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Torschützen unter sich: Christian Genter (l.) bejubelt mit Serdar Tasci das 3:0 © getty

Nach dem Sieg über Bern richten die Stuttgarter ihren Blick sogleich auf das wichtige Alltagsgeschäft Bundesliga.

Aus Stuttgart berichtet Christian Paschwitz

Stuttgart - Dieses Glücksgefühl haben die Stuttgarter schon so lange nicht mehr spüren dürfen.

Nach dem 3:0 (1:0) über Young Boys Bern im Auftaktspiel der Europa-League-Gruppenphase lagen sich die Spieler und Klub-Verantwortlichen mal wieder in den Armen - und waren hochgradig erleichtert .

(DATENCENTER: Europa League).

"Eine gewisse Panik" habe schließlich doch in ihren Köpfen herumgespukt, wie Nationalspieler Christian Träsch gegenüber SPORT1 bekannte.

Kein Wunder nach dem schlechtesten Saison-Start der Vereins-Geschichte mit drei Liga-Pleiten.

Mit dem Kontrahenten aus der Schweiz kam nun der dankbare Aufbaugegner zur rechten Zeit.

"Das war sehr wichtig", sagte hinterher Cacau, der mit einem - wenngleich schwach verwandelten - Foulelfmeter das erste Puzzleteil zur Trendwende legte, ehe Christian Gentner und in der Nachspielzeit Serdar Tasci mit ihren Toren nachlegten.

"Wieder spritzig und aggressiv"

"Wir wollten früh in Führung gehen, was wir auch geschafft haben. Noch viel wichtiger ist aber, dass wir wieder spritzig und aggressiv waren. Und deswegen haben wir auch verdient gewonnen", fügte Cacau an.

Dass das erste Erfolgserlebnis dieser Saison die sportliche Krise nur für die nächsten zwei Tage beendet hatte, war indes allen Beteiligten im VfB-Lager klar.

Zumal der VfB zwar deutlich verbessert auftrat als zuletzt, aber "keineswegs übermächtig", wie Gäste-Coach Vladimir Petkovic anmerkte.

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"Signalwirkung" gegen Gladbach?

Schon am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER), wenn Borussia Mönchengladbach in Stuttgart vorstellig wird, muss sich zeigen, ob der verdiente Erfolg die erhoffte "Signalwirkung" für die Bundesliga hat, die Christian Gross einfordert. "Wir sind für unsere Anstrengungen belohnt worden", meinte der Schweizer VfB-Coach nach dem Duell mit seinen Landsleuten.

"Wir werden aber auch dieses Spiel analysieren und jetzt so weiterarbeiten. Ich freue mich, dass wir gegen Gladbach weitere personelle Optionen mit Matthieu Delpierre und Stefano Celozzi haben werden."

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Tasci findet zu alter Stärke zurück

Gegen Bern agierte die Abwehr auch schon ohne Delpierre, der drei Monate nach seiner Patella-Sehnen-Operation erstmals wieder im Aufgebot stand, sicherer als zuletzt.

Was auch am erstarkten Serdar Tasci lag. "Mich freut, dass wir gut und zu null gespielt haben und dass ich ein Tor gemacht habe", sagte der Innenverteidiger, der seine Formkrise überwunden zu haben scheint.

"Von Spiel zu Spiel wird sich die Mannschaft besser einspielen. Da bin ich mir sicher."

Camoranesi fehlt Bindung

Die Bindung an die Teamkollegen fehlt bislang vor allem noch Mauro Camoranesi:

Der Last-Minute-Neuzugang von Juventus Turin leitete mit einem Hackenpass zwar das zweite Tor ein und traf noch den Außenpfosten.

Insgesamt aber blieb der Zopfträger, der zudem zweimal aus Nahdistanz an Keeper Marco Wölfli scheiterte, auch bei seinem Heimdebüt auf der rechten Außenbahn unter den Erwartungen.

Boulahrouz stärkt Camoranesi

"Er braucht einfach noch Zeit, bis er ganz in die Mannschaft integriert ist", meinte Routinier Khalid Boulahrouz gegenüber SPORT1. "Er wird schon noch ganz wichtig für die Mannschaft werden."

Von einem Mangel an Führungsspielern nach den Abgängen von unter anderem Sami Khedira und Jens Lehmann will der Niederländer in diesem Zusammenhang ohnehin nichts wissen.

"Wir übernehmen alle Verantwortung, gewinnen und verlieren als Mannschaft."

Punkten gegen Gladbach Pflicht

Gegen Gladbach ist verlieren verboten, soll eine Herbstdepressionen verhindert werden.Und auch die Euphorie soll schnell aus den Köpfen verbannt werden.

"Es ist ja nicht so, dass nun alles wieder gut ist", meinte Rechtsverteidiger Träsch.

Und Defensiv-Gefährte Georg Niedermeier ergänzte: "Ohne einen Sieg am Samstag ist der Erfolg gegen Bern wenig wert. Wir müssen gegen Gladbach wie heute von Beginn an aggressiv in die Zweikämpfe gehen und von Anfang an zeigen, wer der Herr im Haus ist."

Der unbedingte Wille dazu war gegen Bern von der ersten Sekunde an spürbar.

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