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Leverkusens Trainer Jupp Heynckes gewann 1998 mit Real Madrid die Champions League © imago

Die Strategie des Leverkusener Trainers geht voll auf. Völler ist zufrieden. Nur die schwere Gruppen bereitet Sorgenfalten.

Simferopol - Nachdem der Bayer-Tross um 3.18 Uhr am frühen Freitagmorgen gelandet war, hatte ausgerechnet Leverkusens Cheftrainer Jupp Heynckes Probleme.

Als einer der Letzten verließ der 65-Jährige das Kölner Flughafengebäude, weil sein Koffer zunächst nicht aufzufinden war.

Es war allerdings das einzige kleinere Malheur des Bundesligisten, der mit einem 3:1 (0:1) bei Tawrija Simferopol souverän die Gruppenphase der Europa League nach 3:0-Hinspielerfolg erreicht hatte.

Bei der Auslosung in Monte Carlo bekam Bayer Atletico Madrid, Rosenborg Trondheim und Aris Saloniki und damit unangenehme Gegner zugelost.

"Der Europapokal ist kein Wunschkonzert. Das sind kompetente Gegner, die internationale Klasse haben. Atletico verfügt in Forlan und Agüero über Weltklassespieler. Trondheim verfügt über Champions-League-Erfahrung", erklärte Heynckes.

"Die Europa League ist in dieser Saison stark besetzt. Besonders Atletico Madrid bedeutet eine große Herausforderung, aber auch Trondheim und Saloniki sind schwierig zu spielen. Dennoch sind wir optimistisch, dass wir weiterkommen. Atletico ist aber sicher der Top-Favorit in der Gruppe", sagte Sportchef Rudi Völler.

Gelungene Rotation

Beim Erfolg auf der Halbinsel Krim war die Rotation von Heynckes voll aufgegangen. Gleich auf fünf Stammkräfte hatte der Trainer-Routinier in seiner Anfangsformation verzichtet - dennoch erreichte der Werksklub locker die Hauptrunde.

"Wenn man nicht in einem solchen Spiel anderen Leuten eine Chance gibt, wann dann?", fragte Völler rein rhetorisch.

Nach anfänglichen Problemen und einem schnellen 0:1-Rückstand hatten die Leverkusener im zweiten Durchgang die Begegnung aber fest im Griff und siegten verdient.

Renato Augusto stark nach Einwechslung

Rückkehrer Michael Ballack, Torjäger Stefan Kießling und Abwehrchef Sami Hyypiä hatten die Reise in die Ukraine erst gar nicht angetreten und trainierten zu Hause mit der zweiten Mannschaft.

Der Coach nahm noch zwei Umstellung vor und Renato Augusto und Michal Kadlec aus der Anfangsformation; beide wurden später aber eingewechselt.

"Wir haben einen großen Kader. Außerdem hat der Trainer richtig eingewechselt", äußerte Völler. Vor allem die Hereinnahme des Brasilianers Renato Augusto erwies sich als gute Entscheidung von Heynckes.

Der Südamerikaner nahm die Zügel in die Hände und gab dem Bayer-Spiel mehr Kontur.

Nur die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig.

Gonzalo Castro trifft in der Nachspielzeit

In einem phasenweise chaotischen Spiel war der ukrainische Pokalsieger bereits in der 5. Minute durch einen Handelfmeter von Issy Lucky Idahor in Führung gegangen.

Bayer schaffte durch einen Foulelfmeter von Arturo Vidal aber den Ausgleich (50.).

Ein Eigentor von Denys Holaido (74.) und ein Treffer von Gonzalo Castro in der Nachspielzeit bescherten Leverkusen den Auswärtssieg.

Starker Adler fährt zum DFB-Team

Ein sicherer Rückhalt war Nationaltorwart Rene Adler, der von Bundestrainer Joachim Löw auch wieder für die EM-Qualifikationsspiele gegen Belgien (3. September) und Aserbaidschan (7. September) im Gegensatz zu Nationalmannschaftskapitän Ballack nominiert wurde.

"Ich fühle mich sehr gut, bin gut drauf", sagte der Keeper, der aufgrund eines Rippenbruchs bei der WM in Südafrika nicht dabei sein konnte.

Stark trumpfte in Simferopol auch Lars Bender auf. Der defensive Mittelfeldspieler war immer anspielbar und lieferte ein großes Laufpensum.

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