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Der Abwehrspieler Jonathan Zebina läuft seit 2004 für Juventus Turin auf © getty

Turins Zebina zeigt den eigenen Fans nach fremdenfeindlichen Beschimpfungen den Mittelfinger. Diego muss harte Kritik einstecken.

München - Als das schmachvolle Europapokal-Aus von Juventus Turin nicht mehr zu verhindern war, brannten bei einigen die Sicherungen durch.

Nach seinem Platzverweis in der Nachspielzeit (90.+3) zeigte Verteidiger Jonathan Zebina den eigenen Anhängern provozierend den Mittelfinger.

Zuvor war der dunkelhäutige Spieler nach eigenen Angaben von einem Teil der Tifosi rassistisch beleidigt worden.

Die einst ruhmreiche "Alte Dame" steht nach dem 1:4 (1:2) beim FC Fulham und dem Achtelfinal-K.o. in der Europa League in vielerlei Hinsicht vor einem Scherbenhaufen.

"Ich respektiere die Juve-Fans, aber nicht die 20 Extremisten, die mich andauernd beleidigen. Ich entschuldige mich bei allen Tifosi, aber nicht bei denen", sagte Zebina sichtlich aufgewühlt.

"Damit muss Schluss sein!"

In der Vergangenheit habe sich viel Wut angestaut, erklärte der Franzose: "Es gibt rassistische Fans, die mich auch beim Training beleidigen. Damit muss Schluss sein."

Doch der italienische Rekordmeister bekommt seine Problem-Fans einfach nicht in den Griff.

Bereits vier Geldstrafen für Juve

Juve-Anhänger waren bereits in der Vergangenheit mit fremdenfeindlichen Parolen und gewalttätigen Ausschreitungen negativ aufgefallen. Allein viermal wurde der Klub mit Geldstrafen oder Sperrungen der Nordkurve bestraft, weil der dunkelhäutige Stürmer Mario Balotelli von Meister Inter Mailand mit rassistischen Sprechchören angegriffen wurde.

Jetzt machen die Chaoten nicht einmal mehr vor ihren eigenen Spielern halt.

"Juve gedemütigt"

Bei der Abreise vom Craven Cottage wurde der Teambus von Randalierern mit Gegenständen beworfen.

"Juve gedemütigt - auch von den eigenen Fans", schrieb die Sporttageszeitung "Gazetta dello Sport".

Kapitän Alessandro Del Piero sieht sein Team in eine tiefe Krise taumeln: "Das ist sicherlich das schwierigste Jahr, seit ich in Turin bin."

Dabei war das Team von Trainer Alberto Zaccheroni dank des 3:1-Sieges im Hinspiel mit einem ordentlichen Polster nach London gereist und schien nach dem frühen Führungstreffer durch David Trezeguet (2.) so gut wie eine Runde weiter.

Doch danach wurde der 27-malige italienische Meister vom Premier-League-Zehnten Fulham, der im Viertelfinale auf den deutschen Meister VfL Wolfsburg trifft, regelrecht vorgeführt, auch weil Juve-Abwehrchef Fabio Cannavaro in der 27. Minute die Rote Karte sah.

Diego in der Kritik

Ins Zentrum der Kritik gerät immer mehr der ehemalige Bundesligaprofi Diego. "Diego war wieder eine Katastrophe. Er spielte nicht gut und verursachte sogar einen Elfmeter", schrieb die Zeitung "Tuttosport" und bezeichnete den für 25 Millionen Euro von Werder Bremen nach Turin gewechselten Brasilianer als "Fehleinkauf".

Als zweites englisches Team hat der FC Liverpool das Viertelfinale erreicht.

Die "Reds" entschieden das Rückspiel gegen den OSC Lille mit 3:0 (1:0) für sich und setzten sich nach dem 0:1 im Hinspiel durch.

Im Viertelfinale trifft Liverpool auf Benfica Lissabon, das sich gegen Olympique Marseille durchsetzte. Standard Lüttich (1:0 gegen Panathinaikos Athen) bekommt es mit dem Hamburger SV zu tun. Atletico Madrid (2:2 bei Sporting Lissabon) kämpft gegen Bremen-Bezwinger FC Valencia um das Halbfinal-Ticket.(DATENCENTER: Europa League)

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