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Jens Keller (l.) und Fredi Bobic standen 98/99 gemeinsam im Kader des VfB Stuttgart © imago

Stuttgarts Coach will in der Europa League für seine Weiterbeschäftigung punkten. Die schließt Bobic bei SPORT1 keineswegs aus.

Vom VfB Stuttgart berichtet Christian Paschwitz

Stuttgart - Beim 2:2 auf Schalke hat Jens Keller das erste Argument für seine Weiterbeschäftigung gesammelt.

In der Europa League gegen den FC Getafe (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) kann der Neu-Coach von Bundesliga-Schlusslicht VfB Stuttgart nachlegen.

Wenn Keller mit den Schwaben einen Sieg landet und in der Gruppe H mit dann neun Punkten das Weiterkommen so gut wie sicher hätte. (DATENCENTER: Europa League)

Bobic: "Ich schließe nichts aus"

"Ich schließe nichts aus", erklärt VfB-Sportchef Fredi Bobic im Interview mit SPORT1 auf die Nachfrage, ob der 39 Jahre alte Cheftrainer-Novize nicht doch dauerhaft Nachfolger des gefeuerten Christian Gross werde.

Das werde "die Zukunft zeigen", so Bobis weiter.

Keller wandelt demnach auf Markus Babbels Spuren, der 2008 nach Armin Vehs Rauswurf vom Co-Trainer zum Chef aufgestiegen war.

Bobic meint jedenfalls: Gegen Schalke habe die Mannschaft "den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht" und sich "verbessert präsentiert. Daran gilt es anzuknüpfen".

Am besten gegen Getafe.Der Tabellen-Neunte der Primera Division enttäuschte in der Europa League zuletzt gegen die Young Boys Bern und in der Liga gegen Atletico Madrid mit jeweils 0:2.

[kaltura id="0_qvhz8z48" class="full_size" title="Daum zum VfB: "Eine Achterbahnfahrt""]

Keller will den Spielverderber machen

Ankommen dürfte es gegen die spiel- wie technisch starken Spanier vor allem auf Aggressivität.

"Wir müssen ihr Spiel unterbinden, müssen ihnen den Spaß am Fußball nehmen", sagt Keller im "kicker" und prognostiziert vorab schon mal ein Duell, bei dem die Fußball-Ästhetik hinten ansteht.

Die ist dem VfB angesichts der gegenwärtigen Krise und einem Abstiegsplatz in der Liga ohnehin einerlei - was zählt sind vor allem Siege und Punkte.

Fokus liegt auch schon auf Pauli-Spiel

"Ein Erfolg würde uns natürlich auch Selbstvertrauen für die schwere Aufgabe am kommenden Sonntag gegen St. Pauli geben", sagt Bobic.

Mit Blick darauf erwägt Keller auch manche personelle Veränderung.

Auf der linken Abwehrseite drängt Cristian Molinaro für Arthur Boka in die Startelf.

Comeback von Camoranesi

Pavel Pogrebnyak wiederum - mit sechs Toren in elf Pflichtspielen erfolgreichster VfB-Stürmer - dürfte für Ciprian Marica von Beginn an auflaufen.

Vor seinem Comeback im Mittelfeld nach Rot-Sperre in der Liga steht überdies Mauro Camoranesi:

Für Italiens 2006-Weltmeister müsste dann Timo Gebhart weichen, der nach vierwöchiger Zwangspause (Fleischwunde am Knöchel) ohnehin noch nicht sein altes Leistungsvermögen errreicht hat.

Harnik bleibt wieder nur die Joker-Rolle

Wohl vergebens auf einen Einsatz von Beginn an brennt Martin Harnik in Kellers auf 4-2-3-1 verändertem Spielsystem.

Trotz seiner Treffer auf Schalke und für Österreich zuletzt in der EM-Qualifikation behält sich Keller den Angreifer offenbar als Joker vor.

"Martin ist ein Spieler, der sehr gut ist, wenn er von der Bank kommt. Er ist einer, der sofort von null auf hundert dreht", so der Coach in der "Bild".

Dabei ist Harnik quasi Stuttgarts "Mister Europacup":

Bei den Siegen in Molde (3:2), Odense (2:1) sowie in den Playoffs in Bratislava (1:0) schoss der 23-Jährige jeweils den Siegtreffer.

An Kellers Meinung ("Er kann als Einwechselspieler viel bewegen") ändert das aber dem Vernehmen nach trotzdem nichts.

"Daum kein Thema"

Offenbar genauso wenig wie an Bobics Haltung hinsichtlich des als Gross-Nachfolger noch immer hartnäckig gehandelten Namen eines Ex-Trainers:

"Die Personalie Christoph Daum ist bei uns kein Thema und wird kein Thema werden", erklärt Bobic gegenüber SPORT1.

Voraussichtliche Aufstellungen:

VfB Stuttgart: Ulreich - Celozzi, Niedermeier, Tasci, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Camoranesi, Gentner - Pogrebnyak, Cacau

FC Getafe: Codina - Rafa, Marcano, Diaz, Casquero - D. Boateng, Sanchez - Manu, Parejo, Rios - Colunga

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