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Dennis Aogo wechselte 2008 von Freiburg zu Hamburg © getty

Das Schicksalsspiel des HSV steht bevor. Bei SPORT1 spricht Dennis Aogo über den Traum auf dem Rathausmarkt zu stehen.

Von Daniel Rathjen

München - Vor dem wichtigen Halbfinale der Europa League (ab 20.50 Uhr LIVE) ist beim HSV Zusammenhalt angesagt.

Der Traum vom Finale im eigenen Stadion ist zum Greifen nah.

Doch der Druck ist immens: Bei einem Misserfolg gegen den FC Fulham würde sich das ganze Ausmaß des schlechten Saisonverlaufs verdeutlichen.

Für den in der Kritik stehenden Trainer Bruno Labbadia sind die Spiele gegen die Londoner wohl die letzte Möglichkeit, den Zerfall der Mannschaft zu verhindern.

Jerome Boateng scheint bereits dem Ruf eines anderen Vereins gefolgt (Manchester City). Auch andere Spieler werden von großen Teams beobachtet. So auch Dennis Aogo, der beim AC Mialn auf dem Zettel stehen steht.

Im Gespräch mit SPORT1 äußert sich der 23-Jährige über das Interesse der Italiener und zeigt sich genervt vom Verletzungspech der Hanseaten.

SPORT1: Herr Aogo, wissen Sie, dass Sie vom AC Mailand beobachtet werden?

Dennis Aogo: Ja, ich habe davon gehört. Doch ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts dazu sagen. Solche Nebengeräusche haben derzeit bei uns keinen Platz. Wir haben eine überragende Möglichkeit mit dem Halbfinale der Europa League. Fulham gilt die ganze Konzentration. Und danach geht es in der Bundesliga in Hoffenheim ebenfalls um wichtige Zähler.

SPORT1: Reizt Sie generell ein Wechsel?

Aogo: Wie gesagt: es gibt derzeit nichts dazu zu sagen. Außerdem habe ich stets betont, dass ich mich beim HSV rundum wohl fühle.

SPORT1: Wechselgerüchte kommen in dieser Zeit aber automatisch auf, denn nach außen wirkt es, als ob es zwischen Mannschaft und Trainer Differenzen gibt. Wie ist es wirklich?

Aogo: Sie wissen ebenso wie ich, dass es immer unruhig werden kann, wenn man nicht gut spielt und eine schwächere Phase hat. Natürlich war besonders jüngst unser Spiel zu Hause gegen Mainz alles andere als gut. Doch uns alle eint, dass wir erfolgreich sein wollen. Deshalb gehen wir mit voller Konzentration an die kommenden Aufgaben.

SPORT1: Auch Sie waren in der Gruppe, die am Freitag vor dem Spiel gegen Mainz unangemeldet mit Frank Rost ins Kino gegangen ist. Bereuen Sie diese Entscheidung?

Aogo: Wir hätten einfach kurz bescheid sagen sollen. Das war sicherlich nicht glücklich.

SPORT1: Wie erklären Sie sich die sportliche Talfahrt des HSV in der Rückrunde? (DATENCENTER: Die Tabelle)

Aogo: Wir haben auf jeden Fall zu viele Punkte in der Bundesliga liegengelassen, weil wir zu nachlässig waren und den Gegnern zu viel ermöglicht haben. Dass wir jetzt nicht mehr auf dem sechsten Rang stehen und die Qualifikation für die Europa League somit nicht mehr selber in der Hand haben, ist sicher keine gute Ausgangslage.

SPORT1: Haben Sie noch Hoffnung auf ein "Happy-End" in der Bundesliga?

Aogo: Es sind doch noch drei Spiele zu absolvieren - und da kann noch vieles passieren. Es bleibt sicher bis zum letzten Spieltag spannend. Dabei hoffe ich, dass unser Kader so bleibt und kein Spieler mehr verletzt ausfällt. Denn davon hatten wir sicher mehr als genug.

SPORT1: Wie sehr nervt Sie das Verletzungspech?

Aogo: Wenn man sich unsere ganzen Ausfälle mal ansieht, dann kann man schnell erkennen, dass nur ganz wenige Mannschaften so viele Ausfälle kompensieren können. Und so etwas nervt dann schon, auch wenn man es nicht ändern kann.

SPORT1: Wie stufen Sie den Gegner ein?

Aogo: Fulham ist eine starke Mannschaft, die ihre Qualität in den vorigen Runden eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Wenn man Wolfsburg, Juventus Turin und Schachtjor Donetsk ausschaltet, steht man völlig verdient im Halbfinale. Mit Zamora und Duff haben sie zudem Spieler, die individuell sehr stark sind.

SPORT1: Wie groß ist die Chance, dass der HSV ins Finale einzieht?

Aogo: Wir stehen zum zweiten Mal hintereinander im Halbfinale und wollen unbedingt ins Endspiel einziehen. Ein Finale im eigenen Stadion zu spielen, so eine Chance bekommt man wohl nur ein Mal. Wenn es uns gelingt, unsere Vorgaben umzusetzen, haben wir meiner Meinung nach sehr gute Chancen auf das Endspiel.

SPORT1: Welche taktische Ausrichtung wäre die beste?

Aogo: Natürlich ist es unser Ziel, mit einem guten Ergebnis nach London zu fahren. Und wir haben zuletzt bewiesen, dass wir im Hinspiel zu Hause gute Ergebnisse erzielen.

Da ich Fulham eher defensiv erwarte, müssen wir den Ball gut laufen lassen und uns so unsere Chancen erspielen. Und wir müssen aufpassen, dass wir bei schnellen Gegenstößen nicht anfällig sind.

SPORT1: Was würde Ihnen der Titelgewinn bedeuten?

Aogo: Mit dem Pokal auf dem Rathausmarkt zu stehen und mit den Fans zu feiern: Das wäre natürlich ein Traum. Und den wollen wir verwirklichen.

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