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Shinji Kagawa (r.) erzielte in der Bundesliga schon vier Tore für die Borussia © getty

Die Nullnummer gegen Paris zeigt erneut, dass der Dortmunder Liga-Höhenflug auf europäische Bühne nicht übertragbar ist.

Von Christian Paschwitz

München/Paris - Der Enttäuschung auf dem Platz folgte die Trotzreaktion bereits Minuten später im Bauch des Prinzenpark-Stadions.

"Wir gewinnen jetzt die beide Spiele, und dann sind wir durch", erklärte Dortmunds Kevin Großkreutz nach der Nullnummer bei Paris St. Germain, die der Borussia das Aus in der Europa League dicht vor Augen führt.

Dass der Spitzenreiter der Bundesliga im kontinentalen Wettbewerb der Gruppe J hinter Tabellenführer FC Sevilla (9 Punkte) und den Franzosen (8) mit fünf Zählern nur auf Rang drei liegt, wollte der Nationalspieler nicht so recht wahrhaben. (DATENCENTER: Europa League)

"Es hat das Glück gefehlt", ergänzte Großkreutz.

Tragische Figur Lewandowski

Der 22-Jährige spielte damit vor allem an auf die Szene in der Nachspielzeit, als der eingewechselte Robert Lewandowski frei vor PSG-Keeper Edel scheiterte.

"Die letzte Chance macht Robbie in 99 von 100 Fällen, nur eben in Paris nicht", haderte auch Jürgen Klopp.

Wohl eher unbewusst brachte der Trainer das Dortmunder Faszinosum damit auf den Punkt: In der Liga ist das Team ein Top, in Europa eher ein Flop. 308134(DIASHOW: Der 4. Spieltag)

Selbst Lviv-Auftritt mit Beigeschmack

Nach den vier Europa-League-Auftritten lässt sich festhalten, dass der BVB mit zwei Gesichtern durch die Saison wandelt.

Gegen die internationale Konkurrenz gelang gerade mal ein Sieg.

Und selbst vom 4:3 bei Karpaty Lviv blieb ein fader Beigeschmack, weil Klopps Mannen dabei nach einer 2:0-Führung noch drei Gegentreffer zuließen und erst glücklich in der Nachspielzeit siegten.

Ganz andere Bilanz in der Liga

Zum Vergleich: Nach zehn Bundesliga-Auftritten stehen erst sieben Gegentreffer zu Buche.

Beim 0:1 gegen Sevilla wiederum gerieten die Dortmunder durch einen - wenngleich strittigen - Platzverweis für Marcel Schmelzer auf die Verliererstraße.

Auch das spät kassierte 1:1 im ersten Vergleich mit Paris zeugt davon, dass die Westfalen anders als in der Liga wie zuletzt beim starken Gipfelsturm gegen Mainz (2:0) nicht nur Durchschlagskraft fehlt, sondern auch Konzentration bis zum Schluss.

Weidenfeller reagiert glänzend

Beim erneuten Aufeinandertreffen mit den Parisern hätte sich die Borussia auch über eine Niederlage nicht wirklich beschweren dürfen. Der Siebte der Ligue 1 kam vor allem durch Mevlüt Erdinc immer wieder gefährlich auf.

Nach der Pause brachte der Stürmer gleich zweimal frei vorm glänzend reagierenden Borussen-Schlussmann Roman Weidenfeller den Ball nicht unter (51. und 66. Minute).

"Er hat uns mit einigen tollen Paraden im Spiel gehalten", räumte Klopp ein.

Barrios neutralisiert

Selbst vor des Gegners Tor dagegen machten es die Westfalen häufig zu kompliziert.

Gefällig zwar bis zum Strafraum, dann aber fehlte zumeist die zündende Idee - auch, weil Torjäger Lucas Barrios so gut wie abgemeldet war.

Erst mit der Hereinnahme von Jakub Blaszczykowski als zusätzliche Offensivkraft für Defensiv-Mann Lukasz Piszczek und der ungewohnten Umstellung von Großkreutz in die Viererkette nahm das BVB-Spiel Fahrt auf, geriet das Match ein wenig zum Einbahn-Straßen-Fußball, weil Dortmund dominierte.

"Wir waren am Anfang zu verspielt"

Am Unentschieden änderte das trotzdem nichts:

Barrios (54.) schob den Ball nur am Tor vorbei, Shinji Kagawas 23-Meter-Knaller blieb der Einschlag ebenso verwehrt (72.). Dazu verfehlte noch ein Großkreutz-Schuss sein Ziel (87.) - das war's.

"Wir haben uns viel selbst zuzuschreiben. Wir waren am Anfang zu verspielt. Das ist nicht das, was wir wollen", monierte Klopp.

Endspiel in Sevilla?

Das Weiterkommen hat der Coach zwar noch immer vor Augen: "Wenn wir Lviv in Dortmund schlagen, haben wir ein Endspiel in Sevilla. Mit zwei Siegen können wir weiterkommen."

Anders als Großkreutz weiß Klopp mit Blick auf die Notwendigkeit von Patzern des Pariser Konkurrenten aber auch: "Wir haben es nicht mehr wirklich selbst in der Hand."

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