vergrößernverkleinern
Cacau wurde mit dem VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister © getty

Stuttgart rettet sich in die Gruppenphase, offenbart aber große Defizite. Sportdirektor Bobic will sich aber nicht hetzen lassen.

Stuttgart - Fredi Bobic sah müde und abgekämpft aus, die Schweißperlen standen ihm auf der Stirn - und das lag nicht nur am schwül-warmen Wetter.

Vielmehr hatte das äußerst mühsame 2:2 (0:1) des VfB Stuttgart gegen Slovan Bratislava, mit dem sich die Schwaben gerade so in die Gruppenphase der Europa League retteten, beim Sportdirektor Spuren hinterlassen.

"Es war ein Wahnsinns-Abend. Ich hätte es lieber entspannter gehabt", sagte er im Gespräch mit SPORT1. 279859(DIASHOW: Bilder des Spiels)

Doch den Wunsch erfüllten ihm die Herren Profis nicht. Stattdessen lieferten sie den letzten Beweis dafür, dass Stuttgart personell nachlegen muss.

"Ich bin von der Gruppe angetan"

Schließlich will der VfB auch die Gruppenphase gegen den FC Getafe (Spanien), Odense BK (Dänemark) und die Young Boys Bern (Schweiz) überstehen. "Ich bin von der Gruppe angetan, sie ist nicht so einfach zu spielen", sagte Bobic kurz nach der Auslosung.

Gerade der spanische Vertreter Getafe, der gegen Bayern München im Uefa-Cup 2008 nur knapp ausschied, sei mit Vorsicht zu genießen. (DATENGENTER: Die Europa League)

Bobic verlangt deshalb von seinen Spielern, alles seriös zu nehmen und mit viel Selbstvertrauen an die Sache ranzugehen: "Dann können wir in dieser Gruppe auf jeden Fall weiterkommen."

Aigner-Transfer gescheitert

Bis dahin soll sich aber personell noch etwas tun. "Wir wollen etwas tun. Und wir müssen etwas tun, das weiß jeder", sagte Bobic dann auch: "Aber wir müssen auf den richtigen Augenblick warten."

Der ist bisher noch nicht gekommen, Bobic und der VfB tun sich auf der Suche nach Verstärkungen schwer. Vor allem fürs rechte Mittelfeld fahnden sie, doch handelten sich Absagen von Vladimir Weiss, Andre Ayew und Ibrahima Traore oder der jeweils abgebenden Vereine ein.

Den Transfer von Stefan Aigner (1860 München), der als heißester Kandidat galt, hat Bobic am Freitag ebenfalls als gescheitert vermeldet.

[kaltura id="0_1x6c4atn" class="full_size" title="Stuttgart zittert sich weiter"]

Degen und Audel fehlen wochenlang

Auch die Ausfälle der beiden Neuzugänge Philipp Degen (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Johan Audel (Fuß-OP), die dem VfB gleich für mehrere Wochen fehlen werden, zwingen Bobic zum Handeln. Bis zum Ende der Transferphase am kommenden Dienstag sollen noch "ein, maximal zwei Spieler" kommen.

Mehr verraten wolle Bobic aber nicht, denn er habe in puncto Transfers "schon so viel Unsinn gehört, da bin ich fast schon von der Couch gefallen". Überhaupt wird dem Manager beim Thema Neuzugänge "zu viel gequasselt".

Der VfB sei "vorbereitet", sagte er: "Wir wollen es so schnell wie möglich." Aber "bis kurz vor Toresschluss" könne es noch dauern, bis der VfB doch noch fündig werde.

Schlimme Fehler in der Defensive

Die Vorstellung gegen Bratislava nährte allerdings große Zweifel daran, dass es mit einem Neuen getan ist. Slovan hatte den VfB mit Toren von Martin Dobrotka (9.) und Jakub Sylvestr (52.) schon fast rausgeworfen, ehe Timo Gebhart (56.) und Christian Gentner (64.) den VfB noch in die Gruppenphase schossen.

Die Gelb-Rote Karte gegen Michal Breznanik (55.) half dem VfB, der sich wie zum Liga-Start und in den vorherigen Europacup-Spielen unerklärliche Fehler in der Defensive leistete.

Gross wünscht sich "mehr Entschlossenheit"

Bobic hatte "einige Sachen, die sicher nicht gut waren" gesehen, Coach Christian Gross monierte, sein Team habe sich mitunter "sehr, sehr schlecht angestellt".

Im Mittelfeld fehlten Aggressivität und Ordnung, vorne hätte sich Gross "mehr Entschlossenheit gewünscht". Und das Abwehrzentrum mit Georg Niedermeier und Khalid Boulahrouz war teilweise überfordert, Niedermeier verschuldete mit einem Stockfehler das 0:2.

Machtwort im Fall Tasci

Umso verwunderlicher, dass Gross erneut auf Serdar Tasci verzichtete. Der Nationalspieler erwägt deshalb offenbar einen Wechsel, Juventus Turin, Tottenham Hotspur und Zenit St. Petersburg gelten als Interessenten.

Tascis Berater Uli Ferber heizte die Spekulationen mit eindeutigen Aussagen noch an, worauf Bobic genervt reagierte. "Ich habe Verständnis dafür, dass er enttäuscht ist, wenn er nicht spielt. Aber wir leben in einer Leistungsgesellschaft, da brauchen wir nicht immer gleich eine Diskussion anfangen", sagte er - und sprach ein Machtwort:

"Er bleibt beim VfB."

Bobic arbeitet "mit Hochdruck" an Transfers

Tasci werde wohl schon am Sonntag gegen Borussia Dortmund ins Team rücken, meinte Bobic - und er will ja ohnehin kaufen, nicht verkaufen.

"Wir arbeiten mit Hochdruck daran", sagte er über mögliche Zugänge. Der Einzug in die Gruppenphase, der etwa fünf Millionen Euro Einnahmen bringt, ändere bei der Suche "wenig", meinte Bobic, aber immerhin:

"Du kannst ihnen eine Bühne bieten, das ist ein Vorteil."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel