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Eren Derdiyok staubte zum 1:0 für die Werkself ab © imago

Nach dem starken Auftritt in der Europa League bei Atletico Madrid (1:1) bläst Leverkusen nun zur Aufholjagd in der Bundesliga.

Madrid - Auf der europäischen Bühne fühlt sich Bayer Leverkusen schon wieder wie zu Hause, jetzt startet die Werkself in der Bundesliga zum Großangriff.

"Wir wollen uns oben festsetzen", sagte Sportdirektor Rudi Völler vor dem Duell mit Werder Bremen am Sonntag. Der Auftritt in der Europa League macht Mut: Fast wäre den Rheinländern ein Coup gelungen. (DATENCENTER: Europa League)

Völler zufrieden

"Wir haben ein ordentliches Comeback geschafft und gezeigt, dass wir auf dem Niveau mithalten können", sagte Völler nach dem 1:1 (1:0) bei Atletico Madrid (293648Bilder).

Bayer lieferte trotz Ausfällen wichtiger Spieler wie Michael Ballack, Stefan Kießling und Renato Augusto eine ganz starke erste Halbzeit beim Titelverteidiger ab.

Helmes und Hyppiä patzen

Dass die Gäste den Spaniern nach dem Tor von Eren Derdiyok (39.) nicht die erste Niederlage nach 14 Europapokal-Spielen zufügten, hatten sie sich aber selbst zuzuschreiben.

Dabei patzte neben Patrick Helmes, der in der 87. Minute die Riesenchance zum Sieg vergab, vor allem Sami Hyypiä.

Ausgerechnet der sonst so sichere Finne verursachte den Elfmeter, der zum Ausgleich durch Simao führte (51.). Eine Woche vor seinem 37. Geburtstag stellte sich der Abwehrchef mit seiner Erfahrung von 104 Länderspielen und 109 Europacup-Partien höchst ungeschickt an.

"Unnötiger" Strafstoß für Atletico

"Sami weiß selbst, dass er so nicht hingehen darf", schimpfte Trainer Jupp Heynckes: "Dabei hatte ich in der Halbzeit noch vor solchen Aktionen gewarnt."

Dass die "Tat" des Innenverteidigers kein klassisches Foul war, tat nichts nur Sache. Hyypiä grätschte völlig unnötig, Fran Merida nahm die Einladung an und fiel über das Bein.

"Das hat der Stürmer clever gemacht", sagte Völler. Hyypiäs Verhalten wollte der Sportchef nicht beurteilen, erklärte aber vielsagend: "Das ist etwas anderes." Die Mitspieler bezeichneten den Elfmeter als "unnötig" (Derdiyok) oder "ärgerlich" (Simon Rolfes).

Bayer im Aufwind

Dennoch könne man mit dem Punkt "super leben", betonte Völler. Zumal die Perspektiven bei Bayer glänzend scheinen. Mit vier Punkten führen die Leverkusener die Tabelle ihrer Europa-League-Gruppe an, in der Bundesliga sind sie als Fünfter mit zuletzt zwei Siegen im Kommen.

Und die erste Halbzeit im altehrwürdigen Stadion Vicente Calderon zeigte das Potenzial des Kaders. Gerade die ins Team nachgerückten Sidney Sam und Hanno Balitsch hinterließen neben dem überragenden Arturo Vidal einen starken Eindruck. Und das Comeback von Simon Rolfes als Vollzeitkraft steht kurz bevor.

Gegen Bremen werde er noch nicht 90 Minuten spielen, sagte der Nationalspieler, "da muss man realistisch sein. Aber nach der Länderspielpause schauen wir dann mal." Doch auch als Aushilfe ist Rolfes schon wertvoll.

Rolfes als Stabilisator

themaAls sein Team in Madrid nach dem Ausgleich "richtig ins Schwimmen" kam (Völler), beruhigte der Kapitän nach seiner Einwechslung das Spiel und führte Bayer sicher zum Punktgewinn.

Die Frage, ob er sich über den Punkt freue oder ärgere, beantwortete Rolfes mit "beides". In jedem Fall mache es "richtig Spaß", wieder Europacup zu spielen, "das hat eben ein ganz besonderes Flair".

Dass Leverkusen auf diese Bühne gehört, haben die Rheinländer eindrucksvoll bewiesen.

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