vergrößernverkleinern
Fulhams Gera (l.) behauptet den Ball vor Hamburgs Demel © getty

Der HSV kommt in einem ereignisarmen Europa-League-Halbfinale gegen den FC Fulham nicht über ein torloses Remis hinaus.

Hamburg - Der Traum des Hamburger SV vom Europa-League-Finale am 12. Mai im eigenen Stadion droht auf der Zielgeraden zu platzen.

Im Halbfinal-Hinspiel kam der HSV trotz einer starken kämpferischen Leistung gegen das Abwehrbollwerk vom FC Fulham nicht über ein 0:0 hinaus.

Im Rückspiel am kommenden Donnerstag in London müssen die Norddeutschen nun gewinnen, oder ein Unentschieden mit mindestens einem Tor erzielen, um zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte das Endspiel in einem Europacup zu erreichen.

"Uns stehen alle Türen offen"

"Der Gegner hat sehr defensiv gespielt und uns das Leben schwer gemacht. Sie haben leidenschaftlich verteidigt", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia.

"Wir haben aber auch kein Tor kassiert, was sehr wichtig war. Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick nicht besonders, aber uns stehen alle Türen offen", ergänzte der Coach.

"Ein 0:0 ist kein perfektes Ergebnis für uns", meinte hingegen Fulhams Teammanager Roy Hodgson: "Aber wir müssen zufrieden sein, dass wir nicht verloren haben."

HSV-Klubchef Bernd Hoffmann sagte: "Wir haben in den letzten Runden immer gezeigt, dass wir auswärts ein Tor schießen können. Deshalb stehen die Chancen weiter 50:50."

Europapokalstimmung vor dem Anpfiff

Bereits vor dem Anpfiff herrschte im Stadion elektrisierende Europapokalstimmung.

Unter den 49.171 Zuschauern war auch Bundestrainer Joachim Löw, über den immer wieder als eventuellen Nachfolger von Trainer Bruno Labbadia spekuliert wird.

Die komplette Gegentribüne bildete beim Einlaufen der Teams einen gigantischen HSV-Schriftzug.

"Die beste Möglichkeit, Träume zu verwirklichen, ist aufzuwachen", stand auf einem riesigen Spruchband in Anspielung auf die zuletzt so enttäuschenden Leistungen in der Bundesliga.

HSV startet mit hohem Tempo

Die Hausherren begannen die Partie wie zuletzt immer im Europacup mit einer völlig anderen Einstellung. Gegen die erwartungsgemäß sehr tief stehende Abwehr der Londoner versuchten sie, mit hohem Tempo Chancen herauszuspielen.

Ruud van Nistelrooy (2.) und Piotr Trochowski (3., 9.) hatten bereits in der Anfangsphase gute Möglichkeiten.

Auf der anderen Seite hatte der HSV bei einem abgefälschten Schuss von Zoltan Gera (14.), bei dem Torwart Frank Rost schon auf dem falschen Fuß stand, Glück.

Fulham sehr defensiv

Gegen die Engländer, die sich fast ausschließlich auf Verteidigung und Konter konzentrierten, erspielte sich der HSV zwar klare Feldüberlegenheit, fand aber vor der Pause kein wirksames Mittel, zumal das Labbadia-Team viel zu selten mit Tempo über die Außen spielte.

So wurde die Partie zu dem vom Coach befürchteten Geduldsspiel.

"Wir müssen mehr Druck ausüben und draufgehen", forderte HSV-Ikone Uwe Seeler in der Pause und Meistertrainer Felix Magath ergänzte: "Der HSV muss Druck und Tempo machen, damit Fulham müde wird."

17 Stunden Anreise mit Bahn und Bus hatten die Londoner wegen des Flugverbotes schließlich in den Knochen.

Beide Teams gehen kein großes Risiko

Umsetzen konnten die Spieler die Forderungen der Altstars aber auch in der zweiten Hälfte nicht. Dabei war immer zu sehen, dass sie das letzte Risiko vermieden, um auf keinen Fall ein Gegentor zu kassieren.

Für beide Teams ging es darum, einen möglicherweise entscheidenden Fehler zu vermeiden. Jonathan Pitroipa und Trochowski scheiterten in der 71. Minute an Torwart Mark Schwarzer.

Trochowski fehlt im Rückspiel

Bei den Hanseaten wurde in der 73. Minute Torjäger Mladen Petric eingewechselt. Der Kroate hatte erst vor rund einer Woche einen Muskelfaserriss erlitten.

In der Schlussphase sollte er noch einmal Belebung in die Offensive bringen. Doch auch er konnte nicht für den Torerfolg sorgen.

"Es war schwer heute. Wir haben kein Tor geschossen, aber auch keins gekriegt", sagte Petric nach der Partie. "Aber wenn wir in London ein Tor schießen, brauchen die schon zwei", erklärte der Kroate.

Beim Rückspiel im "Craven Cottage" wird der HSV allerdings auf Trochowski verzichten müssen. Der Nationalspieler holte sich in der Nachspielzeit für ein Foul an Damien Duff die fünfte Gelbe Karte ab und ist somit im nächsten Spiel gesperrt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel