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Nuri Sahin bestritt 108 Bundesliga-Spiele für Borussia Dortmund © getty

Dortmunds Nuri Sahin spricht im SPORT1-Interview über den Europa-League-Auftakt bei Karpaty Lwiw und das Derby in Schalke.

Von Andreas Kloo

München - Erst der Start in die Europa-League-Gruppenphase, drei Tage später das Derby auf Schalke:

Es sind richtungweisende Partien für Borussia Dortmund - und der BVB geht mit Rückenwind in diese Schlüsselspiele.

Nach der Auftaktniederlage gegen Leverkusen gab es überzeugende Siege in Stuttgart und gegen Wolfsburg.

Der junge Mittelfeld-Stratege Nuri Sahin hat entscheidend dazu beigetragen - für ihn persönlich ist die Welt wegen der stockenden Nationalelf-Karriere in der Türkei aber nicht ganz so in Ordnung.

Vor dem Europa-League-Duell bei Karpaty Lwiw in der Ukraine (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Sahin im SPORT1-Interview über die Mehrfachbelastung, das Revier-Derby, den Ticket-Zoff darum - und wie er Nationalcoach Guus Hiddink von sich überzeugen will.

SPORT1: Herr Sahin, Wolfsburgs Trainer Steve McClaren rechnet den BVB nach dem überzeugenden Dortmunder 2:0-Sieg schon zu den Titelfavoriten. Sie auch?

Nuri Sahin: Nein, das denke ich nicht. Herr McClaren ist noch nicht lange in der Bundesliga, er hat einfach nur unseren guten Start gesehen. Ich zähle uns nicht zu den Titelkandidaten.

SPORT1: Viele andere Top-Teams kamen allerdings schlechter aus den Startlöchern. Wie erklären Sie sich Ihre gute Frühform?

Sahin: Die Mannschaft ist zusammengeblieben und es sind noch einige Spieler dazugekommen, die direkt den Sprung in die erste Elf geschafft haben. Die Mannschaft kennt sich und ist heiß auf Erfolge.

SPORT1: Was sollen das für Erfolge sein?

Sahin: Zunächst mal die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb.

SPORT1: Stichwort Internationaler Wettbewerb. Am Donnerstag steht das Spiel gegen Karpaty Lwiw an. Über die Mannschaft ist nicht sonderlich viel bekannt. Was erwarten Sie für einen Gegner?

Sahin: Die haben Galatasaray Istanbul rausgeworfen - so schlecht können die gar nicht sein. Wir dürfen uns nicht überraschen lassen und müssen hochkonzentriert sein.

SPORT1: Der Nachteil ist natürlich, dass Sie bis zum Revier-Derby am Sonntag nur drei Tage Zeit haben, sich zu regenerieren - Schalke hat dagegen fünf.

Sahin: Das ist kein Problem. Wir wollten die Dreifachbelastung haben und in Europa spielen. Deswegen werden wir das Spiel gegen Lwiw nicht vorsichtig angehen.

SPORT1: Die junge Mannschaft ist die Mehrfachbelastung bisher nicht gewohnt. Glauben Sie, dass das im Laufe der Saison mal zum Problem werden könnte?

Sahin: Ich sehe da keine Probleme. Wir haben in der Vorbereitung sehr hart an unserer körperlichen Verfassung gearbeitet. Außerdem sind wir in der Breite sehr gut aufgestellt.

SPORT1: Am Sonntag folgt mit dem Revierderby gegen Schalke das erste Saisonhighlight. Bei den Schalkern läuft es in der bisherigen Saison noch nicht nach Wunsch. Ist das eventuell sogar ein Nachteil für Sie, weil der Gegner jetzt mit noch mehr Motivation ins Derby gehen wird?

Sahin: Ich glaube nicht, dass Schalke für das Derby Extra-Motivation braucht. Beide Mannschaften werden hoch motiviert ins Spiel gehen.

SPORT1: Vor dem Derby gab es Trubel um die erhöhten Ticketpreise der Schalker. Viele Dortmunder Fans wollen es daher boykottieren. Glauben Sie, dass sie dennoch genug Unterstützung von Ihren Anhängern erhalten werden?

Sahin: Da machen wir uns keine Sorgen. Auch die Fans, die nicht vor Ort sein werden, sind mit dem Herzen bei uns.

SPORT1: Das Derby ist auch ein Duell zwischen zwei verschiedenen Modellen: Der BVB setzt weitgehend auf junge Spieler, während sich Schalke mit internationalen Stars verstärkt hat. Das ist doch ein interessanter Vergleich.

Sahin: Wir schauen trotzdem nicht auf Schalke. Wir wissen, dass wir selbst gut genug aufgestellt sind.

SPORT1: Bei Ihnen persönlich läuft es auch, gegen Wolfsburg haben Sie ein Tor gemacht. Zufrieden?

Sahin: Ja, ich habe mir vor der Saison gesagt, dass es ein sehr wichtiges Jahr in meiner Karriere wird, weil ich das erste Mal international spiele. Deswegen habe ich in der Vorbereitung sehr hart gearbeitet, das zahlt sich jetzt aus.

SPORT1: Hat es Sie noch mal zusätzlich motiviert, dass Guus Hiddink Sie nicht für die EM-Qualifikationsspiele der Türkei nominiert hat?

Sahin: Ich muss die Entscheidung des Trainers akzeptieren und kann nur versuchen, ihn in Zukunft durch meine Leistung zu überzeugen.

SPORT1: Was haben Sie sich denn für den 8. Oktober vorgenommen?

Sahin: Ich hoffe, dass ich da in Berlin gegen Deutschland auf dem Fußballplatz stehen werde.

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