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Der VfL Wolfsburg gewann in diesem Jahr beide Europa-League-Heimspiele © getty

Der eigene Treffer in Fulham macht Wolfsburg für das Rückspiel optimistisch. Der Manager stellt eine spezielle Rechnung auf.

München - Die Spieler erleichtert, der Trainer optimistisch und der Manager in Hochstimmung:

Der Anschlusstreffer in vorletzter Minute zum 1:2 (0:0) beim FC Fulham sorgte in den Reihen des VfL Wolfsburg für ungeahnte Glücksgefühle.

"Das Tor war Gold wert. Damit haben wir alle Chancen, im Rückspiel das Blatt zu wenden", sagte Manager Dieter Hoeneß nach dem Viertelfinal-Hinspiel der Europa League in London.

Nicht einmal die zehrende Doppelbelastung aus Europacup und Bundesliga, in der man am Sonntag auf 1899 Hoffenheim trifft, bereitete den Niedersachsen mit Blick auf die kommenden Wochen Sorgen.

"Das Ende ist ja absehbar, es sind doch nur noch zehn Spiele: sechs in der Meisterschaft und vier in der Europa League", erklärte Hoeneß und rechnete so mit einem Augenzwinkern schon mal den Weg ins Europacupfinale vor.

Die Fans als Faktor im Rückspiel

Doch vor zwei möglichen Halbfinalpartien und dem Endspiel am 12. Mai in Hamburg muss der Deutsche Meister den Tabellenzwölften der englischen Premier League zunächst am Donnerstag im eigenen Stadion bezwingen.

"Es ist ein großer Vorteil, wenn man das zweite Spiel zu Hause bestreitet. Deshalb war es umso wichtiger, dass wir noch das Anschlusstor geschafft haben", sagte Torschütze Alexander Madlung, der mit seinem Treffer in der 89. Minute die Wolfsburger Hoffnungen am Leben erhalten hatte.

Auch Trainer Lorenz-Günther Köstner sah sein Team im Kampf um den Halbfinaleinzug weiter gut im Rennen. "Mit unseren Fans im Rücken und einer konzentrierten Leistung im Rückspiel können wir es auf jeden Fall schaffen."

Fulham bestraft Grafite und Co.

Dabei hatte der Coach zwischenzeitlich schon die Hoffnungen schwinden sehen: "Beim 0:2 habe ich mich schon gefragt: Was ist da schief gelaufen? Aber dank des Auswärtstors haben jetzt wieder sehr gute Chancen."

Vor der Führung der Platzherren im altehrwürdigen Stadion Craven Cottage hatten die "Wölfe" allerdings die Möglichkeit für eine bessere Ausgangsposition fahrlässig vergeben.

Ausgerechnet der sonst so treffsichere Torjäger Edin Dzeko vergab in der 50. Minute völlig freistehend per Kopfball die bis dahin beste Chance des Spiels.

Nur eine Minute später ließ auch sein Sturmpartner Grafite eine glänzende Gelegenheit zur Gäste-Führung aus. Kurz darauf wurde dies durch die Tore von Bobby Zamora (59.) und Damien Duff (63.) gleich doppelt bestraft.

Köstner fordert "volle Konzentration"

"Eigentlich hätten wir in Führung gehen müssen, stattdessen haben wir Fulham zwei Tore geschenkt. Der Gegner hat auf unsere Fehler gewartet, und wir haben sie gemacht", monierte Köstner.

Und auch Hoeneß befand: "Wir hätten mehr verdient gehabt, haben uns aber das Leben durch fünf Minuten ohne Konzentration selbst schwer gemacht."

Im Rückspiel in der VW-Arena will der VfL diesen Fehler nicht machen. "Ich erwarte volle Konzentration von der ersten bis zur letzten Minute", forderte Köstner: "Wenn wir an unsere eigene Stärke glauben, wird der Funke auch aufs Publikum überspringen. Damit können wir es schaffen."

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