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Simon Rolfes wechselte 2005 von Alemannia Aachen nach Leverkusen © getty

Simon Rolfes spricht bei SPORT1 über sein Comeback, Konkurrenz im Mittelfeld, das Spiel in Saloniki und die Rückkehr ins DFB-Team.

Von Christian Stüwe

München - Vorzeige-Profi, Führungsspieler und Kapitän - Simon Rolfes ist eine der tragenden Säulen im Team von Bayer Leverkusen.

Nach einer schweren Knieverletzung, wegen der der Nationalspieler im Mai seine Teilnahme an der WM in Südafrika absagen musste, hat sich der 28-Jährige zurückgekämpft.

Am 18. September kam er in Leverkusens Regionalliga-Mannschaft zum Einsatz, vier Tage später wurde er bei Bayers 2:1-Sieg gegen Frankfurt zur zweiten Halbzeit eingewechselt.

Matchwinner in Wolfsburg

Am vergangenen Samstag brachte ihn Trainer Jupp Heynckes in Wolfsburg beim Stand von 0:2 in der 70. Minute ins Spiel - und Rolfes dreht die Partie mit zwei Toren fast im Alleingang zum 3:2-Sieg.

Im Interview mit SPORT1 spricht Simon Rolfes über sein Comeback, die Konkurrenz im Mittelfeld bei Bayer und im DFB-Team und das Europa-League-Spiel bei Aris Saloniki (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER). (DATENCENTER: Europa League)

Bei den Griechen müssen die Rheinländer allerdings auf Innenverteidiger Sami Hyypiä verzichten, der sich im Abschlusstraining eine Bänderverletzung im linken Sprunggelenk zuzog.

SPORT1: Herr Rolfes, Sie haben nach fast einem Jahr in der Bundesliga wieder getroffen. Waren die Tore eine Art Befreiung für Sie?

Simon Rolfes: Auf jeden Fall. Tore sind immer etwas Besonderes. Nach dieser langen Phase tut das natürlich gut. Das ist nun hoffentlich ein Anfang für mich und der Start, wieder voll integriert zu sein.

SPORT1: Das Spiel in Wolfsburg haben Sie praktisch im Alleingang gedreht. War es auch ein Ausrufezeichen im Kampf um die Stammplätze?

Rolfes: Es ist ein Ausrufezeichen für mich, genau wie für die Mannschaft. Was den Kampf um die Stammplätze betrifft, bin ich selbstbewusst genug, um zu sagen: Wenn ich in Topform bin, dann spiele ich auch.

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SPORT1: Wenn Michael Ballack zurückkehrt, herrscht ein Überangebot im Mittelfeld. Sehen Sie die große Konkurrenz als etwas Positives?

Rolfes: Auf jeden Fall ist das positiv. Es beschert uns viele Möglichkeiten, auch die der Rotation in den englischen Wochen. Es ist immer sehr gut, eine große Vielfalt im Kader zu haben.

SPORT1: Wie bewerten Sie es, dass die Mannschaft trotz der Ausfälle den Anschluss an die Spitze gehalten hat?

Rolfes: Das spricht dafür, dass unser Kader so aufgestellt ist, dass wir diese Verletzten eben ersetzen konnten. Man könnte meinen, wir hätten ein Überangebot an Spielern, aber das braucht man. Es gibt immer Verletzte, englische Wochen, oder Formschwankungen der Spieler. Daher ist es sehr wichtig, einen gut aufgestellten Kader zu haben. Das ist mit Sicherheit der Grund, weshalb wir bisher so viele Punkte gemacht haben.

SPORT1: Was ist drin für Leverkusen in dieser Saison?

Rolfes: Das ist schwer zu sagen. Mein Ziel ist es definitiv in die Champions League zu kommen. Daher ist es wichtig, dass wir einen anständigen Saisonstart hingelegt haben.

SPORT1: Ist die Meisterschaft auch ein Thema?

Rolfes: Der Titel ist ein Thema, wenn man gegen Ende der Saison oben mit dabei ist. Mit einer genauen Platzierung möchten wir uns jetzt noch nicht beschäftigen. Wir wollen in die Champions League. Dafür sieht es im Moment gut aus. Auch wenn es noch ein langer Weg ist, der vor uns liegt.

SPORT1: Zum Spiel in Saloniki. Die Griechen gelten als sehr heimstark, sind seit 21 Heimspielen ungeschlagen. Knacken Sie die Serie?

Rolfes: Wir wollen auf jeden Fall diese Serie beenden. Das wäre für unsere Gruppe ein Ausrufezeichen und würde uns einen richtig großen Schritt nach vorne bringen. Aber es wird eine schwere Aufgabe. Die Griechen haben ein tolles Publikum, eine tolle Atmosphäre, deshalb müssen wir dort mit breiter Brust auftreten, Präsenz zeigen, dominant spielen und gut dagegenhalten. Dann bin ich auch zuversichtlich, dass wir gewinnen können.

SPORT1: In der Nationalmannschaft planen Sie ihre Rückkehr für 2011. Mittlerweile füllen Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira die Rollen aus Doppel-Sechs aus. Haben Sie da noch Chancen?

Rolfes: Mein Ziel ist schon, zurück in die Nationalelf zu kommen. Im Fußball braucht man einen breiten Kader, um manche Sachen aufzufangen. Fußball ist schnelllebig, es kann immer etwas passieren. Aber mein vorrangiges Ziel ist es momentan, mich in eine gute Verfassung zu bringen. Andere Dinge kommen dann von alleine.

SPORT1: Ihr Kollege Michael Ballack fällt ja nun auch länger aus. Sie können nach ihrer Verletzung mit ihm fühlen. Müssen Sie ihn auch ab und zu ein bisschen aufbauen?

Rolfes: Er war nach dem Wolfsburg-Spiel kurz in der Kabine, da haben wir uns unterhalten. Es ist klar, dass es für ihn derzeit keine einfache Situation ist. Aber nach schlechten Phasen gibt es auch wieder gute - und das wird ihm vielleicht helfen. Ich habe auch direkt wieder getroffen. Aber ich denke, Michael kann auch solche Phasen richtig einschätzen.

SPORT1: Glauben Sie, dass sie auch in der Nationalmannschaft noch einmal mit ihm zusammen spielen werden?

Rolfes: Warum nicht? Na klar. Es ist alles spekulativ, aber natürlich gibt es die Chance, dass ich mit Michael zusammen in der Nationalelf spiele.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Saloniki: Sifakis - Guiaro, Calvo, Koke, Ruiz - Faty - Michel, Javito, Lazaridis, Vanjeli - Prittas

Leverkusen: Adler - Schwaab, Reinartz, Friedrich, Kadlec - Sam, Vidal, Rolfes, Barnetta - Helmes, Derdiyok

Schiedsrichter: Ingvarsson (Schweden)

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