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Mesut Özil wechselte 2008 von Schalke 04 zu Werder Bremen © getty

Werder Bremen schwankt nach dem 1:1 in Valencia zwischen Freude und Frust. Spanien empört sich über den "erfundenen" Elfmeter.

Valencia - Tief in den Herzen war Glück zu spüren, doch in den Köpfen pochte die Unzufriedenheit.

Emotional zerrissen kehrten die Spieler von Werder Bremen nach dem 1:1 beim FC Valencia am Freitag an die Weser zurück.

Wäre man vor diesem Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League mit einem solchen Resultat vor 40.000 Zuschauern im Mestalla-Stadion noch einverstanden gewesen, hielt sich die Begeisterung nun in engen Grenzen (DATENCENTER: Europa League).

"Wir hätten in Überzahl ein zweites Tor schießen müssen, dann hätten wir in der letzten halben Stunde Ruhe gehabt", sagte Torhüter Tim Wiese, der in der Schlussphase gleich mehrfach das wertvollen Remis für den deutschen Pokalsieger festhielt 211975(DIASHOW: Bilder der Achtelfinal-Hinspiele).

Überzahl löst Unordnung aus

Doch statt die personelle Unterlegenheit des Gegners zu nutzen - Valencias Enver Banega sah in der 55. Minute nach einer Tätlichkeit gegen Marko Marin die Rote Karte - kassierten die Bremer nur 120 Sekunden später durch Juan Manuel Mata den Ausgleich. Von wegen Ruhe!

Und so hatte man in den letzten 30 Minuten eher das Gefühl, dass die Spanier einen Spieler mehr auf dem Platz hatten.

"Da hat sich wieder dieses Phänomen gezeigt, dass bei einer Mannschaft in Überzahl plötzlich weniger gelaufen wird. Nicht Valencia hat nach dem Platzverweis die Ordnung verloren, sondern wir", kritisierte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs.

Geschenk angenommen

Glück für die Hanseaten, dass sie lange von einem zweifelhaften Foulelfmeter in der 24. Minute zehren konnten.

Nach einem kaum wahrnehmbaren leichten Schubser gegen Torjäger Claudio Pizarro zeigte Schiedsrichter Martin Atkinson auf den Punkt, eine schwer nachvollziehbare Entscheidung.

Doch Kapitän Torsten Frings nahm das unerwartete Geschenk gerne an und vollstreckte eiskalt.

Empörung über Elfmeter-Pfiff

In Valencia war man verständlicherweise empört. "Eine Erfindung des Schiedsrichters", nannte die "Marca" den ominösen Pfiff.

Trainer Unai Emery echauffierte sich ebenfalls mit Leidenschaft: "Unmöglich, eine solche Entscheidung zu treffen."

Dennoch war dieser Strafstoß ein Treffer, der auf dem Weg ins Viertelfinale noch sehr wertvoll sein könnte. "Bei normalem Verlauf müssten wir eine Runde weiterkommen", erklärte Allofs mit Blick auf das Rückspiel am 18. März im Weserstadion.

Wiese beneidet Valencia

Allerdings: Eine derart fanatische Unterstützung, wie sie dem FC Valencia durch sein Publikum gewährt wurde, werden die Bremer dann von ihren Besuchern kaum erwarten können.

Keeper Wiese bemerkte spürbar neidisch: "Diese Mentalität der Zuschauer fehlt in Deutschland völlig. Die stehen wie verrückt hinter ihrer Mannschaft."

Unruheherd Villa

Viel wird in der zweiten und entscheidenden Begegnung davon abhängen, ob es den Norddeutschen erneut gelingt, Valencias Superstar David Villa am Toreschießen zu hindern.

Der gefürchtete Torjäger lieferte sich ein rassiges Duell mit Per Mertesacker, konnte den langen Innenverteidiger auch das eine oder andere Mal düpieren.

Doch irgendwie brachte immer noch ein Bremer seinen Fuß dazwischen, wenn der 28-Jährige doch einmal abgezogen hatte. Ob Villa im Rückspiel dabei sein wird, ist wegen einer Schulterblessur zudem fraglich.

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