vergrößernverkleinern
Philipp Degen (v.) ist seit Sommer vom FC Liverpool an den VfB ausgeliehen © getty

Trotz mäßigem Spiel in Bratislava hält Stuttgarts Coach Gross an seinem Team fest und fordert mehr Zeit. Ein Münchner soll kommen.

Bratislava - Die Leistungen der Profis waren wieder dürftig, doch das Scheckbuch des VfB Stuttgart bleibt erstmal zu:

Obwohl Stuttgart nach dem glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg im Hinspiel der Playoffs für die Europa League bei Slovan Bratislava etwa fünf Millionen Euro fast schon sicher sind, will VfB-Manager Fredi Bobic den Weg des schwäbisch-sparsamen Investierens nicht verlassen.

Dem Liga-Start am Sonntag bei Mainz 05 (ab 15.00 Uhr im LIVE-TICKER) sieht er auch mit dem vorhandenen Team gelassen entgegen.

"Wir haben eine sehr gute, talentierte Mannschaft", sagte der Sportdirektor trotz der schwachen Vorstellung beim slowakischen Pokalsieger.

"Und eine große Verantwortung gegenüber dem Verein."

Und die verlange es derzeit, "finanziell ein bisschen zurückfahren".

"Löwe" Aigner soll kommen

Deshalb will er "sinnvoll und in die richtigen Leute" investieren - und wohl nur noch Stefan Aigner von 1860 München dazuholen.

Der 23-jährige Mittelfeldspieler soll etwa 1,5 Millionen Euro kosten und schon bald am Neckar eintreffen.

Bobic erwartet "am Wochenende oder Anfang der kommenden Woche" Konkretes in Sachen Zugänge, Aigner nannte er einen "interessanten Spieler, mit dem wir uns beschäftigen".

Wie dringend der VfB noch etwas frischen Wind für die Offensive nötig hat, war in der Slowakei erneut deutlich zu sehen.

"Wir brauchen noch Zeit"

Stuttgart fehlte der Spielwitz, über die Außen kam kaum Erquickliches, und auch Pässe in die Tiefe wurden schmerzlich vermisst, wie Bobic monierte.

Im Abschluss war wieder nur Cacau gefährlich - bis Neuzugang Martin Harnik den VfB mit seinem Tor in der 88. Minute erlöste. (276945DIASHOW: Europa-League-Playoffs: Die Hinspiele)

"Wir brauchen noch ein bisschen Zeit und müssen uns festigen", sagte Trainer Christian Gross.

Außerdem, ergänzte er, müssten "die Neuen noch mehr integriert werden" - obwohl mit Philipp Degen und Christian Gentner doch nur zwei Zugänge in der Startelf gestanden hatten.

Delpierre fehlt noch länger

Erst als zwei weitere Neue kamen, Harnik und Johan Audel, zeigte der VfB ein gefälligeres Offensivspiel und mehr Zug zum Tor.

"Ich habe viele gute Aktionen gesehen, aber auch Dinge, die mir nicht gefallen haben. Wir haben noch einen Tick zu viel zugelassen", sagte Bobic.

Denn auch das Fehlen von Kapitän Matthieu Delpierre in der Innenverteidigung war spürbar.

Der Franzose fehlt in Mainz noch und vermutlich auch im Rückspiel am kommenden Donnerstag (ab 20.00 Uhr live im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Nationalspieler Serdar Tasci, in Bratislava immerhin schon wieder auf der Bank, drängt zurück ins Team.

Harnik erneut der Matchwinner

Das tut auch Harnik, der bereits beim 3:2-Erfolg in der Runde zuvor bei Molde FK das späte Siegtor erzielt hatte.

"Ich bin sehr glücklich, dass ich das Tor gemacht habe. Das ist aber auch meine Aufgabe als Einwechselspieler", sagte der Matchwinner.

Noch sieht Gross ihn wohl als Joker. "Die Konstellation, dass er von draußen kam, war die richtige Wahl", betonte der Schweizer.

"Das sah aus wie eine geplante Aktion"

Von draußen kam auch jede Menge Unruhe ins Spiel, hatten doch einige Anhäger aus Bratislava versucht, die mitgereisten Gäste-Fans zu attackieren.

"Das sah aus wie eine geplante Aktion. Die sind wie auf Knopfdruck auf den Zaun los und haben ihn niedergerissen", sagte Bobic über die Krawalle, die zu einer fünfminütigen Unterbrechung der Partie geführt hatten.

Vor dem Rückspiel soll ein intensiver Dialog beider Vereine eine Wiederholung solcher Szenen verhindern.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel