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Matthieu Delpierre spielt seit 2004 für den VfB Stuttgart © getty

Zum Europa-League-Auftakt gegen Bern hofft der VfB auf die Rückkehr seines Kapitäns. Auch Leverkusen steht unter Druck.

Von Christian Paschwitz

München - Die Gemütslagen könnten kaum unterschiedlicher sein:

Nach siebenjähriger Abstinenz auf der europäischen Landkarte sprüht Borussia Dortmund zum Gruppen-Auftakt in der Europa League bei Karparti Lwiw (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) nur so vor Euphorie.

Dagegen geht bei Bayer Leverkusen, das Rosenburg Trondheim empfängt (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER), und dem VfB Stuttgart vor dem Duell mit Young Boys Bern (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) die Angst um.

(DATENCENTER: Die Europa-League-Gruppen)

Vor allem bei den Schwaben herrscht Alarm-Stimmung nach dem Liga-Absturz ans Tabellenende bei drei Pleiten und null Punkten.

"Es braucht wenig, um auseinander zu brechen"

"Es braucht nur sehr wenig, um eine Mannschaft auseinander brechen zu lassen. Die Lage ist angespannt. Wir sind in einer vergleichbaren Situation wie im Dezember", hatte VfB-Trainer Christian Gross bereits nach dem 1:2 gegen den SC Freiburg gesagt.

Mit zumindest einem Teilerfolg nun gegen die Schweizer die Kurve zu kriegen, ist deshalb Pflicht.

"Ich erhoffe mir eine Signalwirkung durch dieses Spiel", sagt Gross, der vor einer vergleichbaren Situation stand, als er den VfB im Vorjahreswinter als Abstiegskandidaten übernahm.

VfB-Hoffnungsträger Delpierre

Zum großen Hoffnungsträger soll dabei ausgerechnet Matthieu Delpierre werden:

Nach einer Patellasehnen-OP und 16 Wochen ohne Spielpraxis kehrt der Franzose mit großer Wahrscheinlichkeit gleich in die Startelf zurück.

"Es sieht gut aus. Er ist fit. Gut möglich, dass er von Beginn an spielt", deutet Gross an.

Als neu-installiertes Innenverteidiger-Duo soll der etatmäßige Kapitän mit dem zuletzt formschwachen und teils unberücksichtigten Serdar Tasci das Wackeln in der Defensive beenden.

Georg Niedermeier müsste dann auf die Bank.

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Molinaro muss wohl weichen

"Wir brauchen mehr Laufbereitschaft, müssen aggressiver im Zweikampf sein. Wir haben vielleicht zu oft probiert, es spielerisch zu lösen. Aber um ein Spiel zu gewinnen, müssen wir vor allem Zweikämpfe gewinnen", gibt Delpierre gleich die Linie vor.

Gut möglich, dass Gross auch neben dem 29-Jährigen umbaut:

Für den zuletzt unsicheren Cristian Molinaro könnte hinten links Arthur Boka verteidigen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfB Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Delpierre (Niedermeier), Boka (Molinaro) - Camoranesi, Träsch, Gentner, Didavi - Cacau, Pogrebnjak

Young Boys Bern: Wölfli - Sutter, Affolter, Jemal, Spycher - T. Doubai, Hochstrasser - C. Schneuwly, Costanzo, Regazzoni - Bienvenu

Schiedsrichter: Banti (Italien)

Leverkusens Heynckes fordert Steigerung

Große Unruhe herrscht ebenso bei Bayer Leverkusen, das nach 889 Tagen gegen Trondheim auf die internatonale Fußball-Bühne zurückkehrt:

"Mehr Leidenschaft, mehr Geschlossenheit, mehr Spielfreude", fordert Trainer Jupp Heynckes nach der gerade noch abgewendeten Pleite bei Hannover 96 (2:2).

Gegen den norwegischen Rekordmeister drücken allerdings enorme Personalnöte:

Neben Michael Ballack (Fraktur im Schienbeinkopf) fällt auch Renato Augusto (Patella­sehnen-Blessur) aus.

Auch Barnetta nicht wirklich fit

Wegen einer noch nicht ganz überwundenen Infektion wird auch Tranquillo Barnetta erst mal draußen bleiben.

Die neue Flügelzange dürften somit die unerfahrenen Youngster Nicolai Jörgensen und Sidney Sam abgeben.

Zentral defensiv wird für Ballack Lars Bender auflau­fen

Völler in Sorge

So oder so ist man unterm Bayer-Kreuz gewarnt:

"Diese Gruppe ist eine große Herausforderung. Da müssen wir unser ganzes Leistungsvermögen abrufen", sagte Sportchef Rudi Völler.

Zumal sich bei einer Niederlage die Drucksituation für die Werkself noch zuspitzen würde: In zwei Wochen steht das Duell bei Titelverteidiger Atletico Madrid an.

Wegen Ballack: Sauer auf Löw

In der Gegenwart wurmen die Leverkusener zudem neue Aussagen von Joachim Löw:

Der Bundestrainer hatte in einem Interview angedeutet, dass es für den erneut verletzten Ballack womöglich keine Rückkehr ins DFB-Team gibt ("Irgendwann ist die Zeit vorbei").

Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser zeterte daraufhin: "Ich habe da kein Verständnis mehr dafür. Die Aussagen sind völlig überflüssig. Das ist einfach eine Respektlosigkeit der Persönlichkeit Michael Ballack gegenüber."

Und weiter: "Man muss von der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft auch mal verlangen können, dass sie schweigt."

Voraussichtliche Aufstellungen:

Bayer Leverkusen: Adler - Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Kadlec - Vidal, Bender - Reinartz, Sam - Kießling, Helmes

Rosenborg Trondheim: Örlund - Lustig, Bjärsmyr, Demidov, Dorsin - Skjelbred, Annan, Strand, Henriksen - Iversen, Jamtfall

Schiedsrichter: Volquartz (Dänemark)

Dortmunder Euphorie

Allein in Dortmund herrscht große Vorfreude auf das internatonale Kräftemessen:

Mit der Partie bei Karparti Lwiw will Jürgen Klopp gar eine neue Ära einleiten.

"Man soll die große Lust spüren, die lange in uns gebrodelt hat. Wir werden nie mit angezogener Handbremse spielen", sagt der Coach.

(Nuri Sahin im SPORT1-Interview)

Bis auf den langzeitverletzten Mohamed Zidan kann die Borussia in der Ukraine in Bestbesetzung agieren.

Auch finanziell hellt die Rückkehr auf die europäische Bühne die Mienen auf angesichts von Mehreinnahmen von rund fünf Millionen Euro.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Karpati Lwiw: Tlumak - Avelar , Milosevic, Petriwski, Tubic - Godwin - Chudobjak, Golodjuk - Senjow, Koschanow - Kopolowez (Batista)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Hummels, Schmelzer - Kehl, Sahin - Blaszczykowski, Kagawa, Großkreutz ? Barrios

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