligen Tritten ausgesetzt. Tim Borowski wurde bespuckt, der Mittelfeldspieler revanchierte sich mit einer obszönen Geste. Valencias Angulo sah in der Schlussminute Rot.

"So ein Spiel vergisst man nicht. Ähnliches habe ich nie wieder erlebt", sagt Borowski rückblickend.

Revanche nur auf dem Rasen

Auch beim FC Valencia erinnert man sich noch an das Spiel. Die Niederlage bedeutete damals das Aus in der Champions League. "Wir wollen nur eine sportliche Revanche ? und zwar auf dem Rasen", versucht Coach Unai Emery dem Duell etwas die Brisanz zu nehmen.

Personell hat sich die Lage bei den Bremern vor dem wichtigen Spiel wieder gebessert. Außenverteidiger Clemens Fritz kehrt ebenso in den Kader zurück wie Mittelfeldakteur Philipp Bargfrede.

Ein weiterer Vorteil für den DFB-Pokalsieger ist die längere Ruhepause nach dem letzten Pflichtspiel. Valencia war am Montag noch in der Primera Division im Einsatz und trennte sich von Racing Santander 0:0.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Valencia: Cesar Sanchez - Miguel, David Navarro, Dealbert, Alexis - Marchena, Banega - Joaquin, Silva, Mata - Villa.

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Frings, Borowski - Marin, Özil, Hunt - Pizarro.

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