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Tief enttäuscht reagierten Torsten Frings (l.) und Naldo auf das Ausscheiden © getty

Werder fliegt gegen Valencia aus der Europa League. Die Bremer Abwehr leistet sich dabei zu viele Schnitzer.

Bremen Werder Bremen hat gegen den FC Valencia und dessen "Zauber-Zwerge" um den dreifachen Torschützen David Villa kein Mittel gefunden und ist nach großem Kampf im Achtelfinale der Europa League ausgeschieden.

Eine Woche nach dem 1:1 im Hinspiel kam der Vorjahresfinalist gegen die Spanier vor heimischer Kulisse trotz einer tollen Aufholjagd nicht über ein 4:4 (1:3) hinaus und muss

seine Träume von einer Endspielteilnahme am 12. Mai im Stadion seines Erzrivalen Hamburger SV wegen der weniger erzielten Auswärtstore begraben.(DATENCENTER: Europa League)

Schaaf reagiert verärgert

"Das Ausscheiden war unnötig. Darüber sind wir ärgerlich und unglücklich", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf.

"Die entscheidenden Dinge im Fußball sind, dass man Tore vermeidet und Tore schießt. Beidem sind wir nicht gerecht geworden. Wir haben unsere zahlreichen Chancen einfach nicht genutzt und uns in der Defensive als Mannschaft schlecht angestellt."

Frings: "Damit müssen wir leben"

Und Kapitän Torsten Frings erklärte enttäuscht: "Das interessiert doch keinen, dass du gut gekämpft hast. Wir haben es nicht geschafft. Damit müssen wir leben."

Auch Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs verbarg seinen Ärger nicht. "Gegen diese Mannschaft von Valencia darf man nicht ausscheiden", befand er.

"Wir hätten schon im Hinspiel alles klar machen müssen, hatten noch eine gute Ausgangslage und haben sie nicht ausgenutzt."

Kalte Dusche zu Beginn

Angetrieben von seinem überragenden Offensiv-Trio Villa, Juan Mata und David Silva verpasste Valencia den Platzherren vor 24.200 Fans im Weserstadion schon in der ersten Halbzeit eine kalte Dusche nach der anderen.

EM-Torschützenkönig Villa (2. und 45.) und Mata (15.) trafen jeweils auf Zuspiel von Silva.

Der bereits nach 22 Minuten eingewechselte Hugo Almeida hatte zwischenzeitlich verkürzt (26.).

Torsten Frings traf nach dem Seitenwechsel per verwandeltem Foulelfmeter (57.), Marko Marin erzielte kurz darauf das 3:3 (62.).

Villas dritter Treffer riss Werder dann aber wieder aus allen Träumen (66.). Claudio Pizarro gelang nur noch der erneute Ausgleich (84.).

Spanier beginnen stark

Während Werders Hintermannschaft die Anfangsviertelstunde komplett verschlief, wirkten die Spanier von Beginn an hellwach.

Geradliniges und leichtfüßiges Kombinationsspiel sorgte immer wieder für Unruhe in Bremens Abwehr.

So wehrte Naldo den Ball vor dem 0:1 zu kurz ab und der schnell aufgerückte Silva setzte seinen spanischen Nationalmannschaftskollegen Villa glänzend in Szene.

Der 28-Jährige vollstreckte aus halblinker Position eiskalt.

Polster währt nur kurz

Das vermeintliche Polster aus dem Hinspiel war für den deutschen Pokalsieger damit schon aufgebraucht.

Villa, der zuletzt noch an einer Schulterverletzung laborierte, hätte schon nach sieben Minuten erhöhen können, scheiterte jedoch an Werders Keeper Tim Wiese.

Kurz darauf hatten die Bremer dann ihre erste zwingende Chance. Nach Pass des wieder genesenen Mesut Özil vergab Pizarro unbedrängt (10.).

Almeida kommt für Borowski

Dennoch schien Werder nach der ausgelassenen Chance stärker zu werden.

Valencias wendige Angriffsreihe ließ sich davon aber nicht beeindrucken und nutzte die Schwächen in der Bremer Abwehr durch Mata erneut eiskalt aus.

Werder reagierte und brachte in Almeida einen weiteren Stürmer. Der Portugiese verkürzte für die zunehmend aktiveren Bremer wenig später auch, doch Villa schlug erneut zurück.

"Eine Menge Chancen"

"So kann man nicht verteidigen. Aber bei all den Fehlern, die wir gemacht haben, hatten wir auch eine Menge Chancen. Wenn wir jetzt eine Hunderprozentige verwandeln, haben wir noch eine Chance", meinte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs in der Pause, während auch der Stadionsprecher ein weiteres Wunder von der Weser beschwor.

Tatsächlich kamen die Platzherren stürmisch aus der Kabine.

Naldo (47.) und Almeida (49.) scheiterten mit guten Aktionen an Valencias Torhüter Cesar Sanchez. In der 57. Minute keimte dann aber Hoffnung auf.

Frings verwandelt Elfmeter

Marin wurde im Strafraum von Jordi Alba zu Fall gebracht und Schiedsrichter Kevin Blom (Niederlande) entschied auf Elfmeter.

Frings ließ sich die Chance wie schon im Hinspiel nicht nehmen und verwandelte.

Nach Marins 3:3 wurde das Weserstadion dann zum Tollhaus, doch Villa drückte die Stimmung durch sein Kontertor sofort.

Nach Pizarros Ausgleich drängte Werder in einer hektischen Schlussphase auf den Sieg.

Bei Bremen waren Marin und Özil die besten Spieler.

Bei Valencia wussten neben Villa vor allem Silva und Mata zu überzeugen.

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