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Bruno Labbadia (l., mit Mladen Petric) übernahm den HSV vor der Saison © imago

Die Hamburger empfangen Fulham zum Hinspiel des Europa-League-Halbfinals. Offenbar kann Stürmer Mladen Petric auflaufen.

Von Christian Stüwe

München - Für den Hamburger SV geht es um Alles oder Nichts.

Mit einem Erfolg im Hinspiel des Europa-League-Halbfinals gegen den FC Fulham kann der HSV (ab 20.50 Uhr LIVE) den Traum vom internationalen Titel am Leben erhalten.

Sollten die Hamburger aber an die zuletzt schwachen Leistungen in der Bundesliga anknüpfen, droht die Saison zu einem Desaster zu werden.(DATENCENTER: Die Tabelle)

Die Hamburger sind in der Liga auf Rang sieben abgestürzt und drohen das internationale Geschäft zu verpassen.

Nebenbei scheint auch das persönliche Schicksal von Trainer Bruno Labbadia eng mit den Spielen gegen Fulham verknüpft. Sollten die Hamburger an dem Premier-League-Team scheitern, wäre Labbadia wohl nicht mehr zu halten.

Der Name von Bundestrainer Joachim Löw hält sich schon seit Wochen hartnäckig in der Hansestadt. Doch zunächst einmal versucht Labbadia, seine Chance zu nutzen.

Nach der Niederlage gegen Mainz muss eine deutliche Steigerung her. "Ich glaube einfach daran", sagt Labbadia: "Weil dieses Spiel etwas ganz Besonderes ist."

Sollten die Hamburger das Finale im eigenen Stadion erreichen und den Titel gewinnen, wären die Fans versöhnt und Labbadia dürfte wohl weiter machen.

HSV hofft auf das "Europa-Gesicht"

In der Europa League überzeugten die Hamburger bisher stets. Die Hoffnung in Hamburg beruht darauf, dass die Mannschaft auf gegen Fulham ihr "Europa-Gesicht" zeigt.

"Für jeden persönlich ist das eine unglaubliche Chance. Und wir haben es immer geschafft, mit Problemen zurechtzukommen", erklärt Labbadia.

Blitzheilung bei Petric?

Dabei kommt Labbadia dabei Mladen Petric zu Hilfe. Eigentlich sollte der Angreifer nach seinem Muskelfaserriss noch zwei Wochen pausieren.

Aber wie SPORT1 bereits im Vorfeld erfahren hatte, wird der Kroate gegen Fulham wieder zur Verfügung stehen und zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Doch die Aufgabe wird nicht einfach, der Respekt vor Fulham ist groß.

"Wenn man Wolfsburg, Juventus Turin und Schachtjor Donetsk ausschaltet, steht man völlig verdient im Halbfinale", sagt Dennis Aogo im SPORT1-Interview: "Mit Zamora und Duff haben sie zudem Spieler, die individuell sehr stark sind."

SPORT1 hat die Fakten zum Europa-League-Halbfinale.

Die Ausgangslage:

Beim HSV ist die Lage angespannt. Die Talfahrt in der Liga hat Spuren hinterlassen, die Fans verlieren schnell die Nerven und pfeifen.

Zudem sorgten das Verletzungspech, der Flaschenwurf von Paolo Guerrero und die "Kino-Affäre" um Frank Rost für weitere Unruhe. Trainer Bruno Labbadia wackelt bedrohlich.

Ein Sieg muss, her um die Lage zu beruhigen.

Fulham befindet sich im Mittelfeld der Premier League und spielt in der Europa League eine überraschend starke Saison. Turin, Donetsk und zuletzt Wolfsburg mussten das erfahren.

Die Mannschaft von Trainer Roy Hodgson hat einen echten Lauf und plant nun den ganz großen Coup.

Selbst eine 17-stündige Anreise im Bus wegen des Flugverbots konnte Spieler und Trainer nicht aus der Ruhe bringen. "Es war eng und gemütlich", sagte Torwart Mark Schwarzer.

Spieler im Blickpunkt:

Ruud van Nistelrooy (HSV): Der Stürmer mit der eingebauten Torgarantie hat seit vier Bundesligaspielen nicht mehr getroffen. Das Spiel gegen Fulham wäre der perfekt Zeitpunkt, um die Flaute zu beenden.

Bobby Zamora (Fulham): Der 29-jährige Stürmer des FC Fulham spielt eine außerordentlich starke Europa-League-Saison. Sechs Treffer stehen schon zu Buche. Besonders Wolfsburg machte schlechte Erfahrungen mit Zamora.

In Hin- und Rückspiel erzielte Zamora je ein Tor, zu keinem Zeitpunkt bekamen die "Wölfe" den Angreifer in den Griff. "Zamora könnte in jeder Mannschaft der Welt spielen", lobte Hodgson seinen Spieler im Anschluss.

Das sagen die Trainer:

Bruno Labbadia (HSV): "Wir treffen auf einen sehr starken Gegner, der diszipliniert und sehr gut organsiert ist. Sie haben Juventus mit 4:1 geschlagen, wir wissen, dass sie Tore machen können. Aber unser Ziel ist das Finale."

Roy Hodgson (Fulham): "Wir haben ein schweres Spiel gegen einen Top-Gegner. Deutsche Mannschaft haben eine großartige Geschichte in Europa und waren immer erfolgreich. Es ist immer sehr, sehr schwer gegen ihn.

Vorrausichtliche Aufstellungen:

Hamburg: Rost - Demel, Boateng, Mathijsen, Aogo - Jarolim, Ze Roberto - Tesche, Trochowski - van Nistelrooy, Petric (Guerrero)

Fulham: Schwarzer - Konchesky, Hangeland, Baird, Hughes - Etuhu, Danny Murphy, Simon Davies - Duff, Gera ? Zamora

Schiedsrichter: Claus Bo Larsen (Dänemark)

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