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Hamburgs Piotr Trochowski (r.) spielte von 2002 bis 2005 bei den Bayern © getty

Interimscoach und Motivationsküstler Moniz fordert seine HSV-Spieler auf in Fulham, "zu rennen als sei es das letzte Spiel".

München - Der Trainer entlassen, die Stars vor dem Absprung und gerade jetzt folgt die bislang wichtigste Begegnung der Saison:

Vor dem Halbfinal-Rückspiel der Europa League am Donnerstag (ab 20.50 Uhr LIVE) beim englischen Premier-League-Klub FC Fulham sucht der Hamburger SV nach einem Weg heraus aus dem Chaos und hinein ins Endspiel am 12. Mai im heimischen Stadion.

Wohl nur mit einem Sieg im europäischen Wettbewerb kann der HSV auch für die kommende Saison international planen.

Bei einem Ausscheiden in London würde die sportliche Talfahrt der vergangenen Monate im Totalabsturz enden.

Moniz: "Es ist eine historische Chance"

"Ein Europapokal-Finale im eigenen Stadion zu spielen, ist eine historische Chance. Das muss jedem Einzelnen bewusst sein. Wir müssen rennen, als sei es unser letztes Spiel", sagt Interimscoach Ricardo Moniz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Niederländer (Portrait) ist ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, war zuletzt Techniktrainer bei den Hanseaten und soll nach der Beurlaubung von Coach Bruno Labbadia am Montag nun für den HSV retten, was noch zu retten ist.

Bis zum Saisonende hievte ihn Klubboss Bernd Hoffmann auf den Posten des Cheftrainers.

Bekannt als Motivator

Moniz gilt als großer Motivator und kommt im Gegensatz zu seinem bisherigen Chef gut bei der Mannschaft an. Ob dies jedoch reicht, um im West-Londoner Craven Cottage zu bestehen, bleibt abzuwarten.

"Die Lösung mit Moniz ist optimal. Er lebt Fußball, er liebt Fußball, er ist Fußball. Wir haben in Fulham die letzte Chance, die Saison positiv zu gestalten", meint Außenverteidiger Dennis Aogo.

Er agierte bei der 1:5-Packung am vergangenen Sonntag bei 1899 Hoffenheim allerdings genauso desolat wie der Rest des Teams.

Aogo musste wegen Magen-Darm-Problemen am Mittwoch zuhause bleiben, womöglich wird er aber am Donnerstag eingeflogen.

Nun ist die Mannschaft dran

Nun da der bei Großteilen der Mannschaft unbeliebte Labbadia weg ist, ist mit ihm das letzte Alibi verschwunden. Nach der in der Liga verkorksten Rückrunde steht die Mannschaft in der Pflicht - wohl fast zum letzten Mal in bestehender Konstellation.

Nationalspieler Jerome Boateng verlässt den Verein am Saisonende und wechselt dem Vernehmen nach zu Manchester City, Aogo verhandelt mit dem AC Mailand. Auch dem am Donnerstag gesperrten Piotr Trochowski, Eljero Elia, Jonathan Pitroipa und Ze Roberto werden Abschiedsgedanken nachgesagt. 209112(DIASHOW: Wechselbörse)

Paolo Guerrero hat seinen auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert. Auch auf dem Trainerposten ist Moniz nicht mehr als eine Zwischenlösung. Angeblich steht der Coach vor einem Engagement bei Red Bull Salzburg.

Trainerfrage ungeklärt

Somit wird im Sommer der siebte Chefcoach binnen Hoffmanns siebenjähriger Amtszeit kommen. Die Liste der potenziellen Kandidaten ist lang 229852 (DIASHOW: Die Trainerkandidaten).

"Wir brauchen einen Trainer, der ein hohes Maß an Identifikation und Begeisterung für die Aufgabe mitbringt. Bei der Auswahl der Spieler wollen wir Mentalität und Charakter stark in den Vordergrund stellen. Es ist wichtig, dass der Trainer früh feststeht", sagte Hoffmann der "Bild" und bestieg am Mittwoch um 11 Uhr gemeinsam mit der Mannschaft das Flugzeug gen London.

Löw-Engagement ausgeschlossen

Ein Engagement des immer wieder gehandelten Joachim Löw schloss Hoffmann in der "Bild" faktisch aus: "Wir möchten einen Trainer haben, der seine Aufgabe beim HSV ausgeruht antritt und die Saison-Vorbereitung mitgestaltet. Das ist für einen WM-Trainer nicht möglich."

Mit einem Weiterkommen in Fulham könnte zumindest ein wenig Ruhe zurückkehren. Nach dem 0:0 im Hinspiel reicht dem HSV ein Remis mit mindestens einem selbst erzielten Tor, um im Finale auf den FC Liverpool oder Atletico Madrid zu treffen.

Wenn die Mannschaft nach dem Endspiel mit dem Pokal in Händen vom Rathausbalkon grüßen würde, wäre die Welt in der Hansestadt wohl wieder in Ordnung - aber auch nur dann. Es wäre der erste Titel seit 23 Jahren.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Fulham: Schwarzer - Konchesky, Hangeland, Smalling, Hughes - Etuhu, Murphy, Davies - Duff, Gera - Zamora (Dempsey)

Hamburg: Rost - Demel, Boateng, Mathijsen, Rincon (Aogo) - Jarolim, Ze Roberto - Tesche, Pitroipa - van Nistelrooy, Petric

Schiedsrichter: Züneyt Cakir (Türkei)

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