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Hamburgs Dennis Aogo (r.) verliert das Kopfballduell gegen Fulhams Bobby Zamora © getty

Hamburg liegt im Rückspiel der Europa League beim FC Fulham lange vorn und verpasst dennoch das Endspiel im eigenen Stadion.

Aus dem Craven Cottage berichtet Mathias Frohnapfel

London - Aus, Ende und vorbei: Der HSV hat auch das letzte seiner Saisonziele verspielt.

Die Hamburger scheiterten im Rückspiel beim FC Fulham mit 1:2.

Im Westen Londons gab das Team von Neu-Trainer Ricardo Moniz eine 1:0-Halbzeitführung von Mladen Petric (22.) aus der Hand, Davies (69.) und Zoltan Gera (76.) drehten das Spiel und stießen Hamburg in den Abgrund.(DATENCENTER: Das Halbfinale)

"Das ist eine ganz bittere Stunde", meinte HSV-Klubchef Bernd Hoffmann, der den Ausgleichstreffer als Schlüsselmoment sah.

"Nach dem 1:0 hatten wir das Spiel im Griff, aber dann fiel das 1:1 aus heiterem Himmel. Wir haben zwei Jahre lang den Traum vom Endspiel im eigenen Stadion geträumt, wenn der dann 20 Minuten vor dem Ende platzt, ist das ganz bitter", ärgerte sich Hoffmann.

Neu-Trainer Moniz, der am Montag Bruno Labbadia ablöste, vertraute im Wesentlichen der Mannschaft, die beim 0:0 im Hinspiel auf dem Feld stand.

Lediglich für den Gelb gesperrten Trochowski rückte Robert Tesche ins Team.

Van Nistelrooy rechtzeitig genesen

Rechtzeitig zum Kracher meldeten sich Ruud van Nistelrooy, Ze Roberto und Guy Demel wieder fit, die bei der 1:5-Blamage in Hoffenheim noch angeschlagen fehlten.

Vor allem auf "Van the Man", der während seiner Zeit für ManUnited zehn Tore gegen Fulham erzielte, richteten sich die Blicke der englischen Fans.

Doch Fulham fand vor 25.7000 Zuschauern besser ins Spiel, die Briten griffen mit Furor an.

Rost rettet

Frank Rost musste bereits in der zweiten Minute gegen Zamora all sein Können aufbieten, um einen frühen Rückstand zu verhindern.

Brede Hangeland hatte wenig später die nächste Chance, setzte den Ball per Kopf aber übers Gehäuse (9.).

Nach dieser Anfangsphase fanden die Hanseaten besser ins Spiel:

Kapitän David Jarolim setzte sich durch und passte im Strafraum auf Mladen Petric, der im letzten Moment geblockt wurde (14.).

Ze Roberto emsig

Fleißkärtchen verdiente sich Ze Roberto, der im Zentrum und auf den Außenseiten weite Wege ging.

Einem Tempodribbling des Brasilianers ging auch die Führung des HSV voraus. Ze Roberto wurde per Foul gestoppt, den anschließenden Freistoß feuerte Kunstschütze Petric aus 29 Metern unhaltbar in den Torwinkel (22.). Ein wunderschöner Treffer!

Die zirka 3000 mitgereisten HSV-Fans waren völlig aus dem Häuschen. Doch das mögliche Endspiel war noch mehr als zwei Drittel des Spiels entfernt.

Allerdings blieben die Hamburger weiter aktiv, ließen in der Abwehr wenig zu. Die beste Aktion für die "Cottagers" bestand in einem Freistoß von Simon Davies, der hoch übers Tor segelte (32).

Glück für Boateng

Die zweite Hälfte begann wieder mit einem angriffslustigen Heimteam, das allerdings lange zu wenig präzise spielte.

Auf der Gegenseite hatten die Hamburger durch Mladen Petric eine schöne Gelegenheit (58.). Der Kroate wurde allerdings im Strafraum zu stark abgedrängt, um gefährlich abschließen zu können.

Das Spiel nahm jetzt Fahrt auf.

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Erst hatte Jerome Boateng Glück, als Schiedsrichter Cüneyt Cakir sein hartes Einsteigen nahe der Eckfahne nur mit Gelb ahndete. Dann verpasste Duff um Haaresbreite den Ausgleich für die Whites (64.).

Davies und Gera treffen

Dann war es aber soweit. Danny Murphy chippte den Ball auf Davies, der im Strafraum den Ball an Demel vorbeilegte und mit brachialer Gewalt vollstreckte (69.).

Das Craven Cottage hatte sich längst in einen Hexenkessel verwandelt, die Whites wollten mit aller Macht den Sieg, der HSV wackelte.

Vor allem die Verteidiger Boateng und Demel wirkten verunsichert.

Und Zoltan Gera reagierte bei einer Ecke am schnellsten, die Hamburger Abwehrspieler schauten verdutzt, der Ball landete aus kurzer Distanz im Tor (76).

Hamburg drohte das Ausscheiden, die Norddeutschen warfen noch einmal alles nach vorn.

Eine wirklich gefährliche Gelegenheit sprang bei allem Bemühen aber nicht mehr heraus.

Fulham feierte frenetisch den Finaleinzug, während die Hamburger zerstört zu Boden sanken und trauerten.

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