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Jens Keller war zuvor VfB-Co-Trainer unter dem inzwischen gefeuerten Christian Gross © imago

Das So-gut-wie-Weiterkommen nach dem Getafe-Sieg lässt den VfB-Coach in der Spieler-Gunst steigen. Nur Bobic mauert weiter.

Aus Stuttgart berichtet Christian Paschwitz

Stuttgart - Die Statements waren eindeutig nach dem 1:0 (1:0)-Sieg gegen den FC Getafe.

Sowohl beim neuen Trainer des VfB Stuttgart als auch bei seinem Ball tretenden Personal. 302427(Bilder des 3. Spieltags)

Und das nicht allein, weil die Schwaben durch den dritten Erfolg die Bilanz in der Gruppe H makellos hielten, nach dem goldenen Treffer von Ciprian Marica (29.) das Tor zur K.o.-Runde damit weit aufstießen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vielmehr hielten Spieler und Coach der Schwaben ein flammendes Plädoyer auf die weitere Zusammenarbeit.

"Jens ist genau der Richtige"

"Jens bringt die Leidenschaft und den Willen mit, den man im Abstiegskampf braucht. Deshalb ist er genau der Richtige", erklärte Cacau gegenüber SPORT1.

Und Christian Träsch ergänzte: "Jeder hängt sich wieder mehr rein. Die Mannschaft ist heißer, das steigert auch unsere Qualität. Die Mannschaft sagt bestimmt nicht: Der Trainer soll jetzt wieder weg."

Ähnlich sah's auch Matchwinner Marica ("Es ist wieder Zug drin") - das Credo lautet also: Alle für Keller.

Keller strotzt vor Selbstbewusstsein

Der 39-jährige Nachfolger für den in der Vorwoche geschassten Christian Gross ("Wichtig war auch, dass wir zu Null gespielt haben") dürfte die Wertschätzung mit Wohlwollen vernommen haben.

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Dass er von der eigenen Arbeit ebenso überzeugt ist und die Aussichten auf seine Weiterbeschäftigung als Cheftrainer steigen sieht, war unüberhörbar. Schon mit Blick auf das nächste richtungweisende Spiel des Liga-Letzten, am Sonntag (17.15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen St. Pauli, meinte Keller forsch:

"Kürzlich gab's hier in Stuttgart auch einen Sieg in der Europa League. Und danach haben wir in der Bundesliga den Gegner mit 7:0 weggeputzt."

Zwar kam der Kantersieg gegen Gladbach (nach dem 3:0 gegen die Young Boys Bern) noch unter Gross zustande. An den denkt im Ländle aber niemand mehr.

Auch taktisch der richtige Ton

Zumal Keller den richtigen Ton trifft, anders als sein Vorgänger auch taktisch wieder richtig liegt. Im neuen 4-2-3-1-System stand der VfB gegen Getafe vor allem in der Abwehr wieder weitestgehend sicher - und das mit lange Zeit verschmähtem Personal.

[kaltura id="0_kvk12y3k" class="full_size" title="Stuttgart hofft auf neuen Schwung"]

Bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden mit einer Oberschenkel-Blessur ("Ich denke, es ist nicht so schlimm") war es vor allem Khalid Boulahrouz, der den Laden hinten zusammenhielt.

"Das war für mich ein sehr schönes Gefühl, auf meiner Position zu spielen. Da kann ich zeigen, was ich drauf habe", sagte der niederländische Vize-Weltmeister.

Cacau freut sich über neue Position

Gegen St. Pauli sollte auch der wegen muskulärer Probleme aussetzende Serdar Tasci wieder fit sein.

Auch Kellers Konzept mit Cacau als zurückhängendem Stürmer hinter Marica ging im Großen und Ganzen auf, wenngleich dem deutschen Nationalstürmer diesmal ein Treffer versagt blieb.

"Das ist mein Spiel und meine Position. Da bin ich am stärksten", befand Cacau, der den Siegtreffer mit einem starken Pass eingeleitet hatte.

Ulreich pariert einzige Chance

Bei aller Freude über das So-gut-wie-Weiterkommen und die Dominanz gegenüber dem Tabellen-Neunten der Primera Division, der nur in der Schlussphase durch den frei vor Keeper Sven Ulreich scheiternden Manu de Moral noch mal gefährlich aufkam (83.):

Entscheidendes Bewertungsmaß für Kellers Arbeit und Zukunft bleibt vorerst die Bundesliga und der Klassenerhalt.

Bobic mauert, aber?

Es verwunderte insofern wenig, dass VfB-Sportchef Fredi Bobic auf SPORT1-Nachfrage einmal mehr mauerte, inwieweit durch Kellers ersten Sieg die Chancen auf eine Weiterbeschäftigung gestiegen sind.

"Mit der Frage beschäftigen wir uns im Moment nicht", sagte er, meinte aber auch: "Wir haben jetzt Ruhe."

Kellers selbstbewusstes Auftreten gefiel aber auch dem Sportchef: "Das ist wichtig, das strahlt er auch auf die Spieler aus."

Träsch: Viel mehr Erfahrung geht nicht

Deren Meinung tendiert ohnehin eindeutig zu Gross' vorherigem Co-Trainer.

"Nur weil er zum ersten Mal Chef ist, disqualifiziert ihn das ja nicht für die jetzige Aufgabe", sagte Träsch bei SPORT1.

Und weiter: "Er hat in der Bundsliga über 300 Spiele gemacht. Viel mehr Erfahrung kann man nicht mitbringen - die Mannschaft wünscht sich, dass er weitermacht."

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