vergrößernverkleinern
Alessandro Del Piero spielt seit 1993 für Juventus Turin © imago

Nach dem Europacup-Aus von Juventus Turin und Sampdoria Genua ist der Aufschrei in Italien groß. Ausreden sind schnell gefunden.

Rom - Am Tag nach dem nächsten "Disastro" für den italienischen Fußball war das Gejammer im Land des viermaligen Weltmeisters groß (DATENCENTER: Europa League).

"Jetzt sind wir die Provinzvereine", lästerte die römische Tageszeitung "La Repubblica" nach dem Europacup-K.o. der früheren Vorzeigeklubs Juventus Turin und Sampdoria Genua und "Tuttosport" ergänzte:

"Juve und Sampdoria raus - der italienische Fußball sinkt in Europa immer tiefer."

In der Tat geht der Niedergang des italienischen Fußballs unaufhörlich weiter. Spätestens nach den neuesten Pleiten dürfte die Serie A im Kampf mit der Bundesliga um den dritten Platz in der UEFA-Fünfjahres-Wertung kaum noch Chancen haben.

Juve und Sampdoria kläglich gescheitert

Sang- und klanglos hatten sich am Mittwochabend Juventus Turin und Sampdoria Genua, die zusammen auf sechs Europcupsiege und 16 Endspiele kommen, aus der Europa League verabschiedet.

Juventus verspielte im Schneetreiben von Polen mit dem 1:1 bei Lech Posen seine letzte Chance.

Sampdoria, in der Champions-League-Qualifikation noch unglücklich an Werder Bremen gescheitert, musste seine Hoffnungen auf das Weiterkommen mit einem 1:2 gegen den niederländischen Spitzenreiter PSV Eindhoven begraben.

Wetter war Schuld

Um Ausreden waren die italienischen Stars aber nicht verlegen, bei Juventus war der Schuldige in Schiedsrichter Teixeira Vitienes aus Spanien schnell gefunden.

"Ich habe noch nie bei so schlechten Wetterbedingungen gespielt 319726(DIASHOW: Der 5. Spieltag).

In der zweiten Halbzeit hat man überhaupt nichts mehr gesehen, man rutschte nur auf dem Spielfeld herum", kritisierte Kapitän Alessandro Del Piero, der seine besten Tage auch schon lange hinter sich hat.

Auch Juve-Trainer Luigi del Neri sah keinen Grund zur Selbstkritik.

"Das Spielfeld war unzumutbar. Ein bei dieser Wetterlage ausgetragenes Spiel macht sowohl den Fußballern, als auch den Fans keine Freude. Wir hatten vor Beginn des Spiels die Verlegung gefordert, weil das Spielfeld vereist war", meinte del Neri.

Medien hauen drauf

Die nicht gerade zimperlichen italienischen Medien fanden dagegen deutlichere Worte.

"Was für eine Qual, wenn man zurückdenkt, dass Juventus einst im Estadio Bernabeu und in Old Trafford zu Hause war und nun vor Liliput-Gegnern erblasst", schrieb "La Repubblica" weiter und hatte für das Gezeter über die widrigen Verhältnisse nicht viel übrig.

In der Tat hatte der 27-malige italienische Meister nicht erst in Posen versagt. In fünf Europa-League-Partien gelang der "alten Dame" nicht ein einziger Sieg.

"Unsere Mannschaft ist gewachsen, wir werden in der nächsten Saison einen Platz in Europa erobern", behauptete dagegen del Neri und will nun in der Serie A angreifen. Dort liegt Juventus sechs Zähler hinter dem AC Mailand auf Platz drei.

Genua hinkt Ansprüchen hinterher

Wann die Fußball-Fans Sampdoria auf internationaler Bühne wiedersehen, bleibt dagegen fraglich. Als Tabellenachter hinkt der Europapokalsieger der Pokalsieger von 1990 seinen eigenen Ansprüchen und der Spitzengruppe weit hinterher.

"Eine Sünde für eine Mannschaft, die im Sommer in der letzten Minute die Qualifikation für die Champions League verloren hat", beschrieb der "Corriere dello Sport" das Aus von Sampdoria.

Für den italienischen Fußball könnte es aber noch schlimmer kommen. Die Überlebenschancen des SSC Neapel und von US Palermo in der Europa League sind ebenfalls bescheiden.

Wenigstens in der Champions League liegen Inter, AC und Bayern-Gruppengegner AS Rom auf Achtelfinal-Kurs.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel