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Wolfsburgs Ashkan Dejagah hadert mit einer vergebenen Torchance © getty

Ein Tor von Fulhams Zamora nach nur 22 Sekunden lässt die "Wölfe" stolpern. Der VfL findet nach dem Schock nicht ins Spiel.

Wolfsburg - Ein Blitztor nach 22 Sekunden hat den Deutschen Meister VfL Wolfsburg aus allen Europapokal-Träumen gerissen.

Durch eine 0:1 (0:1)-Heimniederlage im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Fulham verpassten die "Wölfe" den Einzug ins Halbfinale der Europa League. Das Hinspiel in London hatten die "Wölfe" mit 1:2 verloren.

Anstelle eines rein deutschen Duells in der Runde der letzten Vier ist nun Fulham Gegner des Hamburger SV auf dem Weg ins Endspiel am 12. Mai in der Hansestadt.

Dagegen ruhen Wolfsburgs Hoffnungen hinsichtlich einer erneuten Europacup-Qualifikation nun ganz auf der Bundesliga, wo man sich als Neunter noch Chancen auf Platz fünf oder sechs ausrechnet.

"Auch in der Bundesliga wird es mit so einer Leistung nicht reichen", meinte allerdings Spielmacher Zvjezdan Misimovic selbstkritisch:

"Wir hatten uns viel vorgenommen, das Tor war sehr blöd. Aber wir hatten danach noch viel Zeit, doch leider haben wir kaum richtige Chancen herausgespielt. Fulham ist verdient weitergekommen, das war heute leider zu wenig."

Trainer Lorenz-Günther Köstner schätzte die Partie ähnlich ein: "Das frühe Gegentor hat uns aus dem Konzept gebracht. Danach haben wir den Hebel nicht mehr umlegen können, auch nicht in der Halbzeit. Man muss aber auch fair sein und feststellen, dass Fulham heute richtig gut gespielt hat."

Zamora trifft erneut

Stürmer Bobby Zamora, der schon im ersten Aufeinandertreffen eine Woche zuvor getroffen hatte, sorgte vor 24.843 Zuschauern in der VW-Arena gleich beim ersten Angriff für die Gäste-Führung.

Von dem Schock des frühen Rückstands erholten sich die Platzherren in den gesamten 90 Minuten nicht mehr. Torwart Diego Benaglio bewahrte den VfL am Ende sogar vor einer noch höheren Niederlage.

Stürmerstar Edin Dzeko hatte in der 84. Minute Pech mit einem Pfostentreffer, der Nachschus von Grafite wurde auf der Torlinie abgeblockt.

Simunek lässt sich ausspielen

Da Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner durch den verletzungsbedingten Ausfall von Innenverteidiger Alexander Madlung (Gesäßmuskel-Probleme) seine Defensive umstellen musste, kam der zuletzt leicht angeschlagene Jan Simunek erstmals seit vier Pflichtspielen wieder zum Einsatz.

Doch der Tscheche machte gleich in seiner ersten Szene eine schlechte Figur, ließ sich im eigenen Strafraum von Zamora mit einer Körpertäuschung ausspielen und begünstigte so das frühe 0:1.

Die Gastgeber benötigten ein paar Minuten, um die kalte Dusche zu verdauen und ließen auch in der Folgezeit ihren gewohnten Angriffsschwung vermissen.

Schwarzer klärt gegen Gentner

Erst ein Fehlpass von Fulham-Kapitän Danny Murphy leitete die erste VfL-Chance durch Christian Gentner ein, der nach einer Vorlage von Sascha Riether Torwart Mark Schwarzer zu einer Parade zwang (10.).

Zwar tauchten die Gastgeber gelegentlich vor dem Tor der Engländer auf, blieben aber im Abschluss über weite Strecken der Partie zu ungenau.

Ein Treffer von Grafite in der 12. Minute wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Die Gäste, in Besitz von Kaufhaus-König Mohamed Al-Fayed und begleitet von Edel-Fan Hugh Grant, beschränkten sich derweil zunehmend auf gelegentliche Entlastungsangriffe und standen ansonsten kompakt in der Defensive.

Benaglio mit starken Paraden

Auch nach dem Seitenwechsel blieben Wolfsburger Torchancen Mangelware. Dafür hätte Zamora in der 59. Minute frei vor Benaglio beinahe das 2:0 für Fulham erzielt, scheiterte jedoch am glänzenden VfL-Keeper.

Ähnlich meisterhaft parierte der Schweizer in der 76. Minute eine Großchance von Simon Davies.

Kurz zuvor hatte Dzeko mit einem Volleyschuss nach einer Ecke von Ashkan Dejagah in Schwarzer seinen Meister gefunden.

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