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Bernd Hoffmann (l.) will Bruno Labbadia keine Garantie ausstellen © getty

HSV-Chef Hoffmann erinnert vor dem Viertelfinale gegen Standard an die einmalige Chance. Trainer Labbadia steht unter Druck.

Hamburg - Das Team zerstritten, Trainer Bruno Labbadia angeschlagen, die Ergebnisse miserabel - wenig sprach zuletzt beim Hamburger SV noch für sportliche Erfolge.

Wäre da nicht das Finale der Europa League am 12. Mai im eigenen Stadion, für das vor dem Viertelfinal-Hinspiel am Donnerstag (ab 20.50 Uhr LIVE) gegen Standard Lüttich alle Kräfte gebündelt werden sollen. (DATENCENTER: Europa League)

"Durch Europa aus der Krise" - so lautet das Motto nach der großen Aussprache am Montag im Anschluss an die blamable Niederlage in Mönchengladbach.

"Lüttich ist ein Existenzspiel"

"Eine Stadt, ein Finale, ein Ziel", ist auf einer großen Tafel zu lesen, die an der HSV-Arena aufgehängt wurde.

Dazu ein Bild mit jubelnden HSV-Spielern, dem Pokal und einer Uhr, auf der die Tage und Stunden bis zum Anpfiff des Endspiels heruntergezählt werden.

In der sportlichen Depression mobilisiert der Verein alle Emotionen, um wenigstens die Eigenmotivation seiner kickenden Angestellten hoch zu halten.

"Lüttich ist ein Existenzspiel, wir müssen gewinnen", sagte Kapitän David Jarolim, "für uns, für den Trainer."

Keine Garantie für Labbadia

Labbadia gerät nach den schwachen Ergebnissen in der Rückrunde zunehmend in die Kritik, in den Internet-Foren fordern frustrierte Fans seit Wochen seine Ablösung.

Mit Fieberkurven wurde veranschaulicht, dass auch in Fürth und Leverkusen seine Teams in der Rückserie abstürzten.

"Fakt ist, das wir unbedingt mit Labbadia weiter zusammenarbeiten wollen", sagte HSV-Chef Bernd Hoffmann, "es gibt aber in diesem Geschäft keine Persilscheine."

"Wir haben eine historische Chance"

Abgerechnet wird am 13. Mai. Der erste Titelgewinn seit 1987 ist der große Traum der ganzen Stadt - und auch der von Hoffmann.

Dieser scheint in diesem Jahr greifbar, im Halbfinale würde der VfL Wolfsburg oder der FC Fulham warten, auch keine unbezwingbaren Giganten in der HSV-Wahrnehmung.

"Wir haben eine historische Chance", sagt Hoffmann, "diesem Ziel muss jeder Einzelne alles unterordnen."

Die Spieler behaupten jedenfalls, dies begriffen zu haben.

Van Nistelrooy will Makel beseitigen

"Donnerstag können wir vieles wieder gutmachen", sagt Verteidiger Dennis Aogo, "die Aussprache hat Einiges gebracht."

Stürmerstar Ruud van Nistelrooy will einen Makel seiner großen Karriere beseitigen.

Er hat schließlich noch nie einen Europacup gewonnen: "International fehlt mir noch was Richtiges, ein Viertelfinale in Europa ist etwas sehr Großes."

Volles Stadion

Erstmals in der Europa League wird die HSV-Arena richtig voll sein. 44.000 der 51.000 Karten waren bereits am Vortag verkauft.

Spannend wird einzig die Frage, wieviel Selbstvertrauen durch die Misserfolge in der Bundesliga verloren gegangen ist.

Andererseits hatte man zuletzt bei den HSV-Profis oft den Eindruck, dass sie den Liga-Alltag mit halber Kraft zu bewältigen versuchten.

Labbadia ändert Start-Elf

Labbadia will nach der Pleite in Mönchengladbach gegen den belgischen Meister die Aufstellung wieder verändern.

Joris Mathijsen kehrt auf seinen Stammplatz im Abwehrzentrum zurück und wahrscheinlich wird neben ihm wieder - wie in der erfolgreichen Hinrunde - Jerome Boateng auflaufen.

Im offensiven Mittelfeld könnte Jonathan Pitroipa eine Chance erhalten.

Anderlecht zuversichtlich

Standard Lüttich verpasste in diesem Jahr als Achter der Jupiler League die Meisterschafts-Playoffs.

Dennoch sind die Wallonen nach der 3:4-Rückspielniederlage des HSV in Anderlecht im Achtelfinale sehr zuversichtlich:

"Mir scheint unsere Aufgabe lösbar", sagt Trainer Dominique D'Onofrio, "die Tatsache, dass Anderlecht vier Tore gegen Hamburg erzielen konnte, sagt doch eine ganze Menge."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hamburger SV: Rost - Demel, Boateng, Mazhijsen - Aogo - Jarolim, Ze Roberto - Pitroipa, Trochowski - van Nistelrooy, Petric

Lüttich: Bolat - Camozzato, Ramos, Sarr, Pocognoli - Witsel - Dalmat, Carcela-Gonzalez, Daerden - De Camargo, Jovanovic

Schiedsrichter: Atkinson (England)

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