vergrößernverkleinern
Stuttgarts Martin Harnik (l.) setzte den Schlusspunkt beim Sieg in Getafe © imago

Nach dem Weiterkommen in Getafe gilt alle Stuttgarter Konzentration nur noch der Liga. Doch personell gibt's erneut Ungemach.

Getafe - Nach dem hoffnungsvollen Auftritt beim FC Getafe meldete sich sogar ein "Königlicher" beim VfB Stuttgart.

"Ich bin überzeugt davon, dass die Mannschaft genügend Potential hat, um aus dieser schwierigen Situation wieder rauszukommen", sagte Real-Madrid-Star Sami Khedira, der seinen früheren Kollegen einen Besuch im madrilenischen Mannschaftsquartier abgestattet hatte.

Wie der VfB-Tross richtete der Nationalspieler den Blick trotz des hochverdienten 3:0 (1:0)-Erfolges in der Europa League schon wieder auf die trockene Pflicht: Den Abstiegskampf in der Bundesliga.

Denn nach dem Sturmlauf durch die Gruppenphase der Europa League will der VfB Stuttgart nun auch in der Liga wieder auf Kurs kommen. (DATENCENTER: Europa League)

Marica kann sich "nicht richtig freuen"

"Wir können uns gar nicht richtig freuen", sagte etwa Torschütze Ciprian Marica. 308134(DIASHOW: Der 4. Spieltag)

In den Köpfen der Schwaben schwirre schon die nächste große Aufgabe am Sonntag gegen Werder Bremen (17.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Trainer Jens Keller zumindest war sich am Donnerstagabend sicher, dass der Knoten bei seiner Mannschaft geplatzt sei: "Entscheidend ist, dass der Schwung jetzt da ist."

Bern- und Odense-Spiel bedeutungslos

Dass nun zumindest die europäische Last von den Schultern der Stuttgarter abgefallen ist, kann nur von Vorteil sein.

Nach dem vierten Sieg im vierten Gruppenspiel steht bereits vor den beiden abschließenden Partien bei den Young Boys Bern (1. Dezember) und gegen Odense BK (16. Dezember) fest, dass der VfB die Runde der besten 32 erreicht hat.

Ab jetzt heißt es Abstiegskampf für den deutschen Meister von 2007. Präsident Erwin Staudt hatte schon vor der Partie betont, dass die Situation in Stuttgart "noch nie so kritisch gewesen" sei.

Bobic lobt und findet Gefallen

Positiv stimmte den VfB-Tross nach dem engagierten Auftritt vor lediglich 5.000 Zuschauern im madrilenischen Vorort vor allem die wiedergewonnene spielerische Frische.

"Ich bin hochzufrieden mit der heutigen Leistung der Mannschaft", lobte Keller, der nach der Entlassung von Christian Gross erst sein sechstes Pflichtspiel als Cheftrainer leitete.

Auch Manager Bobic hatte der "Auftritt der Mannschaft gefallen. Die Mannschaft war taktisch gut eingestellt und hat beherzt gespielt".

Strittiges Rot für Marica

Da war es auch zu verschmerzen, dass Marica vom Platz musste, weil er seinen Gegenspieler nach dessen Foulspiel leicht am Ohr zog. "Ich habe ihn nur wenig berührt. Rot ist zu viel, das war maximal eine Gelbe Karte", sagte der Rumäne.

Das einzig Gute daran: In der Bundesliga ist er nicht gesperrt.

Vertrauen für Funk und Bah

Gegen weitgehend harm- und ideenlose Spanier hatte Keller schon in der Startformation durchblicken lassen, dass dem kommenden Bundesligaspiel mehr Bedeutung zugemessen werde.

Die Nationalspieler Cacau, Christian Träsch und zunächst Christian Gentner bekamen eine Pause, dafür durften U-21-Nationalspieler Patrick Funk und Mamadou Bah neben dem wiedergenesenen Kapitän Matthieu Delpierre von Anfang an ran.

Marica (26.), Joker Timo Gebhart (64.) und Martin Harnik (76.) bescherten den hochkonzentrierten Stuttgartern schließlich das ersehnte Erfolgserlebnis.

Erst Werder, dann Lautern und Köln

Die weiße Weste auf Europas Bühne wird den Schwaben nun "Selbstvertrauen für das nächste Spiel" geben, hofft Gentner.

In der Bundesliga stehen nach Bremen die Tabellennachbarn 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Köln auf dem Programm.

Tabellenplatz 16 und lediglich sieben Punkte aus zehn Spielen können den VfB trotz des Durchmarschs in der Europa League nicht zufrieden stellen. "An diese Partie müssen wir anknüpfen", forderte auch Keller.

Lazarett will nicht schrumpfen

Sorgen bereitet dem VfB-Coach weiterhin das nicht schrumpfen wollende VfB-Lazarett.

Besonders in der Innenverteidigung läuten die Alarmglocken: Zu den angeschlagenen Delpierre, Georg Niedermeier und Khalid Boulahrouz gesellte sich auch noch Nationalspieler Serdar Tasci, der mit Verdacht auf Muskelfaserriss länger auszufallen droht.

Auch deshalb prüfen die Klub-Verantwortlichen momentan angeblich die Verpflichtung des 21 Jahre alten Brasilianers Welinton von Flamengo Rio de Janeiro.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel