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Noch nicht durch: Stuttgarts Christian Träsch (r.), hier gegen Bratislavas Marian Had © imago

Während der BVB und Leverkusen mit Polstern in die Playoff-Rückspiele gehen, steht der VfB unter Druck. Ballack pausiert.

Köln - Viele Wege führen nach Europa:

Borussia Dortmund legte 3500 km Luftlinie nach Aserbaidschan zurück, Bayer Leverkusen trat seinen "Betriebsausflug" in die ferne Ukraine ohne Michael Ballack an.

Nur der VfB Stuttgart darf sein "Endspiel" um die Zusatzeinnahmen von fünf Millionen Euro aus der Gruppenphase am Donnerstag (ab 19.45 Uhr live im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) im eigenen Stadion bestreiten.

Doch während der BVB mit einem 4:0-Polster aus dem Play-off-Hinspiel bei Qarabag Agdam (18 Uhr) antritt und auch Leverkusen mit einem komfortablen 3:0-Vorsprung bei Tawrija Simferopol (20 Uhr) aufläuft, müssen die Schwaben angesichts des knappen 1:0-Sieges in der Slowakei noch zittern.

Auszeit für Ballack

In der Ukraine verzichten die Leverkusener neben Ballack auch auf Angreifer Stefan Kießling und Abwehrchef Sami Hyypiä.

"Michael hat jetzt zwei Spiele innerhalb kurzer Zeit bestritten", begründet Trainer Jupp Heynckes. (276945DIASHOW: Europa-League-Playoffs: Die Hinspiele)

"Er soll regenerieren, dann neue Trainingsreize setzen, damit er sich am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach in wesentlich besserer Form als in Dortmund präsentiert."

Heynckes knallhart

Ballack hatte beim 3:0 im Hinspiel ein 45-minütiges Pflichtspiel-Comeback im Bayer-Dress gefeiert. Beim 2:0-Erfolg in Dortmund hatte er 90 Minuten durchgespielt.

Ballack hätte zwar gerne auf der Krim gespielt. Doch der Bayer-Coach ließ keinen Zweifel: Er entscheide, wer spiele oder nicht.

Der 65 Jahre alte Trainer-Routinier will auf keinen Fall ein Risiko eingehen, setzt auf Rotation.

[kaltura id="0_h8xom0a0" class="full_size" title="Ballack übernimmt Verantwortung"]

Gross fordert Verstärkungen

Ob auch die Stuttgarter am Freitag (13 Uhr) bei der Gruppenauslosung in Monaco im Lostopf vertreten sein werden, ist für Manager Fredi Bobic hauptsächlich eine Kopfsache.

Nach verpatztem Saisonauftakt und den schlechten Nachrichten bei der Suche nach neuem Personal, braucht der VfB dringend ein Erfolgserlebnis.

Schließlich fordert Trainer Christian Gross nicht erst nach dem 0:2 beim FSV Mainz 05 weitere Verstärkungen.

Weiter im Gespräch ist Stefan Aigner vom Zweitligisten 1860 München.

"Wir werden sicher noch etwas tun. Aber wir werden auch Ruhe bewahren", sagt Bobic. (209112DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Tasci wieder nur Ersatz

Dennoch setzt Gross Nationalspieler Serdar Tasci, der trotz seines langfristigen Vertrages beim VfB von europäischen Großklubs umworben wird, auch gegen Bratislava auf die Bank und sorgt damit für weiteren Zündstoff.

Tasci wollte unbedingt spielen - aber der Trainer sagt trocken: "Serdar trainiert gut, aber ich vertraue meiner Innenverteidigung."

Der Mannschaft ist die riesige Bedeutung des Spiels gegen den slowakischen Pokalsieger bewusst.

"Das Spiel dürfen wir nicht verlieren, wir werden uns keine Schwäche erlauben. Wir werden alle 100 Prozent geben, keine 95", sagt Stürmer Ciprian Marica.

Christian Gentner beschwört, dass es bei den Schwaben "keine Angst vor einem Fehlstart gibt".

Und Trainer Gross sagt trocken, dass "wir die nächsten beiden Heimspiele gewinnen müssen."

Dortmund warnt vor Selbstgänger

Dortmund musste in Aserbaidschans Hauptstadt Baku die längste Europacup-Reise seiner Geschichte bewältigen.

Doch trotz des klaren Sieges im Hinspiel wollten die Borussen von einem Betriebsausflug ans Kaspische Meer nichts wissen.

"Im Fußball kann viel passieren, und es gab auch schon Wunder. Wir wollen nicht so einem Wunder zum Opfer fallen", sagt Kapitän Sebastian Kehl.

Und auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke warnte schon nach dem Hinspiel: "Wir sind noch nicht durch."

Auftakt-Frust verraucht

Vier Tage nach dem verpatzten Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen (0:2) ist der erste Frust offenbar verflogen.

"Wir hatten einfach einen schlechten Tag", so Neven Subotic und erstickt sämtliche Spekulationen über eine eventuelle Unlust auf das Gastspiel am Südkaukasus im Keim.

"Für viele von uns wäre das der größte internationale Erfolg, wenn wir in die Gruppenphase einziehen", sagt der 21 Jahre alte Innenverteidiger.

Mittelfeldspieler Nuri Sahin ergänzt: "Wir setzten jedoch alles daran, in Europa zu spielen. Sowohl für den Verein, als auch für die Stadt und die Spieler ist es wichtig, europäisch zu spielen. Wir wollen uns weiterentwickeln."

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