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Jürgen Klopp holte Shinji Kagawa (M.) im Sommer von Cerezo Osaka © getty

Dortmund atmet auf nach dem dramatischen Sieg zum Europa-League-Auftakt bei Karpaty Lwiw. Hummels bedankt sich bei Götze.

Von Julian Meißner

München - Mats Hummels wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte.

"Mario hat uns gerettet", meinte Dortmunds Innenverteidiger nach dem dramatischen 4:3 (2:1) beim ukrainischen Europa-League-Vertreter Karpaty Lwiw.

Gemeint war der 18-jährige Mario Götze, der mit zwei Treffern entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Rückkehr des BVB auf die internationale Bühne hatte.

Das Mittelfeld-Talent erzielte das zwischenzeitliche 2:0 sowie den Siegtreffer in der Nachspielzeit beim Auftakt der Gruppe J (DATENCENTER: Die Europa League).

Hummels-Schnitzer vor dem Ausgleich

Dass es überhaupt noch einmal spannend geworden war, lag vor allem an Hummels, der sich beim 2:2 durch Michailo Kopowez einen kapitalen Fehler erlaubte, als sich der letzte Mann ohne Not den Ball stiebitzen ließ.

"Ich hab' keine Ahnung gehabt, dass jemand hinter mir ist", meinte der Defensivspieler entschuldigend.

Erleichterung bei Klopp

Trainer Jürgen Klopp wollte nach der hitzigen Partie im Ukrajina Stadion, die er treffend als "Spektakel" bezeichnete, nicht nach dem Haar in der Suppe suchen.

"Das macht ungeheuren Spaß, bei so etwas dabei zu sein. Das war ein Supergefühl", sagte der erleichterte BVB-Coach.

"Am Ende zählt das Ergebnis. Wir haben lange souverän gespielt und uns die Gegentore selbst eingebrockt. Ich hätte auch ein 3:3 gekauft, aber ein 4:3 ist natürlich besser."

Krawalle im Vorfeld

Doch bevor seine Borussen als verdienter Sieger vom Platz gehen durften, hatte Klopp einige Leiden zu überstehen.

Erst war es im Vorfeld der Partie zu Tumulten zwischen Anhänger beider Lager in der Innenstadt gekommen.

Zwei Dortmunder Fans wurden dabei verletzt.

Kehl verletzt sich beim Aufwärmen

Kurz vor Anpfiff zog sich dann Kapitän Sebastian Kehl beim Aufwärmen eine Muskelverletzung am Hüftbeuger zu und droht nun länger auszufallen. Für ihn rückte Sven Bender in die Startformation.

Und die Nervenbelastung nahm nicht ab: Dortmund wähnte sich nach der 2:0-Führung durch Nuri Sahin und den überragenden Götze schon auf der Siegerstraße, bevor den Westfalen die Partie entglitt.

Oleg Golodjuk gelang unmittelbar vor dem Pausenpfiff nach einem Missverständnis in der BVB-Defensive der Anschluss. Und nach dem von Hummels ermöglichten Ausgleich erzielte Denis Koschanow (78.) gar die Führung für Karpaty.

Sonderlob für Barrios

Lucas Barrios war es, der mit dem Treffer zum 3:3 (87.) noch einmal Hoffnung keimen ließ, und auch am umjubelten Siegtreffer Götzes hatte der Paraguayer entscheidenden Anteil.

"Die Reaktion der Mannschaft war überragend, sie hat alles richtig gemacht", sagte Klopp und verteilte ein Sonderlob: "Besonders Lucas Barrios war großartig."

Der souveräne Elfer-Schütze Sahin freute sich über die Moral der jüngsten BVB-Europapokalmannschaft aller Zeiten:

"Unser Wille hat den Ausschlag gegeben. Wir haben uns vor dem Ende noch mal eingeschworen. Das schafft nicht jede Mannschaft.?

Kehl: "Gerüstet für das Derby"

Auch der Kapitän, dem sein Frust als Zuschauer zunächst deutlich anzusehen war, war am Ende begeistert.

"Die Mannschaft hat in Lwiw Großes gezeigt und Großes geleistet. Schon die letzten Spiele haben bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", meinte der verletzte Kehl, dem vor dem mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen mit Erzrivale Schalke 04 am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) nicht bange ist.

"Wir sind gerüstet für das Derby", so der Kapitän, der auch den Revier-Klassiker von der Tribüne wird verfolgen müssen:

"Die Schalker werden unser Spiel ganz genau beobachtet und gesehen haben, wie stark die Dortmunder Mannschaft im Moment ist. Am Wochenende gibt's einen heißen Tanz."

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