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Jupp Heynckes (r.) ist seit Sommer 2009 Trainer von Bayer Leverkusen © getty

Leverkusen will im Gefrierschrank von Trondheim den Einzug in die nächste Runde sichern. Rene Adler bricht das Training ab.

München/Trondheim - Wenn Jupp Heynckes an seine letzte Dienstreise ins verschneite Norwegen zurückdenkt, läuft es ihm auch 13 Jahre später noch kalt den Rücken runter.

"Wir haben Ze Roberto zur Halbzeit ausgewechselt und anschließend unter die heiße Dusche gestellt, damit er auftaut", erinnert sich der Coach von Bayer Leverkusen an sein damaliges Gastspiel mit Real Madrid bei Rosenborg Trondheim.

Der spätere Champions-League-Sieger verlor damals bei arktischer Kälte sang- und klanglos mit 0:2.

Warm anziehen muss sich Heynckes auch diesmal. Als der Leverkusener Flieger am Dienstag die drittgrößte Stadt Norwegens erreichte, wurde der Bayer-Tross mit Temperaturen von minus 15 Grad begrüßt.

Beim vorletzten Gruppenspiel in der Europa League am Mittwoch (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) im "Gefrierschrank" Lerkendal-Stadion wird sogar mit Temperaturen von minus 18 Grad gerechnet.

Heynckes ist zuversichtlich

Deshalb wurde in Norwegen schon spekuliert, ob Bayer womöglich mit Skimasken auflaufen würde. Beim Abschlusstraining wurde der Kälteschutz schon einmal ausprobiert, aber über einen Einsatz ist noch nicht entschieden.

"Wir sind Profis. Und wir werden mit den Bedingungen zurecht kommen", sagte Routinier Sami Hyypiä.

Eine Niederlage a la Real könnte für Bayer allerdings unangenehme Folgen haben, stünden die Rheinländer doch dann im abschließenden Gruppenspiel gegen den Titelverteidiger Atletico Madrid (16. Dezember) wieder unter Zugzwang. (DATENCENTER: Europa League)

Aller Voraussicht nach reicht den Leverkusenern, die mit acht Zählern die Gruppe B derzeit anführen, schon ein Punkt zum vorzeitigen Weiterkommen.

Adler bricht Training ab

Allerdings sorgte Torhüter Rene Adler für eine Schrecksekunde. Wegen eines Hexenschusses im Lendenwirbelbereich musste der Nationalspieler das Abschlusstraining nach nur 20 Minuten abbrechen.

Ob er am Mittwoch auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig. Sollte Adler ausfallen, würde Fabian Giefer im Tor stehen.

"Wir haben uns in der Europa League bislang gut verkauft und wollen nun in Trondheim alles klarmachen. Wir versuchen, dort zu gewinnen", betonte Heynckes trotz allem, um mögliche Zweifel zu beseitigen.

Rolfes bleibt daheim

Doch so einfach wie beim 4:0 im Hinspiel dürfte es kaum werden.

"Uns erwarten unheimlich schwierige Bedingungen. Wir werden höchstwahrscheinlich minus 15 Grad haben und der Platz wird hart gefroren sein. Darauf müssen sich die Spieler einstellen", sagte der Cheftrainer.

Leverkusens finnischer Abwehrriese Hyypiä musste sich dagegen nicht akklimatisieren: "Die Kälte stellt für mich kein Problem. Das kenne ich aus Finnland."

Kapitän Simon Rolfes trat die Reise in den Norden erst gar nicht mit an. "Wir werden vor dem Spiel auf Kunstrasten trainieren, das ist für das operierte Knie Gift", erklärte Heynckes die Maßnahme.

Chance für Helmes

Ansonsten haben - abgesehen von den Langzeitverletzten Michael Ballack und Stefan Kießling - alle Stammkräfte den Trip nach Norwegen mitgemacht. Auch Arturo Vidal, Eren Derdiyok und Tranquillo Barnetta, die zuletzt über kleinere Blessuren geklagt hatten.

Eine Chance von Beginn erhält Patrick Helmes, der sich zuletzt über sein Reservistendasein öffentlich beklagt hatte und deshalb zum Rapport antreten musste.

Eggen hört auf

Probleme anderer Art haben dagegen die Norweger. Nach dem Ende der Meisterschaft am 7. November, die Rosenborg in souveräner Manier zum 22. Mal für sich entschied, hat der Klub kein Pflichtspiel mehr bestritten.

Mit Testspielen im Ausland versuchte Rosenborg die Betriebstemperatur hochzuhalten, was wie jüngst beim 0:4 in Mechelen nicht immer gelang.

Doch das will Heynckes nicht als Maßstab nehmen, zumal es am Mittwoch auch das letzte Heimspiel in der Trainerkarriere des 69 Jahre alten Nils Arne Eggen sein wird.

"Da werden sich die Spieler nochmal voll reinhängen", sagte Heynckes.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Trondheim: Öhrlund - Lustig, Bjärsmyr, Demidov, Dorsin - Annan - Henriksen, Skjelbred - Iversen - Moldskred, Prica

Leverkusen: Adler - Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Castro - Vidal (Bender), Reinartz - Sam, Renato Augusto, Barnetta - Helmes

Schiedsrichter: Alan Kelly (Irland)

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