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Ciprian Marica trägt seit 2007 das Trikot des VfB Stuttgart © getty

Mit einem glanzlosen Arbeitssieg gegen Getafe marschiert der VfB Stuttgart in der Europa League in Richtung Zwischenrunde.

Vom VfB Stuttgart berichtet Christian Paschwitz

Stuttgart - Jens Keller riss die rechte Faust zu einem imaginären Aufwärtshaken herum.

So als habe er damit auch die Krise des VfB Stuttgart niedergestreckt.

In Wirklichkeit stimmte der Trainer-Novize ein in den Treffer von Ciprian Marica, der mit seinem goldenen Treffer in der 29. Minute den 1:0 (1:0)-Sieg gegen den FC Getafe 302427(Bilder des 3. Spieltags)sicherstellte.(DATENCENTER: Europa League)

Ein nächster Schritt aus der sportlichen Krise sowie ein weiteres Argument für Kellers Weiterbeschäftigung im Ländle waren es dennoch.

Durch den Erfolg bei nunmehr neun Punkten aus drei Partien öffnete der Bundesliga-Letzte das Tor zur K.o.-Runde in der Europa League weit.

"Nehmen Selbstvertrauen für Sonntag mit"

"Wir haben unser erklärtes Ziel erreicht. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden. Wir nehmen ein gewisses Selbstvertrauen für Sonntag mit. Geärgert hat mich nur, dass wir zum Schluss unsere Chancen leichtfertig vergeben haben. Insgesamt haben wir aber gut gestanden und wenig zugelassen", sagte Keller.

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"Das war ein wichtiger Sieg für uns, zumal wir in einer schwierigen Situation sind. Der Erfolg ist gut für das Selbstvertrauen, gerade im Hinblick auf das wichtige Spiel gegen St. Pauli am Sonntag. Da müssen wir gewinnen", sagte Matchwinner Marica.

Abwehrchef Khalid Boulahrouz ergänzte: "Wir haben als Mannschaft sehr gut gespielt. Wir haben das Spiel diktiert und nicht viel zugelassen. Da fühlt man sich als Verteidiger sehr wohl. Ich denke, wir brauchen noch einen Punkt, um sicher weiterzukommen."

Keller, der in der Vorwoche Christian Gross beerbt und bei seiner Premiere ein 2:2 auf Schalke erreicht hatte, hatte sein Team auf zwei Positionen umgestellt:

Tasci nicht mal im Kader

In der Innenverteidigung agierte Khalid Boulahrouz neben Georg Niedermeier, weil Kapitän Matthieu Delpierre (Knieprobleme) und Nationalspieler Serdar Tasci wegen Adduktorenprobleme passen mussten.

Im rechten Mittelfeld ersetzte Camoranesi den nach einer Fleischwunde noch nicht ganz fitten Timo Gebhardt.

[kaltura id="0_kvk12y3k" class="full_size" title="Stuttgart hofft auf neuen Schwung"]

Camoranesi und Kuzmanovic scheitern

Bei fröstelnden Temperaturen in der mit 17.400 Zuschauern spärlich gefüllten Mercedes-Benz Arena brauchte der VfB allerdings knapp 20 Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Die besten Chancen besaßen zunächst Camoranesi und Zdravko Kuzmanovic.

Beide verpassten in der 17. Minute binnen weniger Sekunden in aussichtreicher Position die Führung.

Marica nutzt den Abpraller

Die besorgte in der 29. Minute dann aber Marica:

Nach starkem Zuspiel von Cacau scheiterte der Stürmer zunächst an Keeper Oscar Ustari. Den Abpraller wusste Marica dann aber zum verdienten 1:0 zu verwerten.

Kurz darauf bewahrte Ustari die Gäste vor einem höheren Rückstand, als er einen Schuss von Kuzmanovic entschärfte (31.).

Getafe lauert nur auf Konter

Die trotz dreier nomineller Spitzen vor der Pause fast nur aufs Kontern beschränkten Spanier beschäftigten die Stuttgarter Abwehrkette nur in der Anfangsphase einige Male.

Keeper Sven Ulreich vereitelte dabei noch die beste Chance gegen Miku (9.).

Danach ließ der VfB den Ball immer besser laufen, reduzierte auch die Zahl der unpräzisen An- und Abspiele.

Cacau versäumt vorzeitige Entscheidung

Nach der Pause versäumte zunächst Cacau die frühzeitige Entscheidung:

Nach Christian Gentners Vorarbeit scheiterte der Nationalstürmer völlig frei aus halbrechter Position an Ustari (50.).

Nur wenige Augenblicke später endete auch Maricas Schuss an Getafes Keeper, der sich überdies bei Kuzmanovics Flachschuss (63.) neben den rechten Pfosten auszeichnete.

Ulreich auf dem Posten

Ein wuchtiger Kopfball des eingewechselten Jaime Gavilan auf Ulreich zählte zu den besten Chancen der Spanier (53.), die fortan etwas mehr für die Offensive machten.

Insgesamt fehlte dem Tabellen-Neunten der Primera Division indes der letzte Zug zum und Biss vorm Tor gegen die zumeist umsichtige VfB-Abwehr um den guten Boulahrouz, der eine Viertelstunde vor Schluss nach einer Grätsche mit einer Oberschenkel-Blessur für Mamadou Bah weichen musste.

Boulahrouz verletzt raus

Doch auch mit dem Youngster ließen die Schwaben, bei denen noch Patrick Funk (65./ für Christian Träsch) und Pavel Pogrebnyak (66./ für Marica) mitmachen durften, hinten nichts mehr anbrennen.

Eine Schrecksekunde erlebten die Stuttgarter, bei denen überdies Camoranesi per Direktabnahme (72.), Arthur Boka (88.) und völlig frei Pogrebnyak (89.) verzogen, nur noch einmal:

Der rechts im Strafraum durchgebrochene Manu de Moral konnte Ulreich aber ebenso wenig überwinden (83.).

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