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Ruud van Nistelrooy (l.) erzielte sein fünftes Pflichtspieltor für Hamburg © getty

Nach dem schwer erkämpften 2:1-Hinspielerfolg gegen Standard Lüttich glaubt Ruud van Nistelrooy an den großen Coup des HSV.

Hamburg - Domenico D'Onofrio brachte sein wertvolles Souvenir sogar mit in die Pressekonferenz und ließ sich anschließend stolz damit fotografieren.

Der Trainer und Sportdirektor von Standard Lüttich hatte nach der 1:2 (1:2)-Niederlage beim Hamburger SV im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League ein Trikot von Ruud van Nistelrooy ergattert und freute sich darüber.

Der Superstar-Status des Niederländers tröstete D'Onofrio ganz offensichtlich darüber hinweg, dass van Nistelrooy mit seinem 2:1 Siegtreffer in der 45. Minute Standard die Aufgabe für das Rückspiel ein wenig erschwert hatte

Der 33-Jährige hatte so dafür gesorgt, dass die Hoffnung der Hamburger auf das Endspiel am 12. Mai in der eigenen Arena weiter lebt. "Wir glauben, dass es möglich ist, den Titel zu gewinnen", sagte van Nistelrooy nach der packenden Partie. "Jeder hat seine Leistung gebracht, es war super."

Der Stürmerstar hatte bereits in der 36. Minute den Pfosten getroffen, ackerte und kämpfte, bis er unmittelbar vor der Pause mit einer Direktabnahme nach einer Flanke von Dennis Aogo erfolgreich war.

Es war schon sein 62. Europapokal-Treffer, damit zog er mit Gerd Müller und Andrej Schewtschenko gleich und ist in der ewigen Bestenliste nur noch sechs Tore von den Spitzenreitern Pippo Inzaghi und Raul entfernt.

"Tolle Mentalität gezeigt"

"Es war nicht einfach für uns nach der Niederlage in Mönchengladbach und dem 0:1-Rückstand zurückzukommen", meinte "Van the Man". "Aber wir haben eine tolle Mentalität gezeigt und an unsere Spielstärke geglaubt."

Ob die große Aussprache am Montag in Anwesenheit von Vorstandsboss Bernd Hoffmann ihre Wirkung gezeigt hatte, oder ob diese HSV-Truppe nur zu besonderen Spielen willens und in der Lage ist, sich zu motivieren, wird schon die Bundesligapartie am Sonntag (ab 17.15 Uhr LIVE) gegen Hannover 96 zeigen.

"Wir müssen die gezeigte Bereitschaft mit in die nächsten Wochen nehmen", forderte HSV-Trainer Bruno Labbadia. "Dann werden wir auch wieder erfolgreich sein."

Pitroipa spielt groß auf

Neben van Nistelrooy konnte er sich insbesondere über die Leistungsexplosion von Jonathan Pitroipa freuen. Der 23-Jährige durfte wegen der Verletzungen von Eljero Elia und Marcell Jansen auf der linken Mittelfeldseite beginnen und nutzte seine Chance.

Ein ums andere Mal spielte er die Lütticher Hintermannschaft schwindelig und holte auch den von Mladen Petric verwandelten Foulelfmeter vor dem 1:1 (42.) heraus.

"Ich habe mich über das Vertrauen gefreut und wollte es auf dem Feld zurückzahlen", erklärte Pitroipa nach seiner besten Leistung im HSV-Trikot seit Monaten.

Trotz eines Vertrages bis 2012 wollte der Burkinabe zuletzt den HSV im Sommer verlassen. Jetzt hat er möglicherweise wieder eine Perspektive an der Elbe. "Ich hoffe, dass er so weitermacht, dann werden wir sehen. Wir haben die Entscheidung in der Hand", erklärte Labbadia.

Abwehrschwächen machen Sorgen

Sorgen müssen dem Trainer aber weiterhin die Schwächen in der Abwehr bereiten. Innenverteidiger Jerome Boateng ließ bei einem Eckball vor dem 0:1 (30.) seinen Gegenspieler Dieudonne Mbokani aus den Augen.

"Der Stürmer darf niemals so frei zum Kopfball kommen", räumte Boateng ein. Dieser Gegentreffer erschwert die Aufgabe im Rückspiel bei den offensiv starken Belgiern am Donnerstag erheblich. Die Unsicherheit in Hamburg bleibt.

"Das Ergebnis lässt uns alle Chancen für das Rückspiel", sagte D'Onofrio. "Wir haben gesehen, dass wir uns gegen den HSV Torgelegenheiten herausspielen können."

Auch Labbadia erwartet kommende Woche einen heißen Tanz: "Es wir ein Hexenkessel, Standard ist bei Standards sehr gefährlich. Wir werden uns etwas einfallen lassen müssen."

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