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Mladen Petric erzielte per direktem Freistoß das 1:0 für den Hamburger SV © imago

Der HSV verpasst in Fulham das Finale der Europa League. Im SPORT1-Interview spricht Mladen Petric über eine verkorkste Saison.

Aus London berichtet Mathias Frohnapfel

London - Mladen Petric hätte der große Held des Halbfinal-Rückspiels werden können.

Die Schlagzeilen waren nach seinem Kunsttor gegen den FC Fulham schon vorbereitet.

Doch in der zweiten Hälfte übernahmen die Londoner im "Craven Cottage" das Kommando und boxten den Hamburger SV mit 2:1 (0:1) aus der Europa League (DATENCENTER: Das Halbfinale).

Mehr als eine Stunde versammelten sich die HSV-Profis nach der bitteren Pleite im Kabinentrakt, ehe sie mit versteinerten Mienen zum Mannschaftsbus eilten - nur weg vom Ort des Grauens 231019(die Bilder).

Auch bei Petric hatte sich das Entsetzen über das Aus in die Gesichtszüge gemeißelt.

Im SPORT1-Interview spricht der Kroate über die Fehler gegen Fulham, eine verkorkste Saison und die Auswirkungen.

SPORT1: Herr Petric, die Enttäuschung nach dem Ausscheiden muss bei Ihnen riesig sein, oder?

Mladen Petric: Das ist sie, vor allem nach der Art und Weise, wie wir verloren hatten. Wir hatten alles in den eigenen Händen, lagen in Führung und haben es leider wie so oft in der Saison verpasst, weiter zu spielen. Wir sind kaum mehr rausgerückt und haben so Fulham ins Spiel kommen lassen.

SPORT1: Sie haben ein wunderschönes Tor erzielt. Trotzdem hat es am Ende nicht gereicht. Welchen Gedanken verfolgte das Team und Neu-Trainer Ricardo Moniz in der Halbzeit?

Petric: Wir wollten uns das in den zweiten 45 Minuten natürlich nicht mehr nehmen lassen. Ricardo Moniz hat es auch schon angesprochen, wir wollten höher stehen und uns nicht so hinten reindrängen lassen. Das haben wir leider nicht geschafft.

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SPORT1: Es wurde ja immer wieder und wieder über dieses große Finale in der eigenen Stadt gesprochen. War der Druck eventuell zu hoch?

Petric: Das glaube ich nicht. Wir Spieler haben das immer positiv gesehen, dass wir in einem Halbfinale in der Europa League standen. Ich weiß nicht, ob vielleicht der ein oder andere an dem Druck zerbrochen ist.

SPORT1: Ist zu viel Negatives in der Saison passiert, so dass man die Führung nicht nutzen konnte?

Petric: Das hatte nichts damit zu tun, was in den letzten Wochen abgegangen ist. Wir müssen uns an die eigene Nase packen, weil wir es verpasst haben, die Entscheidung zu suchen. Wir hatten ja noch die ein oder andere Gelegenheit, bei der der letzte Pass nicht ankam.

SPORT1: Wie gehen Sie mit der Enttäuschung um?

Petric: Ich weiß nicht, wie ich das verarbeiten werde. Es war auf jeden Fall eine der bittersten Niederlagen meiner Karriere. Wir haben gegen einen Gegner verloren, der ganz klar nicht besser war als wir.

SPORT1: Die Saison ist vermurkst. Wie bitter ist das?

Petric: Das ist eine einzige Enttäuschung. Wir haben uns sehr früh aus dem DFB-Pokal verabschiedet, in der Bundesliga sind wir überhaupt nicht mehr zu unseren Stärken gekommen und jetzt haben wir auch noch den letzten Strohhalm verpasst.

SPORT1: Droht der Zerfall des Teams?

Petric: Die Mannschaft wird nicht zerfallen. Der eine oder andere wird gewiss gehen, aber der größte Teil wird bleiben.

SPORT1: Wie wollen Sie nun die Bundesliga-Saison zu Ende spielen?

Petric: Wir können leider nicht mehr viel erreichen. Es sind noch zwei Spiele. Wir müssen schauen, dass wir uns aufbäumen und die letzten beiden Partien wenigstens noch positiv beenden.

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