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Der Stuttgarter Cacau erzielte das 1:0 für den VfB per Strafstoß © getty

Nach drei Pleiten in Folge beendet Stuttgart den Abwärtstrend und feiert mit dem Sieg über Bern das erste Saison-Erfolgserlebnis.

Aus Stuttgart berichtet Christian Paschwitz

Stuttgart - Großes Aufatmen im Ländle:

Dank eines 3:0 (1:0) über Young Boys Bern zum Auftakt in der Europa-League-Gruppenphase hat der VfB Stuttgart ein wenig Versöhnung betrieben für den schlechtesten Liga-Start der Klub-Geschichte (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Die Tore von Cacau (23./Foulelfmeter), Christian Gentner (59.) und Serdar Tasci (90.) bescherten den Schwaben nach drei Bundesliga-Pleiten das erste Erfolgserlebnis dieser Saison und beendeten zumindest für die nächsten zwei Tage die sportliche Krise.

"Das war sehr wichtig. Wir wollten unbedingt ein Zeichen setzen, waren spritzig und aggressiv und haben verdient gewonnen", sagte Cacau.

Vor 15.000 Zuschauern auf der Baustelle Mercedes-Benz-Arena gingen die Stuttgarter wesentlich aggressiver zu Werke als die Schweizer Gäste, wenngleich ihnen in einigen Szenen die Verunsicherung anzumerken war.

VfB legt mit Schwung los

Bereits in der Anfangsphase sorgten Cacau (7.) und Gentner (11.) mit ihren Schüssen für Gefahr für das Tor des Tabellen-Siebten der Schweizer Liga, der in der Champions-League-Qualifikation an Tottenham Hotspur gescheitert war.

Cacau war es dann auch, der den Tore-Bann brach und den VfB-Anhang erstmals jubeln ließ.

Cacau mit Glück beim Strafstoß

Der Nationalstürmer hatte bei seinem schwach geschossenen Elfmeter allerdings Glück, dass Gästetorwart Marco Wölfli den Schuss ins flache linke Eck in die eigenen Maschen lenkte.

Dem Strafstoß vorausgegangen war ein Foul von Alain Nef an Pavel Pogrebnyak.

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Delpierre auf der Bank

Gross hatte seine Startelf im Vergleich zur 1:2-Niederlage beim SC Freiburg nur auf einer Position verändert:

Für Cristian Molinaro spielte Arthur Boka links in der Viererkette. Kapitän Matthieu Delpierre, der sich nach dreimonatiger Verletzungspause wegen Patellasehnen-Operaton wieder zurückgemeldet hatte, saß nur auf der Bank.

Camoranesi unauffällig

In der Offensive suchten die Stuttgarter ihr Heil vor allem zügig über die Flügel. Die größeren Impulse gingen dabei von der linken Seite um Youngster Daniel Didavi aus.

Gegenüber indes lieferte der italienische Weltmeister-Neuzugang Mauro Camoranesi abermals eine unauffällige Leistung ab.

Seine beste Aktion hatte der Zopfträger noch, als er nach einer Boka-Flanke den Ball nach einer im Rutschen an den rechten Pfosten beförderte (62.).

Mitte der zweiten Halbzeit ließ der 33-Jährige erneut Vollstrecker-Qualitäten vermissen, als er gleich zweimal aus wenigen Metern an Wölflis Fäusten scheiterte (76.)

Einige Probleme

Leichte Unsicherheit offenbarten die Gastgeber in der ersten Halbzeit bei einigen Flanken nach Gegenstößen sowie bei Eckbällen von Moreno Costanzo.

Gefahr brachten zudem die Distanzschüsse von Ammar Jemal (9.) und Xavier Hochstrasser (10.), während sich der frühere Frankfurter Christoph Spycher nur mit einer Gelben Karte hervortat, weil er Camoranesi festhielt (41.).

Insgesamt jedoch legte der VfB die größere Zielstrebigkeit und Reife an den Tag.

Pogrebnyak vergibt Riesenchance

Daran änderte sich auch nach der Pause wenig. Die vorzeitige Entscheidung verpasste noch Pogrebnyak:

Nach starker Vorarbeit von Cacau genau in den Lauf schob der russische Sturmkollege den Kugel wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (52.).

Besser machte es kurz darauf dann Gentner: Nach abermals starker Vorarbeit von Cacau auf dem rechten Flügel vollendete der Wolfsburg-Rückkehrer mit einem Linksschuss ins obere Eck zum 2:0.

Nur Ulreich wackelt noch mal

Danach ließ der VfB kaum noch etwas anbrennen.

Bei hohen Bällen wackelte allein noch mal Sven Ulreich, weil der Keeper nicht vom Boden hochkam und sich im Luftkampf behauptete.

Der für Cacau eingewechselte Martin Harnik versäumte zunächst ein höheres Resultat der Schwaben, als er einen 17-Meter-Schuss von der Strafraumgrenze knapp verzog (70.) und rechts vom Fünfmeter-Raum ebenfalls in Wölfli seinen Meister fand (86.).

Dann aber sorgte der erneut verbesserte Tasci in der Nachspielzeit nach einem Eckball aus dem Gewühl heraus doch noch für das dritte Tor.

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